Ulm News, 04.07.2024 21:00
Neues Museum "Die Einsteins. Museum einer Ulmer Familie" in Ulm eröffnet


Beschreibung: Der Museumsshop bietet eine kleine, aber feine Auswahl an israelischen Weinen, Postkarten, Souveniers und Kuriositäten.
Fotograf: Die Einsteins - Museum einer Ulmer Famile

Albert Einstein, weltberühmter Physiker und Nobelpreisträger, wurde 1879 in Ulm geboren. Die Stadt Ulm widmet der Familie Einstein nun ein eigenes Museum im Haus "Engländer" am Weinhof 19. Am Donnerstagabend wurde das Museum eröffnet.
"Einstein-Museen gibt es weltweit. Wir wollen das persönliche, familiäre Umfeld zeigen, das in vielem aber zugleich prototypisch ist für das Landjudentum hier in Süddeutschland - angefangen vom Umzug in die prosperierende Stadt bis zur Shoa", hebt Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher den besonderen Ansatz des Ulmer Museums hervor. "Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, dass wir zur Eröffnung viele Familienangehörige Albert Einsteins hier begrüßen dürfen."
"Der Name 'Die Einsteins. Museum einer Ulmer Familie' ist für uns Programm", bestätigt auch Bürgermeisterin Iris Mann. "Indem wir Einzelschicksale aufzeigen und verknüpfen, zeichnen wir das Bild einer Familie und einer Epoche. Das Museum ist ein wertvolles Stück Erinnerungskultur, das an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Ulms erinnert und uns sensibilisiert gegenüber jeder Form des Antisemitismus und Rassismus."
Die Dauerausstellung ist im historischen Gebäude des "Engländer" untergebracht, in dem einst Einsteins Großmutter wohnte und die Bettfedernfabrik "Israel & Levi", an der die Familie Einstein beteiligt war, ihren Sitz hatte. Sie zeigt bewegende Einzelschicksale der Familienangehörigen, die auch stark von den dunklen Ereignissen der NS-Zeit geprägt wurden. Dazu gehören zum Beispiel das Schicksal des Anwalts Salomon Moos, ein Großcousin von Albert Einstein, der als politisch engagierter Bürger eine Hetzkampagne gegen sich ertragen musste, oder Heinz Frenkel, der als sechsjähriges Kind allein in die USA emigrierte. Auch an das tragische Schicksal Lina Einsteins, die in Treblinka ermordet wurde, wird besonders erinnert.
Das Museum bietet, aufgeteilt in sieben Themenkapitel, verschiedene Erlebnis- und Zugangsmöglichkeiten zu den Ausstellungsinhalten. Besucherinnen und Besucher können einen analogen Rundgang machen, der durch multimediale Komponenten wie Medienguides mit Erklärfilmen ergänzt werden kann. Zusätzlich gibt es sieben Graphic Novels, die die Geschichten und Schicksale einzelner Mitglieder der Familie Einstein beleuchten und digital abrufbar sind. Die Ausstellung beginnt mit einer "Wunderkammer", die die "Pop-Ikone Einstein" zeigt, gefolgt von einem vier Meter breiten Stammbaum der Familie.
Ein Exkurs beleuchtet das ambivalente Verhältnis Einsteins zu seiner Geburtsstadt und leitet zugleich das dunkelste Kapitel ein: die Shoah. In einem speziellen Fenster werden auf ausziehbaren Elementen verschiedene Briefe Einsteins ausgestellt, sowohl an die Stadt Ulm als auch an private Empfänger adressiert. Weiteres Highlight ist das "Fenster in die Vergangenheit", das historische und heutige Ansichten Ulms kombiniert. Zusätzliche vertiefende Informationen können an einer digitalen Collection-Wall angesehen werden. Hier werden auch Filme gezeigt und sollen künftig Workshops stattfinden.
Eröffnungsvortrag im Stadthaus Ulm
Das Museum "Die Einsteins" wird am Donnerstag, 4. Juli, abends um 19 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, im Stadthaus eröffnet.
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag
Ab 5. Juli stehen die Museums-Pforten alle Besucherinnen und Besuchern offen. Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11 bis 17 Uhr, Do 11 bis 19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-18 Uhr.
Zu erreichen ist das Museum dienstags bis sonntags unter 0731 161 4273.
Führungen können unter 0731 161 4271 oder einstein@ulm.de angefragt werden.
Das Museum ist präsent auf Facebook, Instagram oder über die neue Homepage www.einsteins.museum.







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