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Ulm News, 10.03.2021 13:00

10. März 2021 von Ralf Grimminger
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Ulm wird Standort des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit


Wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bekanntgab, wird Ulm einer von sieben Standorten des neu eingerichteten Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ). Der Forschungsschwerpunkt des Standorts „Ulm Child Health“ (UCH) liegt auf der Entwicklung von Körpersystemen, die mit häufigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter assoziiert sind, und die grundlegende Bedeutung für ein gesundes Erwachsenenleben haben. Dafür bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der federführenden Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Medizinischen Fakultät sowie Uni-Forschende aus Psychologie, Naturwissenschaften und Informatik ihr Wissen.

Den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden Heranwachsender zu verbessern: Dieses übergeordnete Ziel verfolgt das neue Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit mit umfassender Forschung zur Kindesentwicklung und Wissenstransfer. Auch die Ulmer Universitätsmedizin hat in dem kompetitiven Auswahlverfahren einen Standort des Zentrums eingeworben. „Man kann diesen Erfolg nicht hoch genug einschätzen: In Ulm wollen wir grundlegende und anwendungsnahe Forschung verknüpfen, was jungen Patientinnen und Patienten unmittelbar, aber auch in ihrem weiteren Leben zugutekommt. Dieses Paket, das die Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Disziplinen geschnürt hat, konnte das Gutachtergremium überzeugen“, betont der Ulmer Standortkoordinator Professor Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin.
Mit dem Standort Ulm Child Health sind Universität und Universitätsklinikum Teil des neuen ortsübergreifenden Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit mit deutschlandweit nur sieben Standorten. Angelehnt an die bereits etablierten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung reicht das Aufgabenspektrum des DZKJ von der Grundlagenforschung zur Entwicklung im Kindes-und Jugendalter und klinischen Studien bis hin zu Präventionsprogrammen.
Professor Martin Wabitsch, stellvertretender Koordinator des Ulmer Standorts, beschreibt die Ausgangslage im deutschen Gesundheitssystem: „Die besonderen Aspekte insbesondere der Entwicklung Kinder und Jugendlicher werden in der Forschung und in der Versorgung häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Dies betrifft auch etablierte Diagnostik- und Therapieverfahren. Dabei werden in der Kindheit und Jugend die Weichen für ein gesundes Leben gestellt.“ Um die Versorgung Heranwachsender ganzheitlich zu optimieren, bündeln die besten nationalen Forschungsstandorte ihre Expertise zukünftig im Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit.
Im Mittelpunkt des Ulmer Konzepts stehen Schlüsselkomponenten der Kinder- und Jugendgesundheit und deren Entwicklung: Hormonsystem und Stoffwechsel, Immunsystem und Körperabwehr sowie psychische Gesundheit.  So beginnt das Forschungsinteresse bereits bei der Entwicklung im Mutterleib und in der frühen Kindheit. Konkrete Schwerpunkte des Ulmer Konsortiums reichen von Erkrankungen des Immunsystems mit seiner Bedeutung für Autoimmunerkrankungen und Krebsentstehung über Zelltherapie-Ansätze bis hin zur Erforschung und Behandlung von Stoffwechselstörungen und Adipositas – immerhin eines der größten Gesundheitsprobleme deutscher Heranwachsender.
Bei der Bewältigung bereits bestehender Krankheiten könnten digitale Interventionen oder spezielle Smartphone-Apps helfen. Daher gehören Expertinnen und Experten aus den Bereichen digitale Gesundheitsförderung, Data Science sowie Mensch-Maschine-Interaktion zum Ulmer Standort. Weitere Forschungsgebiete umfassen psychische Erkrankungen als immun-metabolische Störungen, ethische Aspekte und die bundesweit herausragende Expertise im Querschnittsfach Epigenetik.
Insgesamt wird das Ulmer Konsortium von umfangreichen nationalen Registern am Standort profitieren, in denen Patientendaten zu Diabetes oder etwa krankhaftem Übergewicht zusammengetragen worden sind. Dazu kommen große Biobanken und Kohortenstudien – allen voran zwei Langzeiterhebungen von der Geburt bis ins Erwachsenenalter sowie Präventionsstudien in Kindergärten und Schulen.
Ein detailliertes F orschungsprogramm für Ulm Child Health soll bis Jahresende gemeinsam mit den anderen Standorten erstellt werden. An der Entwicklung dieses Konzepts und an der späteren Kommunikation sind auch Elternvertreterinnen und -vertreter beteiligt. „Die Bewilligung des Standorts Ulm Child Health ist eine Auszeichnung für die beteiligten, interdisziplinären Forschenden und dokumentiert darüber hinaus die Stärke der Ulmer Universitätsmedizin“, betont Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät.



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