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Ulm News, 15.04.2019 11:11

15. April 2019 von Ralf Grimminger
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Elinaki, Bootshaus und viele mehr: Bewegung in der Ulmer Gastronomie


In der Gastronomie in Ulm und Neu-Ulm ist derzeit viel in Bewegung. Ausgehen, trinken und essen sind nach wie vor angesagt, vorausgesetzt Konzept, Qualität und Lage der Lokalitäten stimmen. Ein kleiner Kneipenbummel ohne Anspruch auf Vollständigkeit. . .  

Bootshaus

Die größten Wellen  produziert derzeit die Insolvenz des Bootshauses am Ulmer Donauufer. Das Bootshaus, eigentlich eine schwimmende Plattform aus Glas, das der Ulmer Großgastronom Ebbo Riedmüller für über drei Millionen Euro bauen und am Donauufer anlanden ließ, war von Riedmüller überraschend an Marcus Bühler, der bis dahin gastronomisch in Ulm nicht besonders oder gar durch eigene Objekte aufgefallen war, verpachtet worden. Bühler konnte das schwierige gastronomische Objekt – kaum Parkplätze, zu weit entfernt von anderen, angesagten Innenstadt-Lokalitäten, extrem schwankender Personalbedarf je nach Wetterlage und Lärm empfindliche Nachbarn am Neu-Ulmer Ufer – offensichtlich nicht annähernd gewinnbringend führen. Bühler und seine zwei Geldgeber erlitten schnell Schiffbruch mit dem Bootshaus. Betroffen sind davon auch weit über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nun wird ein Insolvenzverfahren in Gang gesetzt.  Ebbo Riedmüller kündigte umgehend  an, das Bootshaus künftig nur noch als Eventlocation, also nur bei gebuchter Veranstaltung betreiben und öffnen zu wollen. Wenn die Stadtverwaltung diese Pläne gutheißen würde, wäre dies allerdings überraschend. Schließlich hat die Stadt die Verwandlung eines kleinen, später abgebrannten Partybootes in eine um ein Vielfaches größere, moderne Glasplattform nach Kräften unterstützt, beispielsweise indem eigens von der Adlerbastion eine Abwasserleitung zum Bootshaus gelegt wurde. Diese Investition aus dem Stadtsäckel wurde getätigt, um das Donauufer für alle mit einem außergewöhnlichen Lokal  aufzuwerten und wohl kaum nur für die Familienfeier Einzelner oder die geschlossene Veranstaltung einer Firma. Mittlerweile ruderte Riedmüller zurück. Jetzt spricht er von vielen Interessenten, die das Bootshaus pachten wollen. Eine weitere Verpachtung mit Tagesbetrieb scheint daher wahrscheinlicher.  

Fifty-Eight

Ebenfalls am Donauufer hat „Fifty Eight“ neben dem SSV-Bad  eröffnet.  Betreiber Jens Gramer will im ehemaligen „Il Salento“ Einkaufen, Gastronomie und Service vereinen. Dort gibt es trendige Streetwear-Kleidung und Skater-Bedarf  – wie zuvor im Geschäft in der Ulmer City – und nun auch Gastronomie. Im Lokal mit Dachterrasse wird eine Auswahl saisonaler Gerichte und Weine serviert, darunter auch für Vegetarier und Veganer. In einer „Allgäuer Hütte“ können kleinere Privatpartys oder Firmenevents in uriger Atmosphäre gefeiert werden. 
Im Sommer wird das Areal am SSV-Bad zu einem Zentrum für Stand-Up-Paddling. Gramer und sein Team geben Kurse für die Trendsportart auf der Donau und verleihen die SUP, an jene, die das Stehpaddeln schon beherrschen. Gramer, 25 Jahre lang erfolgreich mit seinem Fifty Eight-Geschäft erfolgreich, geht mit dem Konzept neue Wege: Nachdem ihm der zunehmende Online-Handel zu schaffen gemacht hat, stieg er auf SUP, Kurse und Gastronomie um - und wechselte von der Innenstadt in die Au.    

Abraham‘s

Der Ulmer Gastronom Christian Becker hat das Steakhouse „La Fonda“ geschlossen. Das Lokal wurde vom Nachbarn  „Trödler Abraham“ übernommen und heißt nun „Abraham‘s Bar“ . Dort gibt es schwäbische Speisen und Getränke. Die Gäste können später am Abend dann direkt nebenan in den „Trödler“ wechseln, der nach wie vor beliebtesten und kultigsten Absacker- und Absturz-Bar in Ulm. Auch der Trödler war lange Zeit in der Hand von  Christian Becker, der jetzt auch das vor einigen Jahren aufwendig und teuer umgebaute Steak-Lokal an den Betreiber der Partylocation übergeben hat

 Enchilada

Mit erheblichem finanziellem Aufwand wird derzeit das ehemalige „Besitos“ am südlichen Münsterplatz in ein neues, zunächst zweites „Enchilada“ umgebaut.  Im Inneren wurden neue Leitungen, eine moderne Küche eingebaut und alte Mauern im großen Gastraum freigelegt, so dass den Gast ein gastronomisches Schmuckstück direkt am Münster erwartet.  Zunächst wird es in Ulm also zwei Enchilada-Restaurants geben.

Vapiano

Die Dauerbaustelle des Dornstadter Unternehmers und Investor Franz Mack ( CNC-Technik Mack GmbH & Co. KG) im ehemaligen Modehaus Honer – oder was noch davon übrig ist – scheint,  langsam dem Ende entgegen zu gehen. Derzeit läuft der Innenausbau des börsennotierten Pasta-Lokals, über dessen Befindlichkeiten die Heimatzeitung freundlich und kostenlos regelmäßig mit großen Artikeln berichtet. Die nächsten großen Berichte sind zu erwarten, wenn das Nudellokal mit einem Franchise-Nehmer im Sommer mit einjähriger Verspätung öffnet. Derzeit wird über das Ausmaß der Außenbestuhlung mit der Stadt verhandelt, wobei es verwundert, dass dies nicht bereits mit den ersten Planungen und der Baugenehmigung  besprochen wurde. Es geht darum, wie sehr sich des Trendlokals in Richtung südlicher Münsterplatz oder Brauteingang beim Münster mit seiner Außenbewirtschaftung ausdehnt. Was sich unweigerlich auf die Atmosphäre des Platzes auswirken wird. Wie sehr eine massive Bestuhlung die Atmosphäre von Plätzen oder Gassen verändert, zeigt sich beispielsweise in der Kramgasse und auf dem Judenhof.
Trend ist nicht alles oder flüchtig. Das sieht man auch auf der anderen Seite des Münsters. Das ebenso begeistert von der Heimatzeitung hergeschriebene amerikanischen Kaffee-Lokal („Nur noch drei Tage bis zur Eröffnung“), das in Deutschland clever und legal das Steuerzahlen weitgehend umgeht, wird von den Gästen bislang nicht gerade überrannt.

Hans im Glück

Ein weiteres systemgastronomisches Trendlokal, dem auch schon viele Zeilen gewidmet wurden, obwohl sich lange Zeit nichts getan hat. Das Hamburger-Lokal wird am Münster (ehemals Buchhandlung Herwig) die Gäste verköstigen und die Auswahl an Hamburger-Läden in der Münstertstadt nochmals vergößern, wenn der Umbau denn beendet ist.

Elinaki

Wie man mit einer cleveren Idee, Atmosphäre und Qualität auch ohne Kette, Börse und medialer Unterstützung erfolgreich sein kann, beweisen die Brüder Dimitrios Prokopis und Ilias Prokopis mit dem Lokal „Elinaki“, das übersetzt „Kleiner Grieche“ heißt.  Im „Elinaki“ in der Herrenkellergasse kocht Ilias Prokopis, den Service leitet Dimitrios Prokopis, ehemals mit Lisa Geiger Mitbesitzer des Wiley Clubs.  Das Lokal, ohne den üblichen griechisch-kitschigen Dekoschnickschnack, funktioniert wie eine Tapas-Bar – mit griechischen Speisen. Auf der Speisekarte stehen beispielsweise gegrillter Schafskäse, Calamari, Brotsalat, Grillgemüse oder Pita mit Grillfleisch. Die Gäste sitzen gemütlich und ungezwungen bei Wein und Wasser zusammen und wählen je nach Gusto ihre Schälchen mit mediterranen Leckereien. Ein wenig Urlaubsatmosphäre in Ulm und ein Konzept, das hervorragend ankommt. In Ulm oder Neu-Ulm gab es lange Zeit kein Lokal, das so erfolgreich gestartet ist und von den Gästen so begeistert angenommen wurde, wie das „Elinaki“.
Nebenbei bereichert das „Elinaki“ auch die Herrenkellergasse. Gleich nebenan wird ein Nachfolger für das geschlossene Eislokal gesucht, möglicherweise eröffnet dort eine coole Cocktailbar. Das „Elinaki“ bringt neben dem Feinschmecker-Restaurant „Bi Braud" von  Alina Bebrout, „Frau Berger“, „Zuckerbäcker“, dem beliebten und immer gut besuchten "Cafe Gustaff" von Steffi Aschoff, „Herrenkeller“, dem Top-Imbiss von „Geydan-Gnamm,  der Lefrank Fisch-Manufaktur und dem „Stella“ viel Frequenz in die Gasse – und das ganz ohne Jammern über zu wenige Parkplätze.     

Neuer Feinschmecker-Tempel

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass sich die Betreiber des vielfach ausgezeichneten Sterne-Restaurants „Neuhof am See“ für geeignete Räume in Ulm interessieren. Das würde in erster Linie die Feinschmecker in Ulm und Umgebung interessieren und Konkurrenz für die Platzhirsche „Lago“, „Siedepunkt“ und „Bad“ in Langenau bedeuten.  Das Restaurant „Neuhof am See“ in Gundelfingen bietet internationale Trends aus den Küchen der Welt, kombiniert mit Erzeugnissen