Ulm News, 18.03.2025 16:37
Wo können Kryptowährungen verwendet werden?
Es ist nicht lange her, dass in der deutschen Bevölkerung Kryptowährungen gegenüber eine allgemeine Skepsis herrschte - auch in der Region Ulm. Bitcoin und Co. wirkten wie moderne Internet-Phänomena, die sich in der modernen Geschäftswelt nie durchsetzen würden. Heute sieht das allerdings schon ganz anders aus.
Was zunächst als Nischenprodukt entstand, hat sich in den letzten Jahren zu einer anerkannten Zahlungsform entwickelt und wurde in dem ein oder anderen Land sogar als offizielle Währung akzeptiert. Doch wo kann man seine Kryptowährungen heute einsetzen und spielen sie eine Rolle in Ulm? Diese Frage klärt der folgende Artikel.
Etwa 420 Millionen Menschen sollen weltweit bereits Kryptowährungen besitzen. Dass sie die merkwürdige Leidenschaft ein paar weniger sein soll, ist also keinesfalls mehr glaubwürdig. Der Markt hat sich aber nicht nur vergrößert, sondern als vielfältig herausgestellt. Im Jahr 2009 war Bitcoin die erste Kryptowährung, doch heute gibt e mehr als 10.000 verschiedene Coins und Tokens. Und trotzdem zahlt man mit ihnen in der Regel nicht an der Supermarktkasse. Wo genau kann man bereits mit Krypto bezahlen?
E-Commerce und der Einzelhandel im Netz
Im Internet kann man vielerorts bereits mit Kryptowährungen bezahlen. Microsoft, Shopify, Overstock, Newegg und Rakuten gelten in diesem Bereich als Vorreiter, aber auch Paypal und Stripe haben sich bereits auf den Weg gemacht, die Kryptowährungen in ihre Systeme zu integrieren. Seitdem ermöglichen auch sie die Zahlung mit Bitcoin, Ethereum und vergleichbaren Coins. Für die Händler bedeutet das, dass sie die unbeliebten Gebühren vermeiden, die bei jeder Transaktion mit einer Kreditkarte entstehen.
Während bei den üblichen Zahlungsmitteln Gebühren von 2 % - 4 % anfallen, belaufen sich die Kosten für Kryptozahlungen auf lediglich 1 % - 2 %. Außerdem sind internationale Zahlungen schneller, da eben keine Verarbeitung auf Seiten der Bank nötig ist. In den USA scheinen sich die Zahlungen mit Kryptowährungen schon jetzt durchzusetzen. Etwa 75 % der US-Händler will Kryptozahlungen in den nächsten zwei Jahren umsetzen und akzeptieren, weil die Kryptowährungen Prognose positiv sind, doch auch in Ulm ist nach und nach ein Wandel zu erwarten.
Reisen und Tourismus
Die Reise- und Tourismusbranche gehört schon seit einiger Zeit zu den Vorreitern der Akzeptanz der Kryptowährungen. Immer mehr Unternehmen ermöglichen die Zahlungen mit Bitcoin, Ethereum und anderen digitalen Währungen. Auf diese Art und Weise sprechen sie internationale Reisende an und senken ganz nebenbei die Transaktionsgebühren.
Mehrere Fluggesellschaften, zu denen AirBaltic, CheapAir und LOT Polish Airlines gehören, akzeptieren schon heute Kryptowährungen für den Kauf von Tickets. Das bietet Reisenden den Vorteil, Probleme mit Wechselkursen zu vermeiden und Zahlungen direkt aus einer Krypto-Wallet durchzuführen. Auch Reiseportale wie Travala und teilweise auch Expedia integrieren Krypto-Zahlungen nach und nach. Dabei verzeichnen sie steigende Nutzerzahlen: Travala meldete 2023, dass 72 % der Transaktionen mit Bitcoin, Binance Coin (BNB) oder Ethereum abgewickelt wurden - beeindruckende Zahlen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wären.
