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Ulm News, 30.04.2020 18:18

30. April 2020 von Ralf Grimminger
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Corona trifft Ulmer Arbeitsmarkt – Kurzarbeit greift


Im April färbte Corona zum ersten Mal auf die Arbeitsmarktzahlen ab. Die Arbeitslosigkeit stieg im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm signifikant an. Im April waren 9 297 Frauen und Männer arbeitslos, 1478 oder 18,9 Prozent mehr als im März und 2317 oder 33,2 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote sprang von 2,6 Prozent auf 3,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie bei 2,3 Prozent. Einen kräftigeren Aufwuchs der Arbeitslosigkeit gab es zuletzt im Januar 2009.

„Die Corona-Krise trifft den hiesigen Arbeitsmarkt mit gehöriger Wucht, aber das Instrument Kurzarbeit greift und verhindert einen deutlich stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit“, berichtet Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ulmer Arbeitsagentur. „Im März und April zeigten 4 588 Betriebe, also rund ein Fünftel aller Betriebe in der Region Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an“, fügt Auch hinzu. 
Auch am Stellenmarkt spiegeln sich die aktuellen Entwicklungen wider, wenngleich sich schon vor Beginn der Krise konjunkturelle Eintrübungen zeigten. Die übliche Frühjahrsbelebung ist ausgeblieben. Regionale Arbeitgeber meldeten 596 neue Arbeitsangebote. Das sind 55,6 Prozent weniger als im Vormonat und 63,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand ist um 371 Stellen auf 4 132 offene Angebote zurückgegangen. Das sind 8,2 Prozent weniger als im März und 33,7 Prozent weniger als im April 2019.

Arbeitslosigkeit

In beiden Rechtskreisen nahm die Arbeitslosigkeit sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich über nahezu alle Personengruppen hinweg zu und es ist davon auszugehen, dass der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten unter Druck bleiben wird.
Eine Zunahme an Arbeitslosmeldungen war besonders aus der Arbeitnehmerüberlassung, der Metall- und Elektroindustrie, dem Handel, dem Gastgewerbe und dem Bereich Verkehr und Lagerei heraus zu beobachten. Selbständige sind infolge des Shutdowns vermehrt auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Hinzu kommt, dass vorübergehend nicht alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen fortgeführt werden können, so dass deren Teilnehmer wieder arbeitslos sind.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) waren im April 5 673 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 1 030 oder 22,2 Prozent mehr als im März und 1 966 oder 53,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) waren 3 624 Menschen arbeitslos, 448 oder 14,1 Prozent mehr als im Vormonat und 351 Personen oder 10,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zugang zu Leistungen der Grundsicherung wurde durch das erste Sozialschutz-Paket der Bundesregierung vorübergehend erheblich erleichtert. Zielgruppe sind Selbständige und Freiberufler, aber auch Arbeitnehmer, wenn beispielsweise das Kurzarbeitergeld für den Lebensunterhalt nicht ausreicht.

Kurzarbeit

Nach einer ersten Schätzung im März liegen nun valide Werte zur Entwicklung der Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Krise vor.
Im Bezirk der Ulmer Arbeitsagentur zeigten in den Monaten März und April 4 588 Betriebe Kurzarbeit für maximal 81 124 Beschäftigte an. Zum Vergleich: Im März und April 2019 waren es 14 Betriebe, die für 246 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten. „Ein Anstieg in dieser Dimension ist beispiellos“, kommentiert Auch.
Doch diese Zahlen liefern noch keine Aussage über die realisierte Kurzarbeit. Denn ob und in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde, zeigt sich erst nach Eingang der Anträge auf Abrechnung beziehungsweise Bearbeitung der Abrechnungen. Dazu Mathias Auch: „Unsere Priorität Eins plus ist eine schnelle und zuverlässige Leistungsgewährung, um die Liquidität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu sichern. Dafür haben wir uns im laufenden Betrieb umorganisiert und unser Personal im Bereich Kurzarbeitergeld massiv aufgestockt.“ Zudem betont der Agenturleiter: „Kurzarbeit ist ein vielfach bewährtes Krisenüberbrückungsinstrument. Sie bewahrt Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit und ermöglicht es Unternehmen, nach der Krise mit ihrer eingespielten Stammbelegschaft schnell wieder durchzustarten.“

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm stieg die Arbeitslosigkeit um 18,9 Prozent, die Arbeitslosenquote sprang um 0,5 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Das ist auch unter den veränderten Rahmenbedingungen dieser Tage der niedrigste Wert im Land. Der Anstieg zum Vorjahr beträgt 0,8 Prozentpunkte. In Baden-Württemberg legte die Arbeitslosigkeit um 16,9 Prozent zu, die Arbeitslosenquote kletterte um 0,6 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

  1.  Im Landkreis Biberach stieg die Arbeitslosenquote auf 2,5 Prozent. Zum Vormonat sind das 0,4 Prozentpunkte mehr, zum Vorjahr 0,6. Mit 2 898 Frauen und Männern waren 411 oder 16,5 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 914 Menschen (plus 342), das Jobcenter des Landkreises Biberach 984 Frauen und Männer (plus 69). Im März und April zeigten im Landkreis Biberach 1 566 Betriebe für 36 997 Beschäftigte Kurzarbeit an.

 

Alb-Donau-Kreis. 3 418 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 132) oder das Jobcenter (1 286) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 564 oder 19,8 Prozent mehr Menschen als vor vier Wochen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,5 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 2,2 Prozent. Im März und April zeigten im Alb-Donau-Kreis 1 489 Betriebe für 18 560 Beschäftigte Kurzarbeit an.

 

  1.  Im Stadtgebiet Ulm waren 2 981 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 627) und das Jobcenter (1 354) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit stieg die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 503 Personen oder um 20,3 Prozent an. Die Arbeitslosenquote sprang um 0,7 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,2 Prozent. Im März und April zeigten im Stadtkreis Ulm 1 533 Betriebe für 25 567 Beschäftigte Kurzarbeit an.

 



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