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Ulm News, 01.12.2022 14:38

1. December 2022 von Thomas Kießling
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Die Geschichte des Eheringes


Eheringe haben eine lange Tradition und auch heute noch verzichtet kaum ein Brautpaar auf den Schmuck, der in verschiedensten Varianten hergestellt wird. Viele tragen ihren Ehering ein ganzes Leben lang und nehmen ihn nur ganz selten ab. Doch wie kam es eigentlich zu dieser Tradition?

Eheringe in der Antike

Die ersten Eheringe waren, was heute wenig schmeichelhaft erscheint, eine Art Besitzanzeige. In der Antike wurden Trauringe aus Mammutelfenbein, Eisen oder Bronze gefertigt. In seltenen Fällen wurde auch Silber oder Gold verwendet, dies konnten sich aber vermutlich nur sehr reiche Personen leisten. Die Besonderheit: Sie wurden nur von Frauen getragen. Ein Ehering zeigte an, dass die Frau vergeben war und sozusagen schon einem Mann zugehörig. Ob das ihrem Schutz galt, damit sich kein anderer an sie heran machte oder eher einen Besitzanspruch markierte, wird sich heute kaum mehr feststellen lassen.

Eheringe im frühen Mittelalter

Die Tradition des Eheringes war eine beständige, sie setzte sich bis in das Mittelalter fort. Auch im frühen Mittelalter trugen aber zunächst nur die Frauen einen Ehering, weiterhin als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum Mann. Verschenkt wurde der Ehering bereits zur Verlobung, damit unterscheidet er sich von den heutigen Eheringen, die sich vom Verlobungsring unterscheiden. Eine Besonderheit waren damals die sogenannten Zwillingsringe, die irgendwann später im Mittelalter aufkamen. Dabei handelte es sich um zwei identische Ringe, von denen bei der Verlobung einer an den Mann und einer an die Frau ging. Am Tag der Hochzeit bekam die Frau beide Ringe und trug sie fortan als Doppelring. Ob sich der heutige Ringtausch aus diesem Brauch entwickelte, lässt sich heute nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen.

Veränderung der Symbolik im Mittelalter

Während der Ehering bis zum Mittelalter eher ein Eigentum anzeigendes Symbol war, änderte sich diese Sichtweise während des Mittelalters, vermutlich vornehmlich zur Zeit der Minne, in der die Liebe zwischen Mann und Frau romantisiert und stilisiert wurde. Im Spätmittelalter tauchte auch zum ersten Mal die Unterscheidung zwischen einem Verlobungs- und einem Ehering auf. Während der Verlobungsring ein Versprechen beinhaltete, wurde der Trauring zu einem Symbol der Verbindung vor den Augen Gottes. Interessanterweise war der Ehering aber keineswegs eine Erfindung der Kirche, mit deren Zeremonie der Austausch der Ringe heute oft assoziiert wird.

Der Ehering heute

In der heutigen Zeit werden bei fast allen Eheversprechen Ringe getauscht, egal ob nur standesamtlich oder auch kirchlich getraut wird. Die Fülle an Auswahlmöglichkeiten der Designs ist genauso vielfältig, wie die Menschen, die sie sich aussuchen. Ganz selten verzichtet ein Paar auf die traditionellen Ringe. Für alle anderen gehört diese alte Tradition, die wir bis in die Antike zurückverfolgen können, einfach als fester Bestandteil zu einer Hochzeit dazu.



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