Auch in der Hotellerie gewinnen Kryptowährungen an Bedeutung. Luxushotels in Dubai, Singapur und der Schweiz akzeptieren digitale Währungen, während Resorts wie Soneva auf den Maldiven und in Thailand Bitcoin und Ethereum als Zahlungsmittel für Aufenthalte und Dienstleistungen zulassen. Carsharing-Dienste und Transportanbieter testen ebenfalls Blockchain-basierte Zahlungsmodelle. Tesla ermöglichte zeitweise Bitcoin-Zahlungen für Fahrzeuge und könnte diese Option in der Zukunft wieder aufnehmen. Ob diese Veränderungen auch in Ulm spürbar sein werden, wird sich mit der Zeit zeigen.
Häuser und Immobilien
Tatsächlich zählt auch der Immobilienmarkt zu den Branchen, in denen Kryptowährungen immer mehr als Zahlungsmittel genutzt werden. Vor allem in Luxusimmobilienmärkten wie Miami, Los Angeles, Dubai und Portugal wurden bereits mehrere hochpreisige Objekte mit Bitcoin und Ethereum bezahlt. Ein Beispiel ist der Verkauf einer Wohnung in Miami für 22,5 Millionen Dollar in Bitcoin im Jahr 2023.
Neben direkten Krypto-Transaktionen gewinnt auch die Tokenisierung von Immobilien an Bedeutung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mit Plattformen wie Propy, RealT und Harbor abgewickelt wird und es Investoren ermöglicht, Anteile an Immobilien in Form von Blockchain-basierten Token zu erwerben. Das erleichtert den Zugang zum Markt, da ein Anleger nicht mehr gleich eine ganze Immobilie kaufen müssen, sondern stattdessen nur einen Bruchteil der Immobilien erwerben kann. Laut einer Studie von CBRE (2023) könnte die Tokenisierung die Liquidität im Immobilienmarkt erheblich steigern und die herkömmlichen Kaufprozesse beschleunigen.
Trotz der Vorteile stehen Krypto-Transaktionen in der Immobilienbranche vor Herausforderungen. Steuerliche und regulatorische Fragen sind in vielen Ländern noch ungeklärt, und nicht überall sind Kryptozahlungen für Immobilien erlaubt – in China beispielsweise sind solche Transaktionen verboten. Trotzdem sehen viele Experten ein großes Potenzial in diesem Bereich. Michael Saylor, der Mitbegründer von MicroStrategy ist, betont: „Bitcoin wird die Art und Weise verändern, wie wir Immobilien kaufen und verkaufen.“ In Zukunft könnten digitale Währungen eine noch größere Rolle in der globalen Immobilienbranche spielen.
Ein Blick in die Zukunft
Diese und weitere Sektoren des modernen Lebens werden also schon nachhaltig von der Technologie der Kryptowährungen beeinflusst. Während der Online-Handel, Tourismus und Immobilienmarkt digitale Währungen zunehmend als Zahlungsmittel integrieren, zeigen andere Branchen noch mehr Potenzial. In Zukunft könnten Gehälter in Bitcoin oder Ethereum ausgezahltwerden und Krankenhäuser und Versicherungen könnten Blockchain-basierte Abrechnungssysteme nutzen. Die modernen Smart Contracts könnten außerdem traditionelle Vertragsmodelle ersetzen.
Darüber hinaus arbeiten viele Zentralbanken an eigenen digitalen Währungen (CBDCs), die mit Kryptowährungen konkurrieren wollen und sie womöglich sogar vollkommen ersetzen. Die Regulierung der Regierungen wird dabei eine entscheidende Rolle spielen, um Rechtssicherheit zu schaffen und das Risiko des Betrugs zu minimieren. Experten wie Elon Musk betonen: „Krypto wird in den kommenden Jahrzehnten eine entscheidende Rolle in der globalen Wirtschaft spielen.“ Die Entwicklung bleibt also dynamisch – und Kryptowährungen könnten bald zu einem festen Bestandteil der alltäglichen Zahlungen werden.





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