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Ulm News, 27.10.2018 12:38

27. Oktober 2018 von Ralf Grimminger
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Gewicht des Ulmer Syrlinstegs falsch berechnet - Arbeiten für Brückenabbau abgebrochen


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Beschreibung: Die Arbeiten am Ulmer Syrlinsteig wurden in der Nacht abgebrochen.

Lizenz: © copyright

Fotograf: Thomas Heckmann

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 Verärgerte Gesichter gab es in der Nacht zum Samstag am Ulmer Syrlinsteg: Der monatelang geplante Austausch der Fußgängerbrücke über die Bahngleise musste gegen halb eins morgens abgebrochen werden. Das Gewicht des Ulmer Syrlinstegs war vom beauftragten Ingenieurbüro offenbar falsch berechnet worden. 
Text/Foto: Thomas Heckmann

Der Vorbereitungsaufwand war immens, denn es musste nicht nur ein Mobilkran mit 350 Tonnen Hubkraft organisiert werden, sondern auch eine Genehmigung von der Bahn eingeholt werden. Das Wochenende war für die Stadt Ulm perfekt, denn die Bahnstrecke Ulm-Stuttgart hat zwei Wochen lang keinen Durchgangsverkehr, nur Regionalzüge und Güterzüge, die in den Ulmer Rangierbahnhof wollen. Jedes Mal, wenn ein Zug vorbei muss, dann müssen die Arbeiten unter der Brücke unterbrochen werden. Die Buslinie 7, die durch die Schwabstraße oberhalb des Syrlinsteg fährt, muss umgeleitet werden. Auf der Schwabstraße war auf voller Breite eine Schutzfolie ausgelegt, auf der die Brücke abgelegt werden soll und transportfertig gemacht wird.
Am Abend begannen Arbeiter mit Presslufthämmern und Trennschleifern, die Brücke von den Auflagen abzutrennen. Löcher sind in die Brücke geschnitten worden, durch die die Hebeketten des Mobilkranes gefädelt werden.
Um 0.20 Uhr passierte der letzte Reisezug vor einer Fahrplanlücke den Steg, auf diesen Zeitpunkt sind die Arbeiten ausgerichtet. Dann sollte die Brücke zuerst an der Südseite mit dem Turm angehoben werden. Und es bewegte sich nichts. Nochmals wurde gehämmert, gesägt, gebohrt und nach einer übersehenen Verankerung gesucht. Die Brücke konnte dann irgendwann ein paar Zentimeter hin- und hergerutscht werden, aber nach oben ging es einfach nicht.
Ein neuer Versuch wurde an der Michelsbergseite gestartet, die Ketten wurden angelegt und angehoben. Als über Funk der Kranführer die Zahlen der Lastanzeige durchgab, kamen Irritationen auf: „Fünfzehn Tonnen, siebzehn Tonnen . . . "
Das passte aber nicht zu den Berechnungen eines extra beauftragten Ingenieurbüros. Vom ursprünglichen Bau im Jahr 1909 und auch von der Sanierung 1974 lagen keine aussagekräftigen Unterlagen mehr vor, daher wurde das Brückengewicht neu berechnet. Mit dem Meterstab wurde nochmals die Brücke gemessen, Zahlen in den Taschenrechner des Smartphones eingetippt, dazu Metergewichte von Stahl und Quadratmetergewichte von Beton.
Das Ergebnis der schnellen Überschlagsrechnung vor Ort: Die Brücke ist wesentlich schwerer als vom Ingenieurbüro vorausberechnet.
Wie es nun weitergeht, war in der Nacht offen, denn nun muss man entweder die Brücke erleichtern durch einen teilweisen Abbau von Seitenteilen und dem Herausstemmen des Betonaufbaus oder es muss ein leistungsstärkerer Mobilkran organisiert werden.
Gerhard Fraidel, Sachgebietsleiter Ingenieurbauwerke bei der Stadt Ulm, war so verärgert über dieses Problem, dass er nicht bis Montag zur Fehlersuche warten wollte. Kurz vor zwei Uhr morgens fuhr er direkt in sein Büro, um die Zahlen des Ingenieurbüros nachzurechnen. Die Problemlösung kann dagegen länger dauern, denn es muss erst wieder eine neue Gleissperrung bei der Bahn beantragt werden, Fahrleitungen müssen abgeschaltet werden.
Wenn es gelingt, die Brücke leichter zu machen, kann am kommenden Samstag ein neuer Versuch gestartet werden, denn an diesem Tag sollte eigentlich die bereitliegende neue Brücke eingesetzt werden. 



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