ulm-news.de

Donaubad Skyscraper - oben_neu
Sie sind hier: ulm-news Startseite  Nachrichten

Ulm News, 16.12.2021 13:59

16. December 2021 von Thomas Kießling
0 Kommentare

Handwerkskammer Ulm erwartet Augenmaß bei Rückforderungen der Corona-Soforthilfen


 schließen


Beschreibung: Auch viele Frisörbetriebe sind coronabedingt in Not.

Fotograf: HWK Ulm

Foto in Originalgröße



Mehrere Tausend Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee sind durch den Lockdown im Frühjahr 2020 unverschuldet in Not geraten. Diese haben über die Handwerkskammer Ulm die Corona-Soforthilfe der L-Bank beantragt. Nun werden diese Betriebe in einem Schreiben zur ‚Rückmeldung‘ aufgefordert.

 Zu den Gewerken, die damals am stärksten betroffenen waren, gehören insbesondere Friseursalons, Kosmetikstudios, Kfz-Betriebe, Gebäudereiniger, Elektrotechniker, Fliesenleger, Bäcker und Fotografen. Diese haben über die Handwerkskammer Ulm die Corona-Soforthilfe der L-Bank beantragt. Nun werden diese Betriebe in einem Schreiben zur ‚Rückmeldung‘ aufgefordert. Dadurch soll festgestellt werden, ob die Betriebe die Hilfsgelder damals zu Recht erhalten haben oder ob sie Gelder zurückbezahlen müssen. „Das ist grundsätzlich legitim und richtig. Denn es sind Steuergelder, die das Land damals an die betroffenen Betriebe ausbezahlt hat. Trotzdem ist das jetzt ein Schlag für unsere Handwerkerinnen und Handwerker. Hier geht es um viele Existenzen. Unsere Betriebe brauchen ihre Kraft für den Kampf mit der Corona-Pandemie und nicht für weitere Bürokratie“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Eine Rückzahlungspflicht trifft vor allem diejenigen Antragsteller, die ihre Notlage erstmal selbst in den Griff bekommen wollten und die Soforthilfe erst spät und in voller Höhe beantragt haben. Durch den Betrachtungszeitraum nach vorne vom damaligen Antragsdatum, ist die Situation für die Betriebe schwierig. Denn für viele bedeutet das, dass der Zeitraum mit den größten Umsatzeinbußen nun überhaupt nicht berücksichtigt wird. Außerdem bedeutet dieses Rückmeldeverfahren nun einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand für die Handwerksbetriebe. „Der angesetzte Bemessungszeitraum für die möglichen Rückforderungen ist unglücklich gewählt. Dieses Verfahren ist zudem zu bürokratisch und zeitaufwändig – insbesondere für unsere kleineren Betriebe. Wir dürfen nicht riskieren, dass unsere Handwerker das Vertrauen in die Politik verlieren“, so Mehlich. Die Förderbedingungen der Landesregierung sind frühzeitig festgelegt und auch kommuniziert worden. Das Land hatte zudem die Überprüfung angekündigt, denn bei der Corona-Soforthilfe handelt es sich um einen so genannten bedürftigkeitsabhängigen Zuschuss. Die Handwerkskammer Ulm kann das Unverständnis der Betroffenen dennoch nachvollziehen. Dazu sagt Mehlich: „Die Zuschüsse waren für viele unserer Betriebe überlebenswichtig. Aber es ist eben auch Steuergeld – und Steuergelder dürfen nur dort ankommen, wo die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.“ Es sei Aufgabe des Staates sicherzustellen, dass diese Gelder nicht missbräuchlich verwendet werden. Insofern sei es folgerichtig, dass zu Unrecht oder zu viel gezahlte Mittel zurückgezahlt werden müssten. Bei der Verfolgung nicht korrekt gestellter Anträge wünscht sich die Handwerkskammer aber Augenmaß. Den Mitgliedsbetrieben dürfe kein Betrug unterstellt werden. Denn man dürfe davon ausgehen, dass die Betriebe korrekte Angaben machen. „Wenn jemandem bei den gemachten Angaben ein Fehler unterlaufen ist, dann liegt es in erster Linie an der damaligen Notlage der Betriebe und der Komplexität der Antragsverfahren“, so Mehlich. Im vergangenen Jahr konnten Handwerksbetriebe mit Liquiditätsengpässen aufgrund der Corona-Krise über die Handwerkskammer Ulm Soforthilfe-Zuschüsse von Land und Bund abrufen. Die Kammer hat damals über 7.500 Anträge der Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee bearbeitet. Im Schnitt hat eine Antragsbearbeitung etwa vier bis fünf Tage gedauert. Von der Gesamtzahl der gestellten Anträge sind rund 1.000 Anträge doppelt eingegangen oder zurückgezogen worden. In dem Schnellprüfverfahren sind zudem rund 1.000 Anträge durch die Handwerkskammer abgelehnt worden, da u.a. die Bedürftigkeit nicht vorgelegen hatte. Die Handwerkskammer Ulm hat somit rund 5.500 der eingegangenen Anträge positiv geprüft und zur Auszahlung an die L-Bank empfohlen. Die Schlussbilanz: Insgesamt sind mehr als 55 Millionen Euro an die Handwerksbetriebe in der Region geflossen. Rund 10.000 Euro hat ein Betrieb durchschnittlich an Fördersumme erhalten. Knapp 13 Prozent der Anträge stammten aus dem Alb-Donau-Kreis, 11 Prozent aus dem Stadtkreis Ulm, 11 Prozent aus dem Landkreis Biberach, 8 Prozent aus dem Landkreis Heidenheim, 21 Prozent aus dem Ostalbkreis, 15 Prozent aus dem Bodenseekreis und 21 Prozent aus dem Landkreis Ravensburg.



Paul Camper - Tessa 2Donaubad Startseite 1Stauferkrone 2026Sparkasse NU

Termine & Kino

weitere Termine
Donaubad Skyscraper - oben_neu
Mar 14

Trauriges Glanzlicht der Woche: Drei Männer dringen in Ulmer Wohnung ein und attackieren einen 36-Jährigen
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei geben biede bekannt: In...weiterlesen


Mar 09

Hammer in Ulm: Mario Schneider von der CDU klaut Michael Joukov, Grüne das Direktmandat
Mit Mario Schneider (45) wird wieder ein CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Ulm direkt in den Landtag...weiterlesen


Mar 14

Auto nimmt`s mit Straßenbahn auf - 30 Fahrgäste kommen mit dem Schrecken davon
Am Dienstag sind ein Auto mit einer Straßenbahn in Ulm zusammengestoßen. weiterlesen


Mar 21

Frontal gegen einen Baum geprallt und herausgeschleudert - Autofahrer verunglückt tödlich
Ein Autofahrer kam am Donnerstag bei bei Kirchberg an der Iller von der Straße ab und prallte gegen einen...weiterlesen


Mar 15

Ein Glanzlicht der Woche: Katrin Albsteiger bleibt Oberbürgermeisterin und startet mit einem klaren Vertrauensvotum in ihre zweite Amtszeit
Das war glatt der Oberhammer: Es gab eine klare Entscheidung im ersten Wahlgang für OB Albsteiger. Sie...weiterlesen


Mar 17

Weitere Baustellen fordern weitere Geduld - das Ulmer Baustellen-Update wird immer vielschichtiger
Die Stadt Ulm steht inmitten von zahlreichen Baustellen. Die „Car-Toffel“ bekommt einen Zusatz....weiterlesen



Donaubad Skyscraper - oben_neu

 
© ulm-news.de, Nachrichten für Ulm und Umgebung   KONTAKT | FAQ | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ | Cookie Einstellungen anpassen nach oben