Ulm News, 13.05.2018 17:38
Tödlicher Unfall nach Panne auf der Autobahn
Am Samstag, gegen 16.40 Uhr, kam es im Baustellenbereich gut einen Kilometer vor der Raststätte Aichen zu einem Unfall, bei dem ein Mann sein Leben verlor.
Text/Foto: Thomas Heckmann
Stundenlang war am Samstagnachmittag die Autobahn 8 zwischen Merklingen und Ulm-West nach einem schweren Verkehrsunfall blockiert. Gegen 16.40 Uhr kam es im Baustellenbereich gut einen Kilometer vor der Raststätte Aichen zu einem Unfall, bei dem ein Mann sein Leben verlor. Nach dem ersten Angaben der Polizei blieb der Fiat eines 66-jähriger Mannes wegen einer Panne liegen. Plötzlich quoll starker Rauch aus dem Pannenfahrzeug. Der Rauch nahm dem 31-jährigen Fahrer eines Kleinbusses die Sicht und er prallte gegen das Heck des Fiat. Der Fiat-Fahrer stand zu diesem Zeitpunkt hinter seinem Wagen und wurde zwischen den beiden Autos eingeklemmt. Dadurch erlitt der 66-Jährige so schwere Verletzungen, dass er trotz Wiederbelebungsversuchen von Ersthelfern und Notarzt noch an der Unfallstelle verstarb. Durch den Unfall war die Baustelle in Richtung München blockiert, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge mussten sich mühsam zur Unfallstelle vorkämpfen. Teilweise mussten Feuerwehrleute aus den Löschfahrzeugen aussteigen und den Autofahrern mit Anweisungen beim Rangieren in der engen Baustelle helfen. Durch zu dichtes Auffahren im Stau blieb oft kein Platz mehr, um versetzt anzuhalten und damit eine Rettungsgasse zu bilden. Um den genauen Unfallhergang ermitteln zu können, wurden aus einem Polizeihubschrauber Luftbilder gemacht. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft war ein Unfallanalytiker vor Ort. Der Kleinbus gehörte zu einer Gruppe mehrerer österreichischer Feuerwehrfahrzeuge. Die Mannschaften waren auf der Heimreise von einer Ausbildung. Für die Unfallzeugen und Ersthelfer wurden mehrere Notfallseelsorger alarmiert. Die Feuerwehr Merklingen betreute ihre Kameraden im Feuerwehrgerätehaus. Der oberste baden-württembergische Feuerwehrmann, Ministerialdirigent Prof. Hermann Schröder, erkundigte sich telefonisch bei der Einsatzleitung vor Ort nach den österreichischen Feuerwehrkameraden und sagte Unterstützung zu. Der Bezirksbrandmeister Siegfried Hollstein vom Regierungspräsidium Tübingen kam nach Merklingen, um die Kameraden persönlich zu betreuen. Gegen 22 Uhr konnten die österreichischen Feuerwehrleute dann die Weiterreise antreten. Für Verärgerung bei Polizei und Feuerwehr sorgte das Verhalten zahlreicher Autofahrer im Gegenverkehr, die den Unfall mit dem Handy filmen mussten. Durch Gaffer-Bremsungen kam es immer wieder zu Beinahe-Unfällen, Krönung war eine Gruppe junger Männer in einem Mercedes, die auf der Gegenfahrbahn eine Panne simulierten, um optimalen Blick auf die Rettungsmaßnahmen zu haben. Eine Polizistin erstellte mehrere Anzeigen gegen unvernünftige Autofahrer. Wegen der Enge der Baustelle konnten die Abschleppwagen nur entgegen der Fahrtrichtung die Unfallstelle erreichen, den letzten Kilometer mussten die Abschlepper im Rückwärtsgang zurücklegen, da ein Wenden an der Unfallstelle nicht möglich war. Gegen 20 Uhr war die Unfallstelle geräumt. Den entstandenen Sachschaden gibt die Polizei mit rund 13.000 Euro an. Für die weiteren Ermittlungen zum Unfallablauf und zur Stärke der Rauchentwicklung sucht die Polizei noch weitere Zeugen, die bitte mit dem Unfallaufnahmedienst der Verkehrspolizei in Mühlhausen (Telefon 07335/9626-0) Kontakt aufnehmen sollen. Text/Foto: Thomas HeckmannText/Foto: Thomas Heckmann




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