Ulm News, 03.10.2024 11:38
Erfrischend offen: Grünen-Bundesvositzende Ricarda Lang im Stadthaus in Ulm


Beschreibung: Ricarda Lang, die 30-jährige Noch-Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sprach beim Südwest Presse forum am Dienstagabend im vollbesetzten Stadthaus in Ulm erfrischend offen und klar über Ampel, Niederlagen und die aktuelle
Fotograf: Ralf Grimminger/Ulmer Pressedienst

Ricarda Lang, die 30-jährige Noch-Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sprach beim Südwest Presse forum am Dienstagabend im vollbesetzten Stadthaus in Ulm erfrischend offen und klar über Ampel, Niederlagen und die aktuelle politische Stimmung im Land. Es gab viel Beifall für den Auftritt der jungen Spitzenpolitikerin, die trotz ihres Rücktritts vor wenigen Tagen den Termin in Ulm selbstverständlich wahrgenommen hatte.
SWP-Chefredakteur Urlich Becker zollte Ricarda Lang großes Lob dafür, dass sie trotz Rückrtitt zum lange zuvor vereinbarten Interview nach Ulm gekommen war. Das sahen auch viele Besucherinnen und Besucher im Stadthaus so, die die 30-Jährige mit langanhaltendem, wohlwollendem Beifall begrüßten. Ricarda Lang, die im Saal von Sicherheitsbeamten begleitet und vor dem Stadthaus von Polizeibeamten bewacht wurde, bedankte sich für den freundlichen Empfang mit einem lockeren, erfrischend offenen Auftritt. "Es ist niemand gestorben. Ich bin nur zurückgetreten", sagte sie anfangs lachend. Der Rücktritt der Vorsitzenden, der für die Partei notwendig und wichtig war, sei ihr schwer gefallen, aber die Konsequenz für die verlorenen Wahlen der letzten Monate gewesen. Doe Partei der Grünen brauche neue Impulse, um sich für die nächsten Wahlen gut aufzustellen, antwortete sie auf die Frage der stellvertretenden SWP-Chefredakteurin Judith Conrady.
Im Übrigen sei sie nicht auf Aufforderung von Robert habeck zurückgetreten, sondern aufgrund eigener Überlegung und Entscheidung. Auch sei ihre potentielle Nachfolgerin Franziska Brantner "nicht das Sprachrohr von Robert Habeck".
Warum die Grünen trotz der guten und für die Zukunft wichtigen Projekte, Beschlüsse und Entscheidungen damit nicht beim Wähler ankommen und landen, fragte Urlich Becker. Eine schlüssige Antwort hatte auch Ricarda Lang nicht parat.
Da es in der Politik immer auch um Köpfe oder Namen gehe, wäre es ihrer Meinung nach wichtig gewesen, wenn es innerhalb der Ampel-Regierung an einigen Positionen zu eine Neuaufstellung gekommen wäre. Das sei aber nicht geschehen.
Die Ampel-Regierung hält die junge Spitzenpolitikerin nach wie vor für stabil. So stabil, dass sie bis zu den nächsten Bundestagswahl weiter zusammenarbeitet. "Aber ich war da schon mal sicherer", sagte sie nach kurzem Zögern.
Angesprochen auf die Rolle der so genannten Sozialen Medien, in denen sie auch ganz persönlich mit Hass, Beleidigungen und Drohungen angegangen wird wie kein anderer Politiker, forderte sie mehr Kontrolle. "Wenn ich in einer Sekunde eine Fake-nachricht erkenne, dann können das Instagram, Telegram, Tiktok, Facebook und X auch". Diese großen Konzerne müssten dazu gedrängt werden, falsche, für unsere Gesellschaft gefährliche Informationen schnell zu entfernen.
Vielleicht nach dem Rücktritt etwas freier, ohne jedes Wort auf die mediale Goldwaage legen zu müssen, aber immer auf den Punkt, berichtete sie ehrlich und locker flockig und durchweg unterhaltsam vom Berliner Politbetrieb, ihren persönlichen, guten Kontakten zu den politischen Gegnern. Nur mit dem bayerischen Ministerpräsdienten Markus Söder hat sie so ihre Probleme. Ihren Äußerungen war zu entnehmen, dass sie Söders Aussagen - er nannte sie jünsgt ein "Bauernopfer und hat sie in der Vergangenheit persönlich unter der Gürtellinie attackiert - nicht sonderlich ernst nimmt. Sie bescheinigte - unter großem Beifall - dem Bayer auch trocken, dass er einfach "keinen Anstand" hat. .
Ricarda Lang bleibt der grünen Politik in Berlin erhalten. Sie ist grüne Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Backnang/Schwäbisch Gmünd. Bei der nächsten Wahl werde sie sich noch einmal um ein Bundestagsmandat bewerben. Nun habe sie wieder mehr Zeit für ihren Wahlkreis, sagte Lang, die im Sommer geheiratet hat und ohne den Stressjob als Bundesvorsitzende jetzt sogar über die Familienplanung genauer nachdenken könne.
Text/Fotos für ulm-news: Ralf Grimminger







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