Ulm News, 17.05.2022 12:14
Hilfe bei Nagelpilz
Eine Pilzinfektion am Nagel wird von Nagelpilz Medizinern auch als Onychomykose („Onycho“ – der Nagel und „Mykose“ – die Pilzerkrankung) bezeichnet. Ausgelöst in den meisten Fällen durch Fadenpilze, ist die Behandlung komplizierter und langwieriger als die Therapie eines Fußpilzes. Doch oft ist ein Nagelpilz auch die Folge einer Fußpilzerkrankung.
Größtenteils beginnt die Infektion am vorderen Rand des Nagels. Von dort breiten sich die Pilze aus und verändern den Nagel. Er wird brüchig bis krümelig und verfärbt sich bräunlich gelb. Auch Streifen oder Flecken können ein Zeichen einer Pilzinfektion sein.
Wird der befallene Nagel nicht richtig behandelt, besteht die Gefahr, dass der Pilz den Nagel komplett zerstört und die benachbarten Nägel befällt. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch erhebliche Schmerzen verursachen und zu Beeinträchtigungen beim Gehen führen.
Vorbeugung
In öffentlichen Einrichtungen wie öffentliche Saunen, Hoteleinrichtungen und Schwimmbädern barfuß zu laufen, birgt ein hohes Risiko. Immerhin haben laut Schätzungen zwischen 3 und 12 Prozent der Bevölkerung Nagelpilz. Gerade im feuchtwarmen Milieu fühlen sich die Pilze wohl und breiten sich schnell aus.
Daheim sollten die Handtücher, Badematten und alle anderen Stoffe, die mit den Füßen in Berührung kommen, bei mindestens 60 °C Grad gewaschen werden, um die Pilze abzutöten.
Ein Schuhwerk, das nicht richtig sitzt, kann nicht nur einen Pilz begünstigen. Die Füße können auch andere Schäden davontragen. Ebenso wichtig wie die richtige Passform ist ein atmungsaktives Material, damit die Füße nicht feucht sind. Schuhe mit einem atmungsaktiven Obermaterial wie Leder oder moderne Mikrofasern helfen, die Feuchtigkeit schnell loszuwerden. Turnschuhe sollten nur für die Zeit des Sports getragen werden. Auch die Schuhe täglich zu wechseln, kann einem Pilz vorbeugen.
Keine Socken zu tragen, sieht zwar schick aus, begünstigt aber die Entstehung eines Pilzes. Am besten Socken aus natürlichen Materialien benutzen und täglich wechseln.
Eine regelmäßige Nagelpflege ist notwendig, um den Nägeln einen natürlichen Schutz zu geben. Wer an einem Diabetes leidet, sollte unbedingt auf gute Zuckerwerte achten und den Füßen besondere Aufmerksamkeit schenken. Jede kleine Veränderung kann schon ein Zeichen für eine Pilzerkrankung sein.
Natürliche Hilfe
Pilze mögen kein saures Milieu. Deshalb wird Apfelessig als besonders hilfreich gegen Nagelpilz empfohlen. Mit einem Wattestäbchen lässt sich der Essig auf die betroffenen Stellen bringen. Auch eine Essigessenz kann eingesetzt werden.
Die ätherischen Öle und antibiotische Wirkung des Teebaumöles helfen ebenfalls, Nagelpilz zu bekämpfen. Zur effektiven Bekämpfung des Pilzes muss das Öl mindestens 30 % der chemischen Verbindung Terpinen-4-ol beinhalten. Dazu werden ein paar Tropfen 2-3-mal täglich für 1-2-mal die Woche auf den Nagel gegeben. Um Hautirritationen zu vermeiden, kann das Öl auch mit Wasser verdünnt werden.
Fußbäder mit Essig oder Teebaumöl erweisen sich als besonders effektiv, da der Wirkstoff durch die aufgeweichte Haut tief eindringen kann.
Ratschläge wie Eigenurin, Backpulver oder Zahnpasta gelten als umstritten und führen in den seltensten Fällen zum gewünschten Erfolg. Das Problem aller Hausmittel ist, dass sie nicht tief in die Nagelplatte eindringen können und somit gar nicht mit dem Pilz in Kontakt kommen.
Die Gesundheitskasse AOK empfiehlt auf ihrer Homepage begleitend zu den Hausmitteln, pharmazeutische Antipilzmittel einzusetzen.
Antimykotika
Ein Fußpilz verschwindet ohne Behandlung niemals allein. Um den Nagelpilz zu Hause behandeln zu können, eignen sich verschiedene rezeptfreie, pilztötende Medikamente, sogenannte Antimykotika. Neben den unterschiedlichen Anwendungen beinhalten die Medikamente auch unterschiedliche Wirkstoffe wie Terbinafin, Ciclopirox, Amorolfin oder Bifonazol. Frei verkäufliche Medikamente werden meistens äußerlich angewendet.
Nagellacke sind schnell aufgetragen und trocknen innerhalb einer Minute ein. Dabei scheinen die wasserlöslichen Lacke den Wasserfesten im Vorteil zu sein, da kein Abfeilen des alten Lackes erforderlich ist.
Neben diesen Lacken sind auch spezielle Sets zur Nagelpilz-Behandlung erhältlich. Zunächst wird der infizierte Bereich mit einer harnstoffhaltigen Creme aufgeweicht und danach abgetragen. Die behandelte Haut muss anschließend für einige Wochen mit einer bifonazolhaltigen Creme vom Pilz befreit werden.
Um zu gewährleisten, dass alle Antipilzmittel möglichst gut einwirken können, sollten die befallenen Nagelflächen vorbereitet werden. Nach einem Fußbad lassen sich die angegriffenen Nagelstellen ablösen. Eine medizinische Fußpflegerin kann dabei helfen und die betroffene Stelle mit einer kleinen Feile abtragen.
Cremes und Gele haben den Vorteil, dass auch die Zehen und Zwischenräume mit behandelt werden können. Zusätzlich enthalten einige Cremes gleich Haut pflegende Inhaltsstoffe, die den Heilungsprozess der Haut positiv beeinflussen.
Grundsätzlich müssen die Nagelpilz-Mittel konsequent und regelmäßig aufgetragen werden, damit sie ihre Wirkung entfalten und den Pilz nachhaltig bekämpfen können. Wird die Behandlung vorschnell abgebrochen, droht eine Ausbreitung auf weitere Bereiche.
Alle rein äußerlichen Behandlungen mit Lacken und Salben sind nur bis zu einem gewissen Grad wirksam. Sollte die Behandlung nach einer Woche keinen sichtbaren Erfolg haben, muss ein Arzt aufgesucht werden, der ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnet. Welches Mittel verschrieben wird, hängt unter anderem davon ab, welcher Pilz den Nagel befallen hat.



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