Ulm News, 27.07.2023 11:17
Hitze entzündet keine Waldbrände
Weite Teile Südeuropas leiden seit Wochen unter großer Hitze und Dürre. Gleichzeitig wüten verheerende Waldbrände. Der Auslöser der Feuer sind jedoch nicht der Klimawandel und die Hitze, sondern wir Menschen sind verantwortlich.
Bei Temperaturen nahe 40 - regional sogar über 45 Grad - kämpfen Hunderte Einsatzkräfte seit Tagen gegen zahlreiche Waldbrände im Süden Italiens und in Teilen Griechenlands. Betroffen sind vor allem Sizilien und die Ägäisinsel Rhodos. Als Brandursache wird neben Unachtsamkeit und Brandstiftung immer wieder auch Selbstentzündung wegen der Hitze genannt.
Können sich Feuer tatsächlich von selbst entzünden?
Die Antwort ist ein klares Nein. Ausgedörrte Vegetation kann ohne menschliches Zutun nicht von sich aus in Flammen aufgehen. Selbst Temperaturen von 50 bis hin zu 60 Grad, wie sie unter Extrembedingungen am Boden im Sommer durchaus auftreten können, reichen nicht aus, um Stroh oder Holz in Brand zu setzen. Dazu bedarf es schon Werten von weit über 100 Grad. Holz brennt erst bei fast 300 Grad.
So muss Stroh auf mindestens 250 Grad erhitzt werden, bevor es in Flammen aufgeht. Holz fängt je nach Restfeuchte sogar erst zwischen 280 und 340 Grad Feuer. Die Selbstentzündung dieser Stoffe ist daher völlig ausgeschlossen.
Heu kann durch falsche Lagerung zu brennen beginnen
Lediglich frisch geschnittenes Heu kann sich, wenn es zu kompakt gelagert wird, tatsächlich selbst entzünden. Durch Zersetzungsprozesse noch feuchten Heus kann sich die Schnittmasse um mehr als 150 Grad erwärmen und dabei brennbare Gärungsgase freisetzen. Diese können sich dann plötzlich entzünden.
Doch weil es dabei einzig auf die Temperaturen innerhalb zu dicht gelagerter Heuballen ankommt, tun sie dies auch bei kühlem Wetter mit niedrigen Außentemperaturen. Ursache eines solchen Feuers ist also nicht heiße Sommerluft, sondern fehlerhafte Lagerung, also menschliche Fahrlässigkeit.
In der freien Natur ohne menschliches Zutun findet eine solche Konzentration von Heu jedoch nicht statt, sodass dieser Mechanismus als mögliche Ursache für die Feuer in Südeuropa - oder auch für Waldbrände bei uns - nicht in Frage kommt.
Brandursache Mensch: Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit
Die oft zitierte Glasscherbe am Boden scheidet als mögliche Brandursache aus. Denn der dafür erforderliche Brennpunkt liegt selbst bei geschliffenem und speziell zur Lupe geformtem Glas immer in einiger Entfernung vom perfekt bündelnden Glas, eine Eigenschaft, die eine am Boden liegende zufällig geformte Scherbe praktisch nie erfüllt.
Bleiben letztlich nur Unachtsamkeiten beim Umgang mit offenem Feuer oder das Wegwerfen von Zigarettenkippen als die wohl häufigsten Ursachen von Wald- und Buschfeuern, also fahrlässige und in einigen Fällen unverständlicherweise sogar vorsätzliche Brandstiftung als Ursache verheerender Brandkatastrophen.
Und Blitzschlag bei Trockengewittern?
Die einzige natürliche Ursache solcher Feuer kann die Entzündung durch Blitzschlag sein. Da in unseren Breiten Gewitter jedoch in den allermeisten Fällen von heftigen Regengüssen begleitet werden, tritt dieser Fall jedoch nur sehr selten und nur unter besonders ungünstigen Bedingungen ein.
Wind ist Brandbeschleuniger
Wind kann bei Waldbränden wie ein Brandbeschleuniger wirken: Er sorgt für die Zufuhr von Sauerstoff und facht so die rasche Ausbreitung von Feuern an.




Highlight
Weitere Topevents
49-Mio-Euro-Geldsegen zusätzlich: Land fördert Ulmer Blaubeurer Ring mit B10-Tunnel und neuer Brücke
Das Land unterstützt die Stadt Ulm bei der Erneuerung der B 10 durch zusätzliche Fördermittel. Das...weiterlesen
Neue Fotos zu den Dramatische Szenen in der Blaubeurerstraße in Ulm: die Polizei stoppt Messerstecher mit einigen Schüssen
Neue Fotos zu einer schrecklichen Tat, die durch Polizeischüsse später auch schrecklich endet: Nach...weiterlesen
Polizei, LKA und Staatsanwaltschaft sagen: 29-jähriger Mann geht in Ulmer Elektromarkt mit Messer auf zwei Personen los - danach fallen Schüsse
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm, des Polizeipräsidiums Ulm und des...weiterlesen
Zweifelhaftes Glanzlicht der Woche: Erbschaft unter den Nagel gerissen und als Stiftungs-Verwalter gleich noch bereichert?
Es klingt wie das Drehbuch eines Wirtschaftskrimis, ist aber bittere Realität in Ulm und Neu-Ulm: Ein...weiterlesen
Vermisst! Ein Klick mit fatalen Folgen
Ein junges Mädchen aus dem Alb-Donau-Kreis wird vermisst. Die verzweifelten Eltern suchen auf Facebook...weiterlesen
Trauriges Glanzlicht der Woche: Haftbefehl erlassen - Nachtrag der Behörden zum Messerangriff eines 29-Jährigen und den Schüssen der Polizei
Nachtrag in einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei: Nun drei...weiterlesen
Viele Fragen bleiben beim Stellwerksumbau beim Ulmer Hauptbahnhof offen
Der Ulmer Hauptbahnhof ist für eine Woche eine riesige Baustelle. Die Deutsche Bahn nutzt die...weiterlesen
Mutmaßlicher Messerangriff in einer Wohnung - eine 30-Jährige wird schwer verletzt
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Ellwangen und Polizeipräsidium Ulm geben...weiterlesen








