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Ulm News, 11.07.2012 15:40

11. Juli 2012 von Thomas Kießling
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Jahresbegegnung der Handwerkskammer Ulm in Laupheim - Waigel: Handwerk kann Chancen nutzen - Gindele: Jugend für das Handwerk begeistern


Erneut hat die Jahresbegegnung der Handwerkskammer Ulm, in diesem Jahr in Laupheim, ein Forum des Gedankenaustausches zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geboten. Dabei standen verschiedene Schwerpunktthemen und Gastredner Dr. Theo Waigel, Bundesfinanzminister a.D., im Mittelpunkt der stimmungsvollen Veranstaltung im Kulturzentrum Schloss Großlaupheim.

 Der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Anton Gindele, betonte in seiner Rede, dass das Jahr 2012 geprägt sei von noch überwiegend guten Perspektiven mit gut gefüllten Auftragsbüchern: „Auch die Aussicht für das Gesamtjahr darf uns positiv stimmen. Bei uns im Handwerk, in der Wirtschaftsmacht von nebenan, stimmt es, und wir leisten für die Wirtschaft im Lande und in der Region einen wesentlichen Bestandteil zum Beispiel für die Finanzen der Kommunen und den wirtschaftlichen Wohlstand von uns allen“, sagte Gindele. Kritische Geister fragten sich mittlerweile allerdings zu Recht, so Gindele, wie lange Deutschland noch auf einer konjunkturellen Insel leben dürfe, ohne von der Finanzkrise anderer Länder betroffen zu werden. Gindele unterstrich, dass auch zehn Prozent der Handwerksbetriebe ins Ausland exportierten und nicht nur deshalb besorgt auf die Eurokrise schauten. Antworten dazu gab es von Dr. Theo Waigel, von 1989 bis 1998 Bundesfinanzminister, der in seiner Rede auf die mangelnde Kommunikation zwischen den Mitgliedsstaaten, vor allem nach den Gipfeln, hinwies. „Es muss bei den Bürgerinnen und Bürgern Vertrauen für Europa geschaffen werden, dazu gehört auch, dass Entscheidungen mit einer Stimme ausgesprochen werden“, sagte Waigel. Er sprach sich im Falle der Eurorettungsfonds dafür aus, den bedrohten Länder nur finanzielle Mittel zu geben, die klar bemessen und wieder eingefordert werden könnten. „Die Konditionen müssen klar benannt werden“, sagte Waigel, „am Beispiel Griechenland darf es dabei auch nur Hilfe zur Selbsthilfe geben, mehr nicht.“ Den Kurs von Bundeskanzlerin Merkel unterstützte Waigel nachdrücklich und mahnte zur Einheit im Euroraum. „Wo wären unsere Zinsen, wenn wir nicht eine Währung hätten – wo wären etwa die Zinsen in Italien, wenn diese wieder die Lira einführen würden.“ Dadurch profitiere auch die deutsche Wirtschaft, allen voran die Handwerker, die bezahlbare Dienstleistung anbieten und bezahlbare Kredite erhalten könnten. Im gleichen Maße gelte dies für die Verbraucher, wenn diese etwa beim Sanieren der Häuser auf die Handwerksbetriebe zurückgriffen. Anton Gindele unterstrich, dass gerade das Beispiel Energiewende nicht ohne das Handwerk zu machen sei. „Es funktioniert keine PV-Anlage, kein Elektroauto ohne das Handwerk, wir sind bestens vertreten“, unterstrich Gindele. Ob dies auch für die Berufsschulen gelte, sei nicht mehr sicher. „Wir stellen fest, dass dieses Schulen an Lehrerknappheit leiden und niemand etwas dagegen tut. Hier haben wir vom Handwerk große Sorge, dass unser Land an der beruflichen Bildung vorbei läuft“, sagte Gindele. Der Handwerkspräsident, dessen Kammerbezirk von der Jagst bis zum Bodensee verläuft und die Größe des Saarlands einnimmt, gab seinen zahlreichen anwesenden Vorstandskollegen zu verstehen, dass man sich um den Nachwuchs fürs Handwerk intensiv bemühen müsse. „Bei uns gibt es eine gute Zukunft für jeden, und jeder der sich selbst verwirklichen will, ist ebenfalls bei uns gut dran“, sagte Gindele. Anton Gindele, der in Horgenzell bei Ravensburg zusammen mit seinem Bruder einen mittelständischen Schreinerbetrieb innehat, wurde vom Präsidenten des Baden-Württembergischen Handwerkstages, Joachim Möhrle, für seine jahrzehntelangen Verdienste ums Handwerk mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Landrat Dr. Heiko Schmid (Landkreis Biberach) sowie Laupheims Bürgerme ister Rainer Kapellen betonten, dass dem Handwerk eine wichtige wirtschaftliche Rolle in der Region zukomme und der Landkreis wie die Stadt stolz auf die vielen Handwerksbetriebe sind. Abgerundet wurde der Abend durch die erstklassige musikalische Untermalung des Ensembles Animando. Zum Kammerbezirk der Handwerkskammer Ulm vom Jagst bis zum Bodensee gehören rund 18.000 Handwerksbetriebe mit 100.000 Mitarbeitern, darunter 8.000 Auszubildende. Die Betriebe erwirtschaften jährlich einen Gesamtumsatz von 8 Milliarden Euro.



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