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Ulm News, 21.12.2019 14:00

21. Dezember 2019 von Ralf Grimminger
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Erfolgreich im Kampf gegen Diabetes und extreme Adipositas bei Jugendlichen


Das Hormonzentrum für Kinder und Jugendliche des Universitätsklinikums Ulm ist von der Deutschen Diabetes-Hilfe ausgezeichnet worden.

Sie leiden oft unter hohem Blutdruck, Schlafstörungen, Störungen der Zuckerregulation und nicht zuletzt unter psychischen Problemen – Jugendliche mit extremer Adipositas. Die überflüssigen Pfunde können jedoch nicht einfach durch weniger essen und mehr Bewegung abtrainiert werden. Extreme Adipositas ist eine Krankheit, der eine hormonelle Störung der Energieregulation zugrunde liegt und die folglich auf wissenschaftlicher Basis behandelt werden muss. Unterstützung und Begleitung finden Betroffene an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Ulm, im Hormonzentrum für Kinder und Jugendliche.
Die Expert*innen des Zentrums wurden nun von der DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe für ihre Arbeit ausgezeichnet und erhalten von der gemeinnützigen Organisation 38.000 Euro an Spendengeldern. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 40 wird nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation von extremer Adipositas gesprochen. Menschen, die in diese Kategorie fallen, sind häufig von schweren Folgeerkrankungen, z.B. Typ-2-Diabetes betroffen. „Unsere Patientinnen und Patienten haben meist einen langen Leidensweg hinter sich. Der Kampf gegen die Pfunde ist für sie fast aussichtslos, denn herkömmliche Maßnahmen wirken bei extremer Adipositas nicht,“ erklärt Prof. Dr. Martin Wabitsch, der die Sektion pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm leitet.
„In unserem Hormonzentrum haben wir uns auf diese Fälle spezialisiert. Über die Auszeichnung der Deutschen Diabetes-Hilfe für unsere Arbeit freuen wir uns daher sehr.“ Die Patient*innen des Zentrums durchlaufen während ihrer meist mehrjährigen Betreuung verschiedene Phasen. Im ersten Schritt ist es wichtig, dass die Jugendlichen wieder Vertrauen in andere Menschen und sich selbst fassen und Selbstbewusstsein aufbauen. Sind die Patient*innen bereits von Typ-2-Diabetes betroffen oder gefährdet, wird eine medikamentöse Therapie begonnen. Die 14- jährige Songül etwa ist seit zwei Jahren am Hormonzentrum in Behandlung und wurde aufgrund ihrer Diabetes-Erkrankung bereits mehrmals stationär aufgenommen. „Bei Jugendlichen wie Songül ist es zuallererst wichtig, den Diabetes in den Griff zu bekommen. Gerade junge Menschen brauchen viel Unterstützung, um sich an das regelmäßige Messen des Blutzuckers, das Spritzen von Insulin und die Ernährungsumstellung zu gewöhnen,“ sagt Oberarzt PD Dr. Christian Denzer. Während dieser Zeit werden die Teilnehmenden auch langsam an sportliche Aktivitäten herangeführt – für viele das erste Mal im Leben – und lernen gesunde Essgewohnheiten kennen. Im zweiten Schritt bekommen die Patient*innen die Möglichkeit, längere Zeit in dem mit dem Universitätsklinikum Ulm kooperierenden Adipositas-Rehazentrum Insula zu verbringen. „Wenn Jugendliche, die unter extremer Adipositas leiden, ihr bisheriges Umfeld verlassen und in eine Umgebung kommen, in der es ihnen UNTERNEHMENS- KOMMUNIKATION Nina Schnürer Albert-Einstein-Allee 29 89081 Ulm nina.schnuerer@uniklinik- ulm.de T: 0731 500-43025 F: 0731 500-43026 Seite 2 von 2 UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION leicht gemacht wird, ihre Gewohnheiten umzustellen, verlieren sie meist sehr schnell viel Gewicht. 40 bis 50 Kilogramm in wenigen Monaten sind hier keine Seltenheit,“ sagt Prof. Dr. Martin Wabitsch. Der neue gesunde Lebensstil und die Gewichtsreduktion führen auch dazu, dass der Diabetes in vielen Fällen verschwindet. Nach dem stationären Aufenthalt bietet sich für die Patien t*innen die Unterbringun g in einer betreuten Wohngruppe an. Meist ist es für Betroffene dort einfacher, sich an die neu erlernten Gewohnheiten zu halten und nicht in alte Muster zurückzufallen. Einige Jugendliche schaffen es jedoch auch nach mehreren stationären Aufenthalten nicht, ein gesundes Gewicht zu halten. In diesen Fällen kann eine Schlauchmagen-Operation oder eine Magenbypass-Operation sinnvoll sein. Bei beiden Methoden wird der Magen stark verkleinert und kann nur noch eine geringe Menge an Nahrung auf einmal aufnehmen.
„Diese operativen Eingriffe sind schwere Einschnitte in das Leben der Patientinnen und Patienten“, betont Prof. Dr. Martin Wabitsch. „Wir führen sie deshalb nicht leichtfertig, sondern nur als ultima ratio durch.“ Operiert werden nur Jugendliche, die sich als zuverlässig und verantwortungsbewusst bewiesen haben, wie zum Beispiel der 20-jährige Pierre. Er hat sich nach mehreren erfolglosen stationären Aufenthalten und langjähriger Behandlung am Hormonzentrum schließlich vor zwei Jahren für diese letzte Methode entschieden. Seit der Operation hat der Auszubildende sein Gewicht fast halbiert und wiegt nun 104 Kilogramm. „Früher war Essen bei mir ein großes Thema. Heute kann ich zwar nur noch sehr kleine Portionen zu mir nehmen, diese reichen aber vollkommen aus,“ erklärt Pierre. „Seit der OP geht es mir körperlich viel besser: meine Blutwerte sind wieder normal und ich bin nicht mehr gefährdet, an Diabetes zu erkranken. Außerdem fällt es mir jetzt viel leichter, Sport zu treiben und meinen Hobbys nachzugehen.“
Die Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm bietet jeden Montag eine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche an, die an Adipositas und extremer Adipositas leiden. Die Expert*innen zählen jährlich circa 200 Neuvorstellungen mit Adipositas, darunter etwa 50 Fälle von extremer Adipositas.



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