Ulm News, 22.09.2021 13:22
Kletter- und Klimaaktivisten am Ulmer Münster von Polizei gestoppt
Am Mittwochmorgen versuchte, ein generationenübergreifendes Team aus Klimagerechtigkeitsaktivist*innen aus dem Umfeld des Ravensburger Klimacamps die Fassade des Ulmer Münsters bis auf 70 Meter hochzuklettern, um dort ein 6 x 10 Meter großes Banner aufzuhängen. Inhalt des Banners: "€DU: unchristlich, unsozial, klimaschädlich" heißt es in großen Lettern. Die Polizei verhinderte die Aktion, nachdem eine Ulmer Zeitung im Vorfeld darüber berichtet hatte.
"Damit wurde legaler und ohnehin legitimer Protest verhindert. Die Art und Weise, auf die wir nach oben gekommen wären, hätte kein Hausfriedensbruch dargestellt und wäre daher keine Straftat gewesen. Der eigentliche Skandal liegt jedoch darin, dass die CDU/CSU mit christlichen Werten wirbt, selbst aber völlig unchristlich ist. Schöpfung zerstören, arme Menschen immer ärmer machen, eine Korruptionskultur zelebrieren: das ist nicht christlich", teilen die Kletteraktivisten mit.
Die Aktivisten wurden von der Polizei empfangen, weil eine große Ulmer Zeitung über die geplante Ankündigung der Aktion bereits im Vorfeld berichtet hatte. Die Aktivisten hatten alle Medien im Vorfeld auf die Aktion hingewiesen und - gängige Praxis - darum gebeten, eine Sperrfrist bis Mittwochmorgen einzuhalten.
"Die CDU/CSU ist kriminell und unwählbar, weil sie ihre Wähler in die Irre führt", erklärt Samuel Bosch (18) den Grund für sein Engagement. "Viele in Deutschland würden sich mit christlichen Werten identifizieren und schenkten aus diesem Grund der CDU/CSU ihr Vertrauen. Dabei sei an der CDU/CSU nur ihr Name christlich. "Stand etwa Jesus für Korruption, Ausbeutung und Schöpfungszerstörung ein?" fragt Bosch.
"Korruption findet sich zwar bei allen Parteien, doch die CDU/CSU kultiviert ihre Korruptionstradition regelrecht", ergänzt Boschs Mitstreiterin Charlie Roth (19), die in Ulm aufwuchs und sich für die Aktion Verstärkung suchte. Seit 2019 wurden bei 17 Politiker*innen der Union Korruptionsfälle nachgewiesen, während es bei der SPD nur einer war und bei den restlichen Parteien keine bekannt wurden, heißt es in der Presseerklärung. "Die Union schreckt in ihrer Korruptionskultur auch nicht vor Geschäften mit dem Leid von Menschen zurück, wie etwa bei den Maskendeals oder bei den Lobbytreffen ohne Rücksicht auf geltende Corona-Regeln von Jens Spahn."
Der Kletteraktivist Martin Lang kritisiert außerdem die "Klimapolitik des Verschleppens und Abwartens" der Union. "Nichts zu überstürzen ist ja schön und gut, doch hier überschreitet die CDU eindeutig Grenzen. Die Kirchen sind der Union beim Klimaschutz meilenweit voran! Die Enzyklika Laudato si' von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus ist ein brennendes Plädoyer für Klimagerechtigkeit und könnte genau so auf einer Fridays-for-Future-Demonstration gehalten werden. Die Union soll sich am Gebot zur Schöpfungsbewahrung orientieren!"





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