Ulm News, 20.02.2023 12:16
Arbeitslosigkeit in Ulm steigt geringfügig an
Trotz Pandemie und Ukraine-Krieg zeigt sich der Arbeitsmarkt in Ulm und Umgebung stabil. Die Arbeitsmarktdaten sind ein komplexes Thema, das aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden muss.
Gestiegene Arbeitslosenquote zum Jahresbeginn
Bereits im Dezember 2022 meldeten sich 8.057 Menschen in der Agentur für Arbeit Ulm arbeitslos. Dies entspricht einem Anstieg um 634 Personen im Vergleich zum November. Doch auch im Januar stieg diese Zahl um weitere 880 Personen an. Laut eines Presseberichts der Agentur für Arbeit vom 30.01.2023 sei die Arbeitslosenquote im Bezirk Ulm damit um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent angestiegen. Dies entspricht ebenfalls einem Plus von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Gesunkener Personalbedarf & weniger freie Arbeitsstellen Eine Ursache für diesen Anstieg könnte unter anderem in der gesunkenen Nachfrage nach Arbeitskräften liegen, denn gleichzeitig nahm der Stellenbestand um 5,7 % ab. Wie vergangene Jahre zeigen, sind Zahlen wie diese jedoch nicht ungewöhnlich. Besonders zum Ende und zu Beginn des Jahres ist es üblich, dass die Arbeitslosigkeit aufgrund saisonaler und befristeter Stellenangebote steigt, während die Anzahl der Arbeitsstellen zurückgeht. So stieg auch in den Jahren 2018 bis 2020 die Arbeitslosenquote zum Jahreswechsel über 10 % an.
Fluchtmigration sorgt für Anstieg der Arbeitslosenquote
Dementsprechend sei die gestiegene Arbeitslosenquote laut Dr. Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm, kein Grund zur Sorge. Er sieht eine mögliche Ursache für die gestiegenen Zahlen in der aktuellen Fluchtmigration aus der Ukraine. Da Geflüchtete aus der Ukraine seit Juni 2022 einen Anspruch auf Leistungen nach dem Zweiten bzw. Zwölften Sozialgesetzbuch haben, erscheinen auch sie in den Zahlen der Arbeitslosen, sofern sie erwerbsfähig, jedoch arbeitssuchend oder arbeitslos sind.
Dementsprechend wurden in den Jobcentern Ulm, Alb-Donau und Biberach zu Beginn des Jahres 2 941 erwerbsfähige Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit gemeldet, von denen 2 063 arbeitsuchend und 1 186 arbeitslos waren. Dennoch weist Denkmann darauf hin, dass derzeit auch aktuelle Einflüsse wie gestiegene Energiekosten, eine zunehmende Inflationsrate und Materialengpässe zu einem enormen Rückgang der Personalnachfrage seitens der Unternehmen führen.
Weiterhin großer Personalbedarf
Trotzdem befinde sich der Personalbedarf weiterhin auf einem hohen Niveau. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Industrie- und Handwerksgewerbe werden fortlaufend Fachkräfte gesucht und ausgebildet. In der Region Ulm verzeichnen insbesondere die Handwerksbetriebe derzeit viele Neugründungen, sodass auch hier fortlaufend Fachkräfte benötigt werden. Um einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bieten viele Unternehmen unterdessen auch flexiblere Jobs mit der Möglichkeit an, aus dem Homeoffice zu arbeiten. Besonders durch die Umstellung auf die Fernarbeit im Zuge der Corona-Pandemie sind ein Großteil der Firmen bei einem hybriden Modell geblieben.
Einer Studie zufolge haben 88 % der Unternehmen sogar festgestellt, dass sie durch dieses Arbeitsmodell erkennbare Kosteneinsparungen erzielen konnten. Somit wird deutlich, dass der Personalbedarf trotz des aktuell rückläufigen Stellenbestands in den meisten Branchen nach wie vor groß ist. Arbeitssuchende werden daher weiterhin dazu angehalten, die verschiedenen Angebote der Agentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen und sich über aktuelle Stellenangebote zu informieren.




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