Ulm News, 27.01.2024 13:28
Blutige Geiselnahme in Ulm: Täter drohte mit Softair-Pistole - Messer, Äxte und Machete im Auto


Beschreibung: Polizei und Staatsanwaltschaft in Ulm gaben nun neue Informationen zur Geiselnahme am Münsterplatz bekannt.
Fotograf: Thomas Heckmann

Am Freitag ist es in der Ulmer Innenstadt zu einer Geiselnahme gekommen. Die Polizei schoss auf den Geiselnehmer. Polizei und Staatsanwaltschaft in Ulm gaben nun neue Informationen zur Tat im und vor dem Cafe Starbucks am Münsterplatz bekannt.
Gegen 18.45 Uhr betrat der bewaffnete 44-jährige Mann ein Lokal Starbucks am Ulmer Münsterplatz. In diesem befanden sich zu diesem Zeitpunkt etwa 13 Personen. Die meisten konnten das Lokal noch vor dem Eintreffen der Polizei selbstständig verlassen beziehungsweise der Tatverdächtige ließ sie unmittelbar gehen. Sechs verbliebene Personen brachte er unter dem Vorhalt von Waffen zunächst über einen längeren Zeitraum in seine Gewalt. Fünf davon ließ er gehen.
Mit einer Geisel verblieb er letztlich im Lokal. Bei den Waffen handelte es sich augenscheinlich um eine Pistole und ein Gewehr. Starke Kräfte des Polizeipräsidiums Ulm sperrten den Tatort umgehend großräumig ab. Ein Spezialeinsatzkommando und weitere Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz wurden hinzugezogen. Um 20.20 Uhr trat der Tatverdächtige unerwartet mit der verbliebenen Geisel vor das Lokal und bedrohte diese mit der Waffe. Im weiteren Einsatzgeschehen konnte der 44-Jährige durch gezielte Schüsse von Einsatzkräften des SEK "handlungsunfähig", so die Polizei, gemacht werden. Der Mann wurde dabei getroffen und schwer verletzt. Zur weiteren Behandlung kam er in ein Krankenhaus, wo er sich aktuell noch befindet. Lebensgefahr besteht nicht.
Alle Geiseln blieben unverletzt. und wurden umgehend von Notfallseelsorgern psychologisch betreut. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass es sich bei den seitens des Täters mitgeführten Waffen um keine Schusswaffen, sondern um täuschend echt aussehende Soft-Air-Waffen handelte. In einer mitgeführten Tasche und seinem Fahrzeug konnten weitere Waffen, wie Messer und Äxte sowie eine Machete sichergestellt werden.
Motiv noch unklar
Die Hintergründe zum Motiv des 44-jährigen deutschen Tatverdächtigen sind noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen. In Abstimmung mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft Ulm führt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW) die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem polizeilichen Schusswaffengebrauch. Die Ermittlungen zur Geiselnahme werden von der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ulm geführt.
Im Fokus der Ermittlungen des Landeskriminalamt Baden Württemberg steht insbesondere eine detaillierte Rekonstruktion des gesamten Tatablaufs. Hierfür wurden der Ereignisort sowie insbesondere die kriminalistisch relevanten Spuren unter anderem durch die Spezialistinnen und Spezialisten des LKA BW mittels 3D-Scan umfassend digital dokumentiert. Zudem befand sich am Ereignisabend der Entschärfungsdienst des LKA BW im Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungen fokussiert sich auf den Bereich der Feststellung und Vernehmung von mittelbaren und unmittelbaren Zeugen der Geschehnisse.
Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit mit den behandelnden Ärzten, ob der Beschuldigte vernehmungsfähig ist, damit er dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden kann.







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