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Ulm News, 05.03.2015 10:35

5. March 2015 von Thomas Kießling
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Zukunftsthema Fachkräftesicherung: Den Mittelstand in der Region sensibilisieren und informieren


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 In Vorträgen, Workshops und in einer Diskussionsrunde konnten sich Unternehmensvertreter beim ersten Forum „Fachkräfte für den Mittelstand“ im Haus der Wirtschaft informieren. Die von der Agentur für Arbeit Ulm, der Handwerksammer Ulm, Südwestmetall und der Industrie- und Handelskammer Ulm gemeinsam durchgeführte Veranstaltung ermöglichte einen Erfahrungsaustausch über praktische Ansätze zur Lösung des Fachkräftemangels. 

„Während die Region Ulm - Oberschwaben zu den dynamischsten Wirtschaftsregionen in der Europäischen Union zählt, wird die künftige Wettbewerbsfähigkeit wesentlich davon abhängen, ob es gelingt, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden", formulierte IHK-Vizepräsident Johannes Remmele die Herausforderung für die regionale Wirtschaft.

Allein die politischen Rahmenbedingungen haben jedoch erhebliche Auswirkungen auf die regionalen Entwicklungen. IHK-Vizepräsident Johannes Remmele kritisierte die bundespolitischen Entscheidungen wie die Rente mit 63, die die angespannte Situation noch verschärfen. Nur im Zusammenspiel zwischen politischen Rahmenbedingungen und dem Engagement der regionalen Partner sei eine funktionierende Strategie zur langfristigen Fachkräftegewinnung und -sicherung möglich, so der IHK-Vizepräsident.

Im Rahmen des Forums berichteten Unternehmer, Personalverantwortliche und weitere Experten in sieben Fachforen über ihre konkreten Erfahrungen und Erkenntnisse zu verschiedenen Möglichkeiten der Fachkräftesicherung.

Kai Gramke, Bereichsleiter der BAK Basel Economics AG, spannte in seinem Impulsvortrag den Bogen von Fakten und Mythen zum Fachkräftemangel bis hin zu den Strategien und rät: "Den perfekt auf die Bedürfnisse des Unternehmens hin ausgebildeten Spezialisten wird man nicht finden. Unternehmen müssen deshalb bei der Suche nach Fachkräften flexibler werden und die Kandidaten nicht nur auf ihre reine formale Qualifikation reduzieren."  

Guido Rebstock, Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, erläuterte die Arbeit der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg und unterstrich die Wichtigkeit der regionalen Aktivitäten: "Das Fachkräftebündnis Ulm/Oberschwaben zeigt mit dem Fachkräfteforum vorbildlich, wie das Thema Fachkräftesicherung auf regionaler Ebene mit Leben gefüllt werden kann. Das ist im wirtschaftsstarken Baden-Württemberg besonders wichtig, denn schon jetzt gibt es in bestimmten Berufen einen Fachkräftemangel. Ohne Gegenmaßnahmen würde der demografische Wandel dazu führen, dass sich dieser Mangel ausweitet. Deshalb haben wir schon im November 2011 auf Landesebene die Allianz für Fachkräfte geschmiedet und in den vergangenen zwei Jahren überall im Land regionale Fachkräfteallianzen initiiert."

Den Abschluss des ersten Forums bildete eine von IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle moderierte Diskussion mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft. In der Diskussion hob Peter Rasmussen, Leiter der Agentur für Arbeit Ulm, hervor: „Um den Fachkräftebedarf zu sichern, sollten wir zum einen eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren anstreben, zum anderen den Migranten eine Chance bieten, die insbesondere aufgrund nicht anerkannter ausländischer Abschlüsse in Deutschland arbeitslos sind. Generell müssen wir offen für ausländische Arbeitskräfte sein, vor allem in Engpassberufen“. Franz Manz, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ulm, zeigte sich zuversichtlich: „Das Handwerk verzeichnet bereits heute wieder positive Ausbildungszahlen – trotz der Demografie und eines härteren Wettbewerbs um gute Köpfe. Wir werden uns weiter vielfältig engagieren, auch im Bereich der Flüchtlinge. Unsere Erfahrungen aus der Beratung türkischer und südeuropäischer Jugendlicher nutzen der ganzen Region.“

„Fachkräftemangel trifft den Mittelstand früher und härter. Das Forum hat hier gute Anregungen gegeben, wie mittelständische Unternehmen mit vertretbarem Aufwand Ansätze ausprobieren können, wie sie den Fachkräftemangel decken können", fasste Götz Maier, Geschäftsführer der Ulmer Bezirksgruppe von Südwestmetall, den Nachmittag zusammen. 



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