Ulm News, 27.05.2020 17:25
„Wie einst in Ulm“ - Stadt Ulm erwirbt zwei Briefe des Ehepaars Elsa und Albert Einstein
schließen
Beschreibung: Leopold Hirschs Tochter Anneliese und Sohn Fritz, die beide im Brief erwähnt werden, zu Beginn der 1930er Jahre.
Fotograf: Stadt Ulm
„Ich schicke Dir morgen einen kleinen heimatlichen Gruss, etwas S[üßes] und
Plätzle: wie einst in Ulm.“ Diese Worte richtete Elsa Einstein, die zweite Ehefrau
des Nobelpreisträgers Albert Einstein, im März 1934 an ihren Vetter Erich Marx. Die Stadt Ulm, die Geburtsstadt Einsteins, hat diesen Brief jetzt erworben, ebenso wie ein Schreiben aus der Feder von Albert Einstein selbst.
„Ich schicke Dir morgen einen kleinen heimatlichen Gruss, etwas S[üßes] und Plätzle: wie einst in Ulm.“ Diese Worte richtete Elsa Einstein, die zweite Ehefrau des Nobelpreisträgers Albert Einstein, im März 1934 an ihren Vetter Erich Marx. Zu diesem Zeitpunkt lebten sowohl das Ehepaar Einstein als auch der Briefempfänger, der Sohn des gebürtigen Ulmers Dr. August Marx, nicht mehr in Ulm. Sie waren in die USA emigriert. Denn die Einsteins waren Juden und in Europa herrschte der Terror des Nationalsozialismus.
Die Stadt Ulm hat diesen Brief jetzt erworben, ebenso wie ein Schreiben aus der Feder von Albert Einstein selbst. Letzteres richtete Einstein an seinen Ulmer Vetter Leopold Hirsch. Es thematisiert die Hilfe, die Albert Einstein seinen nahen Verwandten in der Zeit des Nationalsozialismus zukommen ließ. Bemerkenswert ist seine Feststellung, dass seine Bürgschaften ("Affidavits of Support") für verfolgte Juden im Einflussgebiet des Deutschen Reiches immer häufiger abgelehnt wurden, da er zu viele ausgestellt hatte.
Dies belegt, wie stark er sich für die Unterstützung und Rettung von Freunden, Kollegen und Verwandten eingesetzt hatte. Der in diesem Zusammenhang im Brief erwähnte Sohn von Leopold Hirsch, Fritz, konnte nicht mehr aus Deutschland fliehen und entging nur durch ein Wunder der Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Beide Briefe werden Teil des Museums über Albert Einstein und seine Ulmer Familie, das sich derzeit im Aufbau befindet. Das Museum wird voraussichtlich 2022/ 2023 im Erdgeschoss des sogenannten „Engländer“ am Weinhof öffnen. In diesem Gebäude lebten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Großeltern Albert Einsteins. Im Mittelpunkt der Ausstellung werden die Verbindungen zwischen dem Ehepaar Einstein zu ihrer Ulmer Familie stehen.
Dieses Familiennetzwerk war zu allen Zeiten durch die gesellschaftspolitischen Entwicklungen geprägt und spiegelt diese wider. Die Familiengeschichte soll daher mit den wirtschafts-, politik- und kulturgeschichtlichen Dimensionen verwoben und in diese eingebunden werden. Gleichzeitig wird eine schwäbische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts nachgezeichnet. Die Umsetzung des Museums erfolgt durch freundliche Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung.



Highlight
Weitere Topevents
Unangenehmes Glanzlicht der Woche: Döner-Laden in der Ulmer Frauenstraß: schwere Vorkommnisse: Brotkörbe auf dem Innenhofboden, Salat in Eimern, Dönersoße mit rostiger Bohrmaschine angerührt
Bei der Kontrolle der lebensmittel-Überwachungs-Behörde Mitte Februar mussten erhebliche Mängel in...weiterlesen
Trauriges Glanzlicht der Woche: Drei Männer dringen in Ulmer Wohnung ein und attackieren einen 36-Jährigen
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei geben biede bekannt: In...weiterlesen
Hammer in Ulm: Mario Schneider von der CDU klaut Michael Joukov, Grüne das Direktmandat
Mit Mario Schneider (45) wird wieder ein CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Ulm direkt in den Landtag...weiterlesen
Auto nimmt`s mit Straßenbahn auf - 30 Fahrgäste kommen mit dem Schrecken davon
Am Dienstag sind ein Auto mit einer Straßenbahn in Ulm zusammengestoßen. weiterlesen
Frontal gegen einen Baum geprallt und herausgeschleudert - Autofahrer verunglückt tödlich
Ein Autofahrer kam am Donnerstag bei bei Kirchberg an der Iller von der Straße ab und prallte gegen einen...weiterlesen
Vorsicht: ab heute Abend Umleitung: Vorbereitung für neuen A8-Albaufstieg: Sperrung der A 8 von Ulm-West bis Mühlhausen in Richtung Karlsruhe vom 20. bis 23. März 2026
Zur Vorbereitung für den Ausbau des neuen A8-Albaufstiegs führt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest...weiterlesen
Ein Glanzlicht der Woche: Katrin Albsteiger bleibt Oberbürgermeisterin und startet mit einem klaren Vertrauensvotum in ihre zweite Amtszeit
Das war glatt der Oberhammer: Es gab eine klare Entscheidung im ersten Wahlgang für OB Albsteiger. Sie...weiterlesen
Weitere Baustellen fordern weitere Geduld - das Ulmer Baustellen-Update wird immer vielschichtiger
Die Stadt Ulm steht inmitten von zahlreichen Baustellen. Die „Car-Toffel“ bekommt einen Zusatz....weiterlesen










