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Ulm News, 03.09.2024 23:40

3. September 2024 von Thomas Kießling
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25 000 Fans feiern erneut die Band "Böhse Onkelz" in Neu-Ulm


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Beschreibung: Die Band Böhse Onkelz spielt am Montagabend ihr erste von zwei ausverkauften Konzerten in Neu-Ulm.

Fotograf: Ralf Grimminger

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Auch das zwei ausverkauften Konzert der "Böhse Onkelz" in Neu-Ulm ging am Dienstagabend vor erneut 25 000 Fans stimmungsvoll über die Bühne. Zu dem weitgehend unspektakulären Gastspiel der erfolgreichen Hardrockband aus Frankfurt waren Fans aus ganz Süddeutschland an die Donau gereist. Die insgesamt 50 000 Tickets für die zwei Neu-Ulmer Konzerte waren im Vorverkauf innerhalb weniger Stunden ausverkauft. 

Das befürchtete Verkehrchaos in Ulm und Neu-Ulm blieb aus. Beim Gastspiel von Peter Fox am vergangenen Mittwoch mit 20 000 Fans war es noch zu schweren Verkehrsproblemen in Ulm und Neu-Ulm gekommen. Am Montagabend zum Konzert der "Böhsen Onkelz" lief dagegen dank vermehrter Radiohinweise und besserer Ausschilderung zu den Auffangparkplätzen alles glatt.  Viele auswärtige "Onkelz"-Fans reisten frühzeitig an oder nächtigten in den Hotels der Doppelstadt, die für Montag und Dienstag happige Preise aufriefen.

Auf dem Open Air-Gelände, dem Wiley Sportpark, konnnten die Fans T-Shirts in zigtausendfacher Ausfertigung erwerben und an den vielen Getränkeständen vorglühen. Auf dem Gelände dominierten männliche Rockfans und die Farbe schwarz, der Farbe der T-Shirts der "Onkelz".  

Die Band existiert seit 44 Jahren. Seit dem Album "Viva los Tioz" aus dem Jahr  1998 erreichten sechs Studioalben der Band in Folge Platz eins der deutsche Charts. Die Band, die in Ulm über eine Agentur geschäftliche Kontakte in der Münsterstadt hat und zu einem Rechtsanwalt aus Bayerisch- Schwaben engen Kontakt hält, ist ebenso erfolgreich wie umstritten. Das erste Album "Der Nette Mann" im Jahr 1984 wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften auf den Index gesetzt. Die Platte enthält rechte, gewaltverherrlichende und sexistische Lieder. 

Von allzu rechtem Gedankengut hat sich die Band, die sich gern als "Stachel im Arsch der Nation" auf ihrem Feldzug gegen das Establishment sieht,  inzwischen mehrfach distanziert. Gesungen wird aber nach wie vor das Lied vom Leben, das hart und ungerecht ist, vom Staat, der die Entrechteten, die Normalen, also die Onkelz-Fans, betrügt, von und gegen die Antifa, von Medien, die manipulieren und lügen und vom harten Leben und wirklich echter Freundschaft. Band und Fans als Opfer, die von der Welt verstoßen sind und nicht verstanden werden. Das kommt an, zumindest beim Publikum  auf dem Platz, das die Band, deren einfachen Hardrock und Botschaften ohne Wenn und Aber geradezu huldigt. 
Der Sportpark wurde aber nicht ganz zum dumpfen Jammertal. Denn es wurde natürlich auch gesungen und gefeiert: Der Bierumsatz dürfte in dieser lauen Nacht mit den "Böhsen Onkelz" und deren Fans  für die örtliche Ulmer Brauerei sehr zufriedenstellend gewesen sein und viele Zuhörer waren gezeichnet vom langen Tag.    

Um 20.30 Uhr begann die Band, die geschickt mit ihrem Proll- und Underdogimage und Andersein spielt und auf der anderen Seite mit großen Konzerten und cleverem  Merchandising ein großes Millionenvermögen erwirtschaft, mit mit einem gewaltigen Wumms und Glitterregen das über zweistündige Konzert mit fast 30 Songs. Die Band mit Sänger Kevin Russell begrüßte die Fans mit den Liedern  "Guten Tag" und "Scheißegal". Anständig laut.  Mit "Gehasst, verdammt, vergöttert" besangen sich die "Böhsen Onkelz" selbst und schoben ein "Danke für nichts" nach. 

Bandchef, Texter und Komponist Stephan Weidner erklärte dann, dass Depressionen und Ängste "von außen kommen" und stimmte das Lied "Das Problem bist du" an. Es folgten BO-Hits wie "Stunde des Siegers", "Gestern war heute noch morgen", "Wir schreiben Geschichte", "Wir ziehen mit den Wölfen" und "Ohne mich", deutlich gegen die Antifa ("Ihr seid blinder als blind,   Pseudomoralisten, Dumm und ignorant,nicht besser als Faschisten"). Mit dem Song "H" erinnerte Kevin Russell, der im Rausch zwei schwere Autounfälle mit Schwerverletzten verursacht hat, Fahrflucht begang und deswegen eine Gefängnisstrafe erhielt an seine frühere Drogenabhängigkeit. "Ich bin seit 13 Jahren clean. Keine Droge ist geiler als das Leben"), sagte der Sänger unter Applaus. 

Das Programm wurde immer wieder unterbrochen durch längere  Verschnaufpausen und Ansagen ("Das nächste Lied .. . " ) von Stephan Weidner. Jeder Song aber äußerst textsicher mitgesungen und gefeiert von den schwarz  gekleideten Onkelz-Fans zwischen 20 und 60 Jahren auf dem Platz.  

Im Zugabeblock wurde noch einmal das hohe Lied "Auf gute Freunde" gesungen. Mit den BO-Klassikern "Mexiko" und "Erinnerungen" aus den 1980er Jahren endete das Konzert der Band in Neu-Ulm, heftig gefeiert und bejubelt von den vielen  Fans. 
Am Dienstagabend findet das zweite ausverkaufte Konzert der "Böhsen Onkelz" vor 25 000 Fans in Neu-Ulm statt.

Text/Fotos: Ralf Grimminger vom 1. Konzert BO am Montagabend



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