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Ulm News, 04.10.2022 15:34

4. Oktober 2022 von Ralf Grimminger
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Tamás Szalay wird neuer Leiter des Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM)


Das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) in Ulm hat einen neuen Leiter. Nachfolger von Christian Glass, der nach 22 Jahren an der Spitze des DZM zum März nächsten Jahres in den Ruhestand geht, wird Tamás Szalay, der bis vor kurzem noch in Magdeburg als Leiter des dortigen Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas tätig war. 

Der Stiftungsrat des Museums sprach sich in seiner Sitzung am 23. September für den gebürtigen Ungarn und studierten Sprach- und Literaturwissenschaftler aus. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Staatssekretär a. D. Julian Würtenberger, betonte: „Ich freue mich, dass wir aus einem wirklich exzellenten Umfeld an Bewerbungen wählen konnten und uns mit einem sehr eindeutigen Votum auf Tamás Szalay geeinigt haben. Ich bin sicher, wir haben eine gute Wahl getroffen.“ Oberbürgermeister Gunter Czisch, der die Stadt Ulm im Stiftungsrat vertritt, sagte, es seien „große Schuhe“, die Christian Glass, der das DZM in den neunziger Jahren mit aufgebaut und mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreich geleitet habe, seinem Nachfolger hinterlasse. „Aber ich bin überzeugt, Tamás Szalay wird in seine neue Aufgabe rasch und gut hineinwachsen.“ Szalay wurde 1969 in Pécs geboren, wo er auch an der dortigen Janus- Pannonius Universität studierte. Anschließend arbeitete er als Redakteur und in leitender Funktion bei der Bewerbung und Programmgestaltung Pécs´ als Kulturhauptstadt Europas. Seine erste berufliche Station in Deutschland war 2013 der Direktorenposten des Ungarischen Kulturinstituts Stuttgart, 2016 wurde er Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt in Magdeburg. Das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) zeigt auf imponierenden 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche die wechselvolle Geschichte der Donauschwaben vom späten 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Kultur und Alltag dieser deutschen Minderheit in den multiethnischen Siedlungsgebieten vor allem im heutigen Ungarn und Rumänien, aber auch Flucht und Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg sowie der Neuanfang der Geflüchteten im Westen und das Leben der Zurückgebliebenen unter kommunistischen Diktaturen werden in der Dauerausstellung und in Sonderausstellungen nachgezeichnet und wissenschaftlich aufbereitet. Das in einem historischen Reduitgebäude der Bundesfestung Ulm untergebrachte Museum wurde 2000 eröffnet, 2020 bis 2022 wurde es umfassend überarbeitet und mit einem zweiten Erzählstrang unter dem Titel „Donau – Flussgeschichten“ neu gestaltet. Dem Museum steht die Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum vor, die finanziert wird durch Zuschüsse der Stadt Ulm, des Landes Baden- Württemberg und des Bundes, vertreten durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Stiftung hat die Aufgabe, die kulturelle Tradition und das Kulturgut der Donauschwaben zu bewahren, indem sie Geschichte, Kultur und Landschaft umfassend dokumentiert, Kulturgut sammelt und präsentiert sowie der landes- und volkskundlichen Forschung über die donauschwäbischen Herkunftsgebiete zugänglich macht. Sie soll zugleich das Wissen über die südöstlichen Nachbarn verbreiten und vertiefen, um auf diese Weise einen Beitrag zur Verständigung in Europa zu leisten. Um die Position als Leitung des Donauschwäbischen Zentralmuseums hatten sich 23 Personen, sechs Frauen und 17 Männer, beworben, von denen sich sechs der Findungskommission des Stiftungsrates persönlich vorstellten, zwei schafften es bis in die „Endrunde“.



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