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Ulm News, 01.04.2015 13:33

1. April 2015 von Thomas Kießling
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Psychotherapeutische Hochschulambulanz eröffnet im April


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Beschreibung: Die aktuellen Mitarbeiter der Hochschulambulanz (v.r.): Prof. Iris-Tatjana Kolassa, Mitglied der professoralen Leitung, Dr. Roberto Rojas (klinische Geschäftsführung der PHSA) sowie die wissenschaftlichen Hilfskräfte Tarek Jerbrini und Tabe

Fotograf: Eberhardt/Uni Ulm

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Depressionen, Angsterkrankungen und Zwangsstörungen. Patienten mit diesen oder anderen psychischen Erkrankungen warten in Ulm und Umgebung im Durchschnitt sechs bis sieben Monate auf einen Therapieplatz. Mitte April wird die Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Universität Ulm in der Innenstadt (Schaffnerstr. 3) eröffnet und bietet Therapieplätze an. Behandelt werden Erwachsene in Einzel- und Gruppensitzungen mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Im Zentrum stehen Depressionen, Traumafolgestörungen, anhaltende Trauerreaktionen sowie Essstörungen.

„Wir wollen nicht in Konkurrenz zu niedergelassenen Kollegen treten, sondern deren Angebot ergänzen“, sagt Dr. Roberto Rojas, Psychotherapeut und Geschäftsführer der Hochschulambulanz. Dafür stehen approbierte Psychotherapeuten bereit.

Genauso wichtig wie die Diagnostik und Patientenversorgung ist die Einbindung der Hochschulambulanz in die Lehre und Forschung des Instituts für Psychologie und Pädagogik. Mit Einverständnis der Patienten sollen Studierende die Möglichkeit erhalten, klinische Psychotherapie vor Ort zu erleben, diagnostische Verfahren und das Erstellen von Gutachten einzuüben. Zudem könnten freiwillige Patienten in Lehrveranstaltungen des Instituts über ihre Erkrankung berichten und für Fragen der Studierenden zur Verfügung stehen. Die Privatsphäre der Patienten bleibt in jedem Fall gewahrt, denn in der Hochschulambulanz gelten – wie in jeder klinischen Einrichtung – strenge Datenschutzregeln und die Schweigepflicht. Ab dem Wintersemester können Studierende Praktika in der  neuen  Einrichtung absolvieren und Abschlussarbeiten verfassen.

Aus der Arbeit in der Hochschulambulanz sollen sich neue Fragestellungen für die Forschung ergeben. Dementsprechend ist die Einrichtung eng an die Abteilungen Klinische und Biologische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Gesundheitspsychologie angebunden. Das Einverständnis der Patienten vorausgesetzt, wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Praxis in der Innenstadt für ihre Forschung nutzen. Die Ergebnisse könnten wiederum zu einer verbesserten Psychotherapie beitragen.  

Iris-Tatjana Kolassa, Inhaberin der Professur für Klinische und Biologische Psychologie,  forscht zum Beispiel zu Biomarkern bei Depressionen. Sie analysiert, inwiefern Blutuntersuchungen Rückschlüsse auf das Ausmaß einer Depression  erlauben, und ob die entsprechenden Biomarker durch Psychotherapie normalisiert werden können. Der Geschäftsführer der Ambulanz, Dr. Roberto Rojas, beschäftigt sich ergänzend mit anhaltenden Trauerreaktionen. Bei dieser Erkrankung bleiben die Betroffenen nach dem Verlust eines geliebten Menschen langfristig in Trauerschmerzen gefangen — mit gravierenden Folgen für das  Berufs- und Privatleben. „Durch die Arbeit in der Hochschulambulanz und unsere Forschung wollen wir auch zum Schwerpunkt ,Transdisziplinäre Traumaforschung‘ der Universität Ulm beitragen“, bekräftigen die Psychologen.  Zudem wird Professorin Olga Pollatos (Leiterin der Abteilung Gesundheitspsychologie) die Ambulanz mit ihrer Expertise im Bereich Essstörungen und Adipositas bereichern. „Gerade hat PD Dr. Harald Baumeister seinen Ruf auf die Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie angenommen. Mit seinem Forschungsschwerpunkt zum Zusammenspiel körperlicher und seelischer Gesundheit wird er das Themen- und Behandlungsspektrum der Ambulanz ab Herbst erweitern“, freut sich Professorin Tina Seufert, Dekanin der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik. Aus Sicht der Lehr-Lernforscherin biete die Ambulanz insgesamt neue Möglichkeiten, angehenden Psychologinnen und Psychologen bereits im Studium nicht nur Wissen, sondern berufliche Kompetenzen mit auf den Weg zu geben.

„Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz ist ein Mammutprojekt, an dem wir seit vier Jahren arbeiten, und das nur durch großartige Teamarbeit innerhalb des Instituts, mit der Zentralen Universitätsverwaltung und dem Präsidium gestemmt werden konnte“, sagt Professorin Iris-Tatjana Kolassa. Die Universität übernimmt die Anschubfinanzierung, langfristig muss sich die Einrichtung selbst tragen.

Die offizielle Eröffnung der Ambulanz ist für Juni geplant, die ersten Patienten können jedoch schon ab Mitte April zu einem Erstgespräch kommen. Nach einer ausführlichen Diagnostik erhalten sie eine  individuelle psychotherapeutische Behandlung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Da die Nachfrage nach Therapieplätzen vermutlich groß sein wird, suchen die Mitarbeiter der Hochschulambulanz weitere engagierte Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die sie in ihrer Arbeit unterstützen. Das psychotherapeutische Angebot soll stetig erweitert werden, so dass Ende des Jahres 40 bis 50 Plätze zur Verfügung stehen.

Kontakt für Patienten:
Telefonisch erreichen Sie die Psychotherapeutische Hochschulambulanz bis zum 10. April von Dienstag bis Donnerstag von 14:00 -16:00 Uhr unter der Telefonnummer: 0731/5026591. Ab Montag, 13. April, gelten die Telefonnummer und Sprechzeiten auf  der Webseite: http://www.uni-ulm.de/in/phsa

 



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