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Ulm News, 04.11.2019 16:23

4. November 2019 von roberto benjamini
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"Die Puppe" - Liebe im 21. Jahrhundert


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Das Theater Neu-Ulm kündigt für Samstag, 9. November die zweite Neu-Inszenierung der laufenden Spielzeit an: "Die Puppe" von Miro Gavran. Eine Komödie über Künstliche Intelligenz, Rollenbilder und Klischees, die zeigt, dass nichts über wahre, warme, menschliche Liebe mit all ihren Emotionen geht. Karten hier.

Liebe in Zeiten von Künstlicher Intelligenz (KI): Ein Mann gewinnt eine Sexpuppe ? als Tester. Und das, kurz nachdem seine Freundin ihn nach sechs Jahren Beziehung verlassen hat. Sie wollte zu viel von ihm: Hochzeit und Kinder. Die Puppe scheint die ideale Partnerin zu sein, ganz darauf ausgerichtet, den Mann glücklich und zufrieden zu machen: Sex, Kochen, Abwasch, Small Talk. Alles könnte so schön einfach sein ? doch die Androidin wurde von einer Wissenschaftlerin programmiert, die von ihrem Ehemann verlassen wurde. Die Puppe hat deren kritischen Blick auf den Menschen und die Beziehung zwischen Mann und Frau inne. Der nächste Streit ist vorprogrammiert!

Das Stück lebt von dem Dialogwitz der spielerischen und humorvollen Situationen, die sich aus dem Gegensatz der beiden Figuren ergeben: Die Ansichten des in Selbstmitleid versunkenen Mannes treffen auf die sachlich-distanzierten Betrachtungen der Puppenfrau. Erst durch die Roboterfrau sieht er die Missverständnisse in Beziehungen zu Frauen und erkennt schließlich sein eigenes Fehlverhalten gegenüber seiner Freundin.

"Welch ein Glück für einen Mann: Marko hat eine weibliche Puppe gewonnen. Eine 'hochmoderne Puppe, konstruiert aus erneuerbaren organischen Stoffen, ökologisch perfekt'. Sie riecht 'wie eine junge ... Frau, die vor etwa fünfzehn Minuten aus der Dusche gestiegen ist, sich abgetrocknet und ein Deo benutzt hat.' Und sie hat nur eine Aufgabe: Männer glücklich zu machen. Mit Sex, aber auch, indem sie sich um den Haushalt kümmert und auf alle Wünsche des Mannes eingeht. Dabei ist sie immer zugewandt, ausgeglichen und verständnisvoll und hat so gut wie keine eigenen Bedürfnisse. Marko kann sein Glück kaum fassen, als er das Paket öffnet und Stella zum Vorschein kommt."
(Halrun Reinholz in: Augsburger Allgemeine)

Wirklich ungetrübt ist es allerdings keineswegs, das Glück. Ungetrübt ist allerdings der Genuss des Publikums.

Darsteller:

Dalma Viczina spielt die Titelfigur, "Die Puppe". Dalma ist gebürtige Ungarin. Bevor sie ihr Studium zur Musicaldarstellerin an der Universität der Künste in Berlin aufnahm, stand sie bereits in ihrer ersten Hauptrolle, als Wendla in dem Musical Frühlings Erwachen, am Operettszínház Budapest auf der Bühne.

Während ihrer Ausbildung war sie als Joanne in der Berliner Produktion von Rent und als Emily Brontë in der Uraufführung des Musicals Schwestern im Geiste an der Neuköllner Oper zu sehen. Nach ihrem Diplom 2015 folgten zahlreiche Engagements, unter anderem als Anita in West Side Story auf der Wilhelmsburg in Ulm und als Prinzessin Sophie in Ludwig2 im Festspielhaus Füssen.

Sie war mehrfach Finalistin und Preisträgerin bei Gesangswettbewerben, so 2015 beim Bundeswettbewerb Gesang.

Im Frühjahr 2017 war sie als Francisca in West Side Story an den Vereinigten Bühnen Bozen zu sehen. Seit 2016 gehört sie zum Ensemble der Schlager-Musical Ab in den Süden, mit der sie durch Deutschland tourt. Am Staatstheater Kassel steht sie für zwei Spielzeiten (2017-2019) im Musical West Side Story als Rosalia und Anita auf der Bühne.
Im Sommer 2017 gründete sie mit Krisztián Kiliti in ihrem Heimatland ihr eigene Theater Gesellschaft, die im Herbst 2018 die Premiere der Neuinzinierung von Gräfin Mariza im Nationaltheater Tirgu Mures (Rumänien) feierte, in der sie die Titelrolle übernahm.
Im Sommer 2019 war sie als Aldonza im Musical Klassiker, Der Mann von La Mancha bei den Schlossfestspielen Ettlingen zu sehen.

Marcus Jakovljevic spielt den Marko.

Der Vollblut-Schauspieler und Regisseur absolvierte seine Ausbildung an der Staatlichen Schauspielschule in Brüssel und verfügt über jahrelange Erfahrung sowohl am Theater als auch bei Film und Fernsehen. Für seine erfolgreiche Regie-Arbeit wurde er mit dem Publikumspreis der Stadt Rotterdam ausgezeichnet. Zum Publikumsliebling wurde er als "Räuber Hotzenplotz" auf der Naturbühne am Blauen See in Ratingen. Auch seine Auftritte bei den Festspielen Burgrieden (zum Beispiel als Sam Hawkens) kamen sehr gut an.

Vielen Fernsehzuschauern dürfte Marcus bekannt sein durch seine Rollen im "Tatort", als Sketchpartner von "Cindy aus Marzahn" oder "Henker und Richter". Unter der Regie von Grimme-Preisträgerin Isabel Kleefeld drehte er für den Kino-Film "Ruhm".
 
Die Arbeit bei "Niedrig und Kuhnt" empfindet Marcus als große Bereicherung, da er sich im Team sehr wohl fühlt, sich gut einbringen kann und oftmals seine Spontanität und sein Wortwitz gefragt sind.
 
Kaum jemand im Familien- und Freundeskreis kam bisher nicht in den Genuss von Marcus' Passion als Hobby-Friseur; außerdem hegt er seine Zimmerpflanzen, seine Tiere und seinen Garten, während er früher nationale und internationale Titel als Mittelgewichtsboxer sammelte und als Fußball-Torwart mit sehr kreativen und unorthodoxen Spielzügen Furore machte.

Jetzt schreibt er im Theater Neu-Ulm ein weiteres Kapitel seiner Schauspieler-Laufbahn.

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