Ulm News, 23.08.2022 14:37
Team Orange Gaming: ratiopharm ulm eSports startet mit Re-Brand in die Zukunft
Immer mehr Sportvereine in Deutschland erkennen, dass es sich bei eSports nicht nur um bloße Zockerei handelt, sondern um einen eigenen Bereich, der international immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Ausweitung der Vereinsaktivitäten ist jedoch alles andere als ein Selbstzweck, sondern kann einen wertvollen Beitrag zur Gesamtentwicklung des Vereins leisten. Das zeigt sich auch am Beispiel des Basketball-Teams ratiopharm ulm, das unter der Bezeichnung „Team Orange Gaming“ jetzt auch im eSports richtig durchstarten will.
An eSports führt kein Weg mehr vorbei
Unter dem Begriff eSports sind alle Computerspiele zusammengefasst, bei denen Gamer gegeneinander antreten können. Dabei muss es sich nicht zwingend um die Umsetzung der klassischen Sportarten handeln. Das Thema hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Laut dem eSport- Bund Deutschland e.V. (ESBD) interessieren sich in Deutschland etwa drei Millionen Menschen für eSports.
Anders als mit dem „realen“ Sport-Team ist es Vereinen bei eSports möglich, bei Twitch und anderen Streaming-Diensten innerhalb kürzester Zeit ein Millionenpublikum zu erreichen.
Im Jahr 2021 haben über 800 Millionen Menschen eSport-Events auf Twitch angesehen und dabei auch die Sponsoren der Teams bemerkt. Laut einer Prognose von Newzoo ist eSports ein boomendes Milliardengeschäft. Bis zum Jahr 2025 soll sich die Zahl der Viewer auf über 1,4 Milliarden steigern. Wie stark die wirtschaftliche Bedeutung von eSports gewachsen ist, zeigt sich auch in Bereichen jenseits von Vereinen und Sportveranstaltern.
Die Sportwetten-Branche verzeichnet beispielsweise einen zusätzlichen Aufschwung, der mit der wachsenden Popularität von eSports und der Verbreitung großer sportlicher Events in Zusammenhang gebracht werden kann. Renommierte Wettanbieter haben bereits damit begonnen, auch die namhaften eSports- Turniere in ihr Portfolio aufzunehmen. Deutsche Wettfans können inzwischen auch auf Wettanbieter mit deutscher Lizenz zurückgreifen , wenn sie Wetten im Bereich eSports platzieren möchten. Dieses zusätzliche Angebot unterstreicht die Bedeutung, die eSports in seinen vielfältigen Facetten inzwischen in der gesamten Sportbranche gewonnen hat. Wie der erfolgreiche Einstieg auch Teams gelingen kann, die mit dem Thema eSports bisher nicht viel am Hut hatten, zeigt unter anderem der Weg, den Ratiopharm Ulm eingeschlagen hat.
ratiopharm ulm eSports geht mit gutem Beispiel voran
Andreas Oettel, der Geschäftsführer von Ratiopharm Ulm, hatte schon seit längerer Zeit die Idee, im Verein eine eigene eSport-Mannschaft zusammenzustellen, um am Puls der Zeit zu bleiben. Im Jahr 2018 war es dann schließlich so weit. Der Basketball-Bundesligist war damals eines der drei ersten Teams in Deutschland, die sich zu diesem mutigen Schritt entschlossen hatten. Zu diesem Zweck organisierte der Verein ein Turnier in der Neu-Ulmer Arena, bei der die 20 besten Spieler aus der Vorausscheidung gegeneinander antraten und versuchten, sich ihren Stammplatz im künftig virtuellen Basketball-Team zu sichern. Seit Mitte 2018 sind sie nun mit einem eigenen eSport-Team in der Sportsimulation NBKA2K aktiv und nehmen unter anderem an der German Basketball League (GBL) und internationalen Turnieren im europäischen Raum teil. Der Verein wurde bei diesem Vorhaben auch von Beginn an von Hauptsponsor Ratiopharm unterstützt.
Andreas Burkhardt, Geschäftsführer des Pharma-Unternehmens, gibt aber zu, dass er zu Beginn ein wenig skeptisch war. Doch die Erfolge geben den Ulmern recht. Nach den Triumphen der ersten Jahre war es nun laut Projektmanager Darius Zähringer an der Zeit, das Projekt auf die nächste Stufe zu heben, um sich in der eSports-Szene einen noch besseren Namen machen zu können.
ratiopharm ulm eSports wird Team Orange Gaming
Ratiopharm Das sichtbarste Zeichen des nächsten großen Schritts ist die Umbenennung des eSports- Teams in „Team Orange Gaming Ratiopharm“. Laut einem Interview mit Darius Zähringer geht es dabei vor allem um das Kreieren einer eigenen Marke, die künftig unabhängiger vom Namen Ratiopharm Ulm werden soll. Denn unter dieser Bezeichnung wäre es langfristig schwieriger gewesen, sich auch bei anderen Titeln außerhalb des Basketball- Bereiches zu etablieren. Genau das ist aber das Ziel der Entwicklung. Die eSports-Abteilung möchte das Thema etwas freier angehen als andere Teams, die nur Sportsimulationen spielen, die auch der Kernsportart entsprechen. Der neue Name koppelt sich nun bewusst vom Basketball- Team ab, um den Facettenreichtum zu fördern und in der Auswahl der Titel etwas freier zu werden. Team Orange Gaming will dabei vor allem auf Titel setzen, die eSports zu dem gemacht haben, was es heute ist. Nach monatelangen Vorbereitungen wird TOG deshalb nun auch mit einem eigenen Team beim Klassiker „League of Legends“ antreten. Der große Vorteil dabei ist, dass es hier im Gegensatz zu kleineren Titeln stabile Strukturen wie beispielsweise die Prime-League gibt. Das macht die Teilnahme auch für die Organisationen attraktiv und hat eine wesentlich höhere Massenwirksamkeit, die neue Zuschauer anzieht. Zähringer möchte sich nicht festlegen, könnte sich aber vorstellen, dass in den nächsten Jahren noch weitere Titel hinzukommen werden. Wichtig wird es aber zunächst sein, ein gesundes Fundament aufzubauen. Dabei soll ein großer Fokus auf die Ausbildung von vielversprechenden Talenten gelegt werden. Genau wie bei den Profisportlern im Basketball sollen laut Darius Zähringer auch beim eSports bestimmte Dinge von Kindesbeinen antrainiert werden, um die künftigen eSports-Profis auszubilden. Das Umfeld des bestehenden Profivereins bilden die besten Voraussetzungen dafür. Denn anders als reine eSports-Teams sind die Strukturen für den künftigen Erfolg bereits vorhanden. Das zeigt sich vor allem bei der Organisation von Events und der Vermarktung, sowie bei der gezielten Förderung der Talente. Die Konzepte hierfür gibt es längst aus dem Leistungssport und sie können in ähnlicher Form auch im eSports-Umfeld realisiert werden. Darius Zähringer geht es dabei vor allem um den langfristigen Erfolg. Er ist sich der großen Konkurrenz bewusst und weiß, dass andere Teams derzeit schon viel weiter sind. Doch mit gezieltem Aufbau ist es nur eine Frage der Zeit, bis Team Orange Gaming seine ersten Pokale neben die des erfolgreichen Basketball-Teams stellen wird.





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