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Ulm News, 06.12.2021 16:00

6. Dezember 2021 von Ralf Grimminger
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Ulmer Gastronomin Karin Schumann gibt die „Krone“ ab


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Beschreibung: Gast in der Krone: Aktionskünstler FLATZ

Fotograf: Ralf Grimminger/Ulmer Pressedienst

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Spektakulärer Wechsel in der Ulmer Gastronomieszene: Karin Schumann, langjährige Pächterin der Gaststätte „Krone“ in der Ulmer Altstadt, hört zum Jahresende auf. Damit endet eine über 25 Jahre lange Karriere in der Gastronomie. Die älteste Gaststätte Ulms mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernimmt ab Januar 2022 Daniel Zauner, der künftig mit seinem Lokal „Zur Zill“ und der „Krone“ zwei prägende Traditionsgaststätten in der Ulmer Altstadt betreiben wird.

Karin Schumann übernahm die Gaststätte „Krone“ in der Kronengasse im Jahr 2008 und brachte sie schnell wieder zum Glänzen. Das erfolgreiche Restaurant mit schwäbischer Küche, 110 Sitzplätzen, Biergarten und historischem Gewölbekeller war zuvor mehrere Jahre leer gestanden. Seit vielen Jahren ist das Lokal beliebt bei Einheimischen und Touristen und hatte in den vergangenen Jahren auch Prominente wie Bryan Adams, Wim Wenders, Boss Hoss, Herlinde Koelbl oder Manfred Eicher sowie Politiker aus den Donauländern oder – erst vor kurzem - die in Ulm tagenden ranghöchsten EU-Militärkommandeure zu Gast.
Hauptgrund für ihren Ausstieg sei die zunehmend problematische Personalsituation in der Branche, „die sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird“, erklärt Karin Schumann und ergänzt: „Für einen Betrieb in der Größe der Krone kann es schnell existenzgefährdend werden, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ausfällt oder wechselt.“  Personelle Ausfälle müssten rasch ausgeglichen werden, was immer schwieriger werde, aber mit einem anderen, größeren Lokal im Rücken eher gelingen kann. „Zill und Krone können jetzt personelle Synergien nutzen und so ihre Zukunft sichern“.
Die Corona-Pandemie habe keine größere Rolle bei der Entscheidung gespielt, da sie ohnehin in ein oder zwei Jahren aufhören wollte. „Die Pandemie hat diese Pläne allenfalls etwas beschleunigt“, so Karin Schumann. Die „Krone“ verzeichne nach wie vor gute Umsätze mit Stammgästen und Laufkundschaft, pandemiebedingt aktuell auch ohne Familien-, Betriebs- und Weihnachtsfeiern, Krimidinner, Weiberfaschingsparty oder Live-Konzert am Schwörmontag. „Ich wollte, dass der Charakter der Krone erhalten bleibt. Mit Daniel Zauner habe ich den richtigen Nachfolger gefunden. Er ist jung, hat Ideen und ein bisschen frischer Wind tut auch der Krone gut. Daniel Zauner übernimmt einen wirtschaftlich sicheren und starken Betrieb“, versichert die Gastronomin, die vor der „Krone“ zwölf Jahre lang Chefin des traditionsreichen Ulmer „Cafe Brettle“ und ein Jahr lang Inhaberin beider Lokale war.
Läuft alles nach Plan wird Karin Schumann ihren Gästen am Silvesterabend zum letzten Mal ein feines Menü servieren – und dann Daniel Zauner die Schlüssel überreichen. Damit ist die Übergabe, die im Spätsommer eingeleitet wurde, vollzogen.
Was kommt danach? Die gelernte Sozialpädagogin will sich überraschen und vieles auf sich zukommen lassen. Untätig werde sie aber nicht sein. Jetzt schon freut sie sich auf Konzerte und Theater sowie Treffen mit Freundinnen, „ohne vorher ins Reservierungsbuch zu schauen“. Und natürlich auf Ulmer Feiertage wie Fischerstechen, Lichterserenade und Schwörmontag, an denen sie in den vergangenen 25 Jahren immer gearbeitet hat, und die sie nun entspannt besuchen will. „Jeden Abend und auch Sonn- und Feiertage frei und keine Bürotage. Ich habe jetzt erst einmal viel Zeit“, lacht die Noch-Gastronomin und wünscht Daniel Zauner einen guten Start.
Auch der 35-jährige Wirt der Traditionsgaststätte „Zur Zill“ ist sehr zufrieden mit dem Coup: „Die Krone, die mit ihren großen Räumen vor allem in der kalten Jahres zeit sehr gut läuft, ist die ideale Ergänzung zur Zill, die mit ihrer Außenfläche an der Blau im Sommer gute Umsätze macht“. Für die Gäste der Krone werde sich hinsichtlich Service, Atmosphäre, Speisekarte und Qualität nichts ändern. „Alles ist gut, deshalb bleibt alles, wie es ist“, verspricht Daniel Zauner, unter dessen Regie die „Krone“ ab Januar läuft.

 Die „Krone“ ist die älteste Herberge Ulms: Sie wurde im Jahr 1320 erstmals als Gaststätte erwähnt. Die „Krone“ war eine Fürstenherberge für berühmte Männer wie Kaiser Ruprecht oder den Reformator Johannes Huß. Im Jahr 1430 nahm Kaiser Sigismund in der „Cron“ zu Ulm Quartier. Auch während des Dreißigjährigen Krieges stiegen berühmte Persönlichkeiten in der „Krone“ ab. In der Krone wohnte auch der Dichter, Musiker und Journalist Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) im Jahr 1775. Während dieser Zeit gab er seine weithin bekannte Zeitung Deutsche Chronik heraus, die heute als Wegbereiter der Französischen Revolution auf deutschem Boden gilt. Zu den Publikationen Schubarts mit Weltruhm zählt auch das Gedicht Die Forelle, das später in Franz Schuberts Vertonungen bekannt wurde. Schubarts „Zur Geschichte des menschlichen Herzens“ wurde von Friedrich Schiller als Stoff seiner „Räuber“verwendet.
Prominente Gäste der Gegenwart waren  u.a. der Rockmusiker und Fotograf Bryan Adams, Grammy-Preisträger und Musikproduzent Manfred Eicher, der Regisseur Wim Wenders und die Fotografin Donata Wenders, die Fotografin Herlinde Koelbl, die Cellistin Anja Lechner, der österreichische Aktionskünstler Wolfgang Flatz, der ungarische Autor György Konrad, die deutschen Popbands The BossHoss und Von Wegen Lisbeth sowie Minister und Bürgermeister aus verschiedenen Donauländern.
Im Jahr 2000 wurde das große Gebäude aufwändig renoviert. Zur „Krone“ gehören zwei große Gasträume. Prunkstücke der „Krone“ sind ein malerischer Innenhof und der historische Brunnenkeller. Der Gewölbekeller bietet Platz für bis zu 80 Personen und wird für Familien- oder Betriebsfeiern und kulturelle Veranstaltungen genutzt. 



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