Ulm News, 27.03.2011 22:11
ratiopharm Ulm unterliegt den Telekom Baskets Bonn mit 68:71 (36:39)
Dass es in Bonn bisweilen recht physisch, ja ruppig zugeht, hatte Mike Taylor schon vor dem 12. Ulmer Gastspiel in der ehemaligen Bundeshauptstadt vermutet. Und genau diese Art von Spiel beschrieb Manager Dr. Thomas Stoll, als er nach der 68:71-Niederlage von einer "heftigen, sehr harten Gangart sprach". Zwar hätte sich sein Team nach Kräften gewehrt, doch es reichte nicht.
Auch, "weil offensiv heute niemand wirklich gut war", so Stoll. Los ging das Spiel wie es endete: zerfahren. Einem Ulmer Blitzstart (4:0, 2. Minute) folgte ein 6:0-Lauf der Bonner. Wenngleich zu Beginn die Trefferquoten beider Teams stark ausbaufähig blieben, fing sich ratiopharm Ulm als erstes: Ein Dreier von Rocky Trice, je zwei Punkte von Robin Benzing und Tommy Mason-Griffin und in der 7. Minute lagen die Gäste mit 11:6 in Front. Doch die Partie blieb unübersichtlich bzw. recht körperbetont. Sehr zum Leidwesen von Big John Bryant, der im ersten Viertel zwar 6. Minuten auf dem Feld stand, aber nur einen Punkt und einen Rebound beisteuerte. ratiopharm Ulm musste nehmen, was die Bonner anboten: Und das waren Würfe außerhalb der Zone (14:9, 8.). Die Führung konnten die Ulmer dennoch nicht festhalten. Ein Grund: 5 Ballverluste in 10 Minuten. Ein anderer: Je ein Dreier von Tim Ohlbrecht und Jeremy Hunt. 16: 21 stand es also nach dem ersten Viertel. Im zweiten Speilabschnitt meldete sich dann Big John "zur Arbeit": Mit vier Punkten am Brett verkürzte er auf 20:24 (12.).
Doch das Bonner Center-Duo Ensminger & Ohlbrecht legte nach. Als dann Hunt noch einen Dreier draufpackte, sah es plötzlich düster aus: 20:31 in der 13. Minute. Mit seinem 8. Punkt im zweiten Viertel verkürzte Bryant in der 17. Minute auf 28:37. Das Spiel blieb aber weiter zerfahren, die Statistiken belegen es: Ende des zweiten Viertels standen 7 Ulmer Ballverluste lediglich 5 Assists gegenüber. Trotzdem wühlten sich die Ulmer zurück ins Spiel und verkürzen bis zur Halbzeit auf 36:39.
Dank eines Trice-Dreiers mit Ablauf der Wurfuhr nahmen sie eine Extraportion Selbstvertrauen mit in die Kabinen. Trotzdem kamen die Bonner frischer aus der Halbzeitpause: Bis zur 25. Minute gelangen ihnen immerhin 6 Punkte - Ulm lediglich 2 - zu wenig für Mike Taylors Geschmack, der beim Stand von 38:45 eine Auszeit beantragte.
Doch die Ulmer Offensive wollte nicht anspringen. Erst in der 27. Minute erzielte Mason-Griffin den vierten Ulmer Zähler des dritten Viertels (40:48). Bedenklich in die Höhe geschnellt war indes die Anzahl der Ballverluste: Bis zum Beginn des vierten Viertels (44:58) hatten die Ulmer 14 begangen, Bonn nur 7. In der 33. Minute erzielte Nic Wise per Dreier dann die höchste Bonner Führung (63:44).
Den Telekom Baskets waren also in den 13 Minute nach der Pause 24 Punkte gelungen, ratiopharm Ulm lediglich 8. Doch wenn aus dem Feld nichts geht, heißt die Devise eben zum Korb zu ziehen. Und das taten die Ulmer dann auch: Von der Freiwurflinie brachten sie sich zurück ins Spiel (54:63, 37.). Insbesondere Per Günther war in dieser Phase nur durch Fouls zu stoppen. Außerdem hatte Coach Taylor auf Zonenverteidigung umgestellt, was den Bonnern gar nicht schmeckte.
Als sich dann auch Benzing aus der Distanz meldete (61:65, 39), schien auf einmal wieder alles möglich. Doch das Aufbäumen kam zu spät: Bonn blieb von der Freiwurflinie sicher (4/5 in der letzten Minute) und ratiopharm Ulm lediglich die Erkenntnis, dass auch beim 12. Anlauf in Bonn nichts zu holen war.
Dran änderte auch der Dreier nichts mehr, den Dan Fitzgerald 5 Sekunden vor dem Ende zum 68:71-Endstand versenkte. "Wir hatten zum Schluss die Chancen, auch dieses Spiel noch zu gewinnen, aber die musst du dann einfach nützen", resümiert Stoll. Für Ulm spielten Mason-Griffin (4), Günther (10), Betz (5 Rebounds), Sonderleiter, Wenzl (2), Heberlein, Benzing (
12), Humphrey, Trice (17), Fitzgerald (6), Collins, Bryant (15).




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