Ulm News, 24.08.2023 09:00
Unterstützung für Hinterbliebene nach Suizid
Im Jahr 2021 starben in Deutschland insgesamt 9.215 Personen durch Suizid – also über 25 Personen pro Tag. Diese Menschen hinterlassen in den meisten Fällen Angehörige, für die der Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid ein einschneidendes und oft traumatisches Lebensereignis darstellt.
Leider ist die Bedeutung der sozialen Unterstützung für Hinterbliebene bisher nicht ausreichend erforscht. Diese Wissenslücke soll nun mit der sogenannten DE-LOSS-Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm geschlossen werden. Studieninteressierte müssen an einer Online- Befragung teilnehmen, die etwa 20 Minuten in Anspruch nimmt. Soziale Unterstützung ist essentiell für die Verarbeitung von traumatischen Lebensereignissen, wie etwa dem Verlust geliebter Menschen durch Suizid.
„Soziale Unterstützung ist ein komplexes Phänomen, das zum einen von der persönlichen Bereitschaft abhängt, sich Unterstützung zu suchen und anzunehmen. Zum anderen spielt aber auch die Bereitschaft anderer, Unterstützung zu leisten, eine große Rolle“, erklärt Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle von der Sektion Public Mental Health an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, die die DE-LOSS-Studie leitet.
„Aus wissenschaftlicher Sicht wissen wir im Moment nur wenig darüber, welche Erfahrungen Hinterbliebene nach Suizid in Bezug auf die Unterstützung durch das soziale Umfeld machen.“
Das Ziel der DE-LOSS-Studie sei es daher, diese Kenntnisse auszubauen, um geeignete Unterstützungsangebote für Hinterbliebene und deren Umfeld zu entwickeln. DE-LOSS steht hierbei für „Determinants of social support after suicide loss“, auf Deutsch: Barrieren und fördernde Faktoren der sozialen Unterstützung nach Verlust durch Suizid. Studieninteressierte sollten volljährig sein und einen Verlust durch Suizid erlebt haben, bei dem Sie mindestens 14 Jahre alt waren.
Die Teilnahme besteht in der Beantwortung einer Online-Befragung über Erfahrungen mit Verlust durch Suizid. Der Fragebogen enthält unter anderem Fragen zur persönlichen Verlusterfahrung, zu Erfahrungen bezüglich sozialer Unterstützung durch das persönliche Umfeld sowie mit professioneller Hilfe nach dem Verlust. Am Ende der Befragung haben Teilnehmende die Möglichkeit, einen von 30 REWE- Gutscheinen im Wert von je 50 Euro zu gewinnen. „Mit der Teilnahme an unserer Studie können Hinterbliebene helfen, Unterstützungsangebote zu entwickeln, die die Bedarfe der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen“, betont Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle. „Wir hoffen daher, dass wir möglichst viele Menschen finden, die sich die Zeit nehmen und sich an der Online-Befragung beteiligen.“




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