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Ulm News, 04.05.2021 15:34

4. Mai 2021 von Ralf Grimminger
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Land kappt Impfstoffe - Minister Lucha spricht von Missverständnis und sieht Schuld beim Bund


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Im Impfzentrum Ulm (IZU) oder in einem anderen Impfzentrum im Land werden in dieser Woche keine Zweitimpftermine aufgrund von Engpässen bei den Impfstoffen abgesagt werden müssen. Das erklärten die Leitung des Impfzentrums in Ulm und der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha. Der Minister sprach von einem "Missverständnis". Dennoch kommt es nun zu Engpässen.   

Das Land werde die benötigen Impfdosen zur Verfügung stellen. "Wir gleichen das aus", kündigte Sozialminister Manne Lucha an, der von einem "Missverständnis" sprach. Für Erstimpfungen in Ulm in der nächsten Woche zeichnet sich aber dennoch ein Engpass ab. In Ulm soll die bislang wöchentlich vereinbarte Impfstofflieferung kurzfristig von 24 000 auf 12 000 Impfdosen reduziert werden. Indes warnt der Ulmer SPD-Abgeordnete Martin Rivoir davor, dass Impfzentren und Hausärzte gegeneinander ausgespielt werden.  
Der grüne Sozialminister Manne Lucha schob am Dienstag die Verantwortung für den Engpass eine Stufe höher: „Wir weisen die Bundesregierung seit zwei Wochen bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass wir mehr Impfstoff in den Impfzentren verimpfen können. Wir eilen schon heute von Rekord zu Rekord. Spätestens bei der Impflieferung, die am 13. und 14. Mai in den Impfzentren eingeht, muss erhöht werden – zumal alle unsere Impfzentren immer wieder mit reduzierter Kapazität fahren.“

Minister Lucha versprach, dass für das Impfzentrum Ulm – wie für andere Impfzentren mit ähnlicher Situation im Land – eine Lösung gefunden werde. Das Ministerium für Soziales hat bereits am Montag auf die Rückmeldungen einzelner Impfzentren reagiert und zum Beispiel Ulm gut 3000 zusätzliche Impfdosen zugesagt. Diese stammen aus Impfzentren mit Rücklagen und werden am 6. und 7. Mai ausgeliefert.
Ein Sprecher des Impfzentrums Ulm sagte dazu: „Es ist nicht unser Anliegen, dass ein zentrales Impfzentrum zulasten der kleineren Impfzentren mehr Impfstoff bekommt. Die schnelle und pragmatische Unterstützung des Ministeriums hilft kurzfristig. Aber langfristig bleibt es dabei: Wir könnten deutlich mehr verimpfen.“

Martin Rivoir (SPD) fordert stichhaltige Erklärung

Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat angekündigt, die Impfstofflieferungen an die Impfzentren kurzfristig auf etwa die Hälfte der bisherigen Mengen zu reduzieren. Dies soll bis Ende Juni gelten. Wenn dies umgesetzt wird, werde es dadurch zu einer deutlichen Verlangsamung der Impfquote im Land Baden-Württemberg kommen, kritisierte Martin Rivoir. "Leider wurden offensichtlich den Impfzentren die Hintergründe dieser Reduzierung nicht ansatzweise erläutert. Es stellt sich die Frage, ob die Impfzentren auf diese Weise langsam, aber sicher „ausgetrocknet“ werden sollen", bemängelt der Ulmer SPD-Politiker. 
Die Darstellung des Pressesprechers des Ministeriums, dass er den genauen Grund für die fehlenden Impfdosen auch nicht kenne, sei nicht akzeptabel. Dessen Aussage, es bräuchte bei den Herstellern ja nur eine Maschine kaputt zu sein, zeuge von wenig Sachkenntnis, denn bei der angekündigten Reduzierung aller Impfstoffe, müssten dann ja bei allen Herstellern gleichzeitig Maschinen kaputt gegangen sein.
Interessanterweise verkünde das Ministerium in einer weiteren Verlautbarung über die zukünftige Impfstrategie, dass „die niedergelassenen Ärzte und die Betriebsärzte ab Anfang Juni wöchentlich rund drei Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech erhalten“ sollen. Laut Rivoir entsteht der Eindruck, dass das Sozialministerium die drei Säulen, nämlich "Impfzentren, Hausärzte und Betriebsärzte nicht koordiniert und unterstützt, sondern sie egeneinander
ausspielt". 
Eine erfolgreiche Impfstrategie mit baldiger (Ende Juli) Erreichung einer weitgehenden Durchimpfung der Bevölkerung gelänge nur, wenn alle drei Säulen der Impfung (Impfzentren, Hausärzte und Betriebsärzte) nicht in Konkurrenz zueinander, sondern in optimaler Abstimmung an diesem Ziel arbeiten, so Rivoir. Dabei könnten gerade die Mobilen Impfteams der
Zentralen Impfzentren mit ihrer in der Zwischenzeit großen Erfahrung, die Betriebe bei der Impfung unterstützen. 
Rivoir bittet daher Minister Lucha um Aufklärung, weshalb die Impfstofflieferungen für die Impfzentren wirklich reduziert wurden und mit welcher Strategie das Sozialministerium die Impfstoffzuteilung im nächsten Vierteljahr vornehmen will.



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