Ulm News, 23.03.2025 17:00
Ein Glanzlicht der Woche, ach was des Jahres: A 8-Albaufstieg kommt jetzt – Nadelöhr passé - Millionen Touristen können aufatmen – alte Strecke Drackensteiner Hang wird zum Radweg
Das ist ja ein Ding, nach dem Ampel-Aus kommen die Projekte nun ins Laufen:- das Baurecht für neuen A8-Albaufstieg ist nur erteilt worden – die Autobahn GmbH des Bundes startet mit dem größten Infrastrukturprojekts in Baden-Württemberg, mit dem Ausbau der A 8 am Albaufstieg. Nun beginnen die europaweiten Ausschreibungen der Arbeiten. Baubeginn und Bau-Ende stehen deshalb noch nicht nicht genau fest. Die Kosten schon: sie sollen 900 Mio. Euro betragen.
Siehe Fotos und einen durchaus spektakulären Animations-Film zum Projekt
(der auf ulm-news-Intervention nun auf jedem Rechner läuft)
Nach Auskunft der Planfeststellungsbehörde im Regierungspräsidium Stuttgart sind beim Bundesverwaltungsgericht keine Klagen gegen den am 18.12.2024 erteilten Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt eingegangen.
Die Klagefrist lief am 04.03.2025 ab. Mit dem Planfeststellungsbeschluss verfügt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest über die öffentlich-rechtliche Baugenehmigung für den Ausbau des Albaufstiegs. Er beinhaltet den verbindlichen Rahmen des Ausbauprojekts. Aus genehmigungsrechtlicher Sicht steht einer Umsetzung des Projekts nun nichts mehr im Wege.
Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Eine leistungsfähige Infrastruktur ist von zentraler Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Ich freue mich deshalb, dass nun Baurecht für das größte Infrastrukturprojekt Baden-Württembergs besteht. Mit dem neuen Albaufstieg kann die letzte Lücke im sechsstreifigen Ausbau der A8 zwischen Karlsruhe und München geschlossen werden. Nun kann die Autobahn GmbH mit den vorbereitenden Arbeiten zum Bau beginnen. Entscheidend für die künftige Umsetzung der Maßnahme wird insbesondere auch die Sicherung der erforderlichen Finanzierung aus dem Bundeshaushalt sein. “
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes: „Das ist ein guter Tag für die Region und weit darüber hinaus. Denn die A8 hat nicht nur eine zentrale Bedeutung im nationalen und europäischen Fernverkehr, sondern ist auch eine wichtige Lebensader für die regionale Wirtschaft und die Bevölkerung. Ihr Ausbau wird daher dringend erwartet und bringt zahlreiche Vorteile mit sich, darunter eine verbesserte Verkehrssicherheit und eine Entlastung der bestehenden Infrastruktur.“
Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest: „Mit Erteilung des Baurechts beginnt nun die Bauvorbereitungsphase. Diese dauert ungefähr zwei Jahre. Danach erfolgt die europaweite Ausschreibung der Hauptbaumaßnahme. Unter der Voraussetzung, dass die notwendigen externen Fachkräfte, wie Ingenieurbüros und Bauunternehmen, bedarfsgerecht zur Verfügung stehen, kann nach erfolgreicher Vergabe der Baustart erfolgen.“
Zur Visualisierung des geplanten Ausbauprojekts bietet die Autobahn GmbH auf ihrer Website einen Film an: www.autobahn.de/a8-albaufstieg
Die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest
Die rund 1.000 MitarbeiterInnen der Autobahn GmbH im Südwesten planen, bauen und betreiben rund 1.050 Autobahnkilometer. www.autobahn.de/suedwest
Bildunterschrift:
Der zukünftige Streckenverlauf der A8 zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt als Animation. Quelle: Autobahn GmbH Niederlassung Südwest
Daten & Fakten
Gesamtlänge
ca. 7,6 km (3,8 km kürzer als die alte Strecke)
Neigung
Maximale Neigung: 3,5% (Alte Strecke: 6,3%)
Neubau von zwei Tunnel
„Himmelsschleife“ (1.200 m) / „Drackenstein“ (1.700 m)
Neubau von zwei Brücken
Filstalbrücke (800 m) / Gosbachtalbrücke (470 m)
Geschichte und Projekt
Die Strecke auf der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt, der sogenannte Albaufstieg, ist eine Besonderheit. An der Anschlussstelle Mühlhausen teilen sich die Richtungsfahrbahnen zur Hochfläche der Schwäbischen Alb. Die getrennten, bis zu zwei Kilometer voneinander entfernten Trassen mit je zwei Fahrspuren überwinden auf rund 12 Kilometern eine Höhendifferenz von 230 Metern. Diese Teilung der Richtungsfahrbahnen war nötig, weil es beim Bau 1936 bis 1942 nicht möglich war, eine vierspurige Autobahn an nur einem Berghang entlangzuführen. Zeitweise gab es sogar Planungen, beide Trassen übereinander zu führen, was aber aus Kostengründen und wegen der landschaftlichen Einschnitte wieder verworfen wurde.
Das Projekt
Der Ausbau des Albaufstiegs ist aus verschiedenen Gründen eine bedeutende Maßnahme: Die alte zweistreifige Strecke ohne Standstreifen ist schon lange an ihre Kapazitätsgrenze gekommen. Eine partielle Sanierung ist aufgrund des Alters, der speziellen Topografie des Geländes und der Bedeutung der A8 im europäischen Fern- und Urlaubsverkehr weder sinnvoll noch möglich.
Die neue Autobahn sieht drei Fahrstreifen pro Richtung zuzüglich Standstreifen vor. Die Strecke wird durch zwei Tunnel und zwei Brücken um 3,8 km kürzer und flacher als bisher. Die Längsneigung beträgt maximal 3,5 % statt 6,3 %, hat also um einiges weniger Steigung bzw. Gefälle. Das bedeutet höhere Verkehrssicherheit, weniger Staus, weniger Lärm und weniger Emissionen. Damit leistet die neue Streckenführung auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Der Ausblick: Ausbau Albaufstieg
Abstieg wird Radweg – Aufstieg Landesstraße
Ein Teil der alten Trasse wird zurückgebaut, also entsiegelt, und begrünt. Die alte Aufstiegsstrecke wird mit Gegenverkehr als Landesstraße für den Verkehr und als Ausweichstrecke erhalten bleiben. Die alte Richtungsfahrbahn hinab nach Stuttgart dagegen soll zum Landesradweg werden. Ein touristisches Highlight!





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