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Ulm News, 14.06.2019 10:58

14. Juni 2019 von Ralf Grimminger
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8. Ulmer Wundkonress: Richtige Kommunikation zwischen Patienten und Behandler ist das A und O


„80 Prozent der kritischen Fehler in der Behandlung von Wundpatienten sind auf Defizite in der Kommunikation zurückzuführen“, sagte Gerhard Schröder, Direktor der Akademie für Wundversorgung (Göttingen) beim diesjährigen 8. Ulmer Wundkongress des Häussler-Forums im Edwin-Scharff-Haus. Er forderte vor 513 Teilnehmern einen Kulturwandel und eine Änderung der Geisteshaltung, denn nur so könne manches Problem vermieden werden.

 Der Krankenpfleger und Autor stellte es in Frage, ob es wirklich „schwierige Patienten“ gibt. Schließlich verspüre man als Kranker einen Leidensdruck, beobachte den Krankheitsverlauf pedantisch, habe oft Schmerzen, die zu wenig vom Umfeld wahrgenommen würden und fühle sich nicht ausreichend behandelt sowie verstanden. Hinzu kommen Ängste, aufgestaute Probleme und manchmal lange Wartezeiten aufgrund Personalmangels, die durchaus dazu führen könnten, dass ein Patient aggressiv reagiere. Schröder: „Menschen wollen verstanden, informiert und akzeptiert werden sowie autonom bleiben“, so der Fachmann. Als Lösung für den Alltag empfahl er dem Behandler, bei der eigenen Empathie für das Gegenüber anzufangen. Gefühle wie Wut und Enttäuschung seien hier fehl am Platz, vielmehr ginge es um Mitleid, Zuwendung, Ernst nehmen, Augenkontakt, Ehrlichkeit und Vertrauensbildung. Schröder empfahl frühzeitig Fragen an Patienten zu stellen, wie diese: Was belastet sie derzeit? Was erwarten Sie von der Behandlung? Warum glauben Sie, dass sie krank sind? Was hat Ihnen bisher am meisten geholfen? Gerade im Umgang mit chronisch Kranken sei es hilfreich, das Gegenüber ausreden und sich mitteilen zu lassen und die Kommunikation nicht zu unterbrechen.
Der 8. Ulmer Wundkongress stand unter dem Thema „Brennpunkt Wunde- die Sprache der Wunde“. Häussler-Geschäftsführer Hans-Peter Dahlmann stellte klar, wie schwierig Kommunikation sei und auch die ständige Gefahr des Missverstehens. „Das Wichtigste dabei ist das, was nicht gesagt wurde zu verstehen“, stellte Dahlmann fest.
Als Schirmherrin erinnerte die CDU-Bundestagsabgeordnete in ihrer Video-Botschaft an zahlreiche Gesetzesvorhaben, die im Pflegebereich zu Verbesserungen führen sollen. Sie bat darum, sich in die aktuelle Debatte einzubringen, denn Pflege sei kein Selbstzweck sondern der Ausdruck einer humanen Gesellschaft und der Würde des Menschen in allen Lebenslagen. Mit der „Sprache des Gospel“ begeisterte die Ulmer Gospelsängerin Siyou die Teilnehmer während ihres Auftrittes. Sechs weitere Referenten befassten sich im Laufe des Tages mit Fragen wie „Die Sprache des Wundschmerzes“. Thomas Bonkowski skizzierte die Sorgen und Nöte von 4,5 Millionen Menschen mit chronischen Wunden, die verbunden mit Angst und Stress einen Teufelskreis darstellten.“
Wundtherapie ist ein filigranes Handwerk und kann Vieles lindern“, betonte der Wundexperte. Über die strafrechtliche Haftung informierte Prof. Dr. Volker Großkopf). Er freute sich darüber, dass man ab 2020 „Pflege“ studieren könne und es endlich zur Begegnung auf Augenhöhe zwischen Pflegenden und Ärzten komme.“ Ist eine Wundversorgung für 40 Euro im Quartal möglich“, fragte Werner Sellmer und bejahte dies. Sein Motto:“ Eine erfolgreiche Wundversorgung macht Spaß und schafft Lebensqualität.“
Wenn der Patient nicht will…“ lautete das Thema von Kerstin Protz. Die erfolgreiche Buchautorin sprach in ihrem Vortrag Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer und Depression sowie patientenbezogene Störfaktoren an. Eindrucksvoll zeigte Bernd von Hallern als „Sherlock Wounds in der Wunde“, zu welchen Falschbehandlungen es kommen könne und wie sich diese korrigieren lassen. „Wunden durch Drogenkonsum „ hat Dr. Michaela Knestele schon mehr fach gesehen und auch solche, die in Wirklichkeit auf Insektenstichen basierten.
In den Pausen konnten sich die Teilnehmer an Ständen der 33 Aussteller aus der Gesundheitsindustrie über neue Produkte und Trends informieren.



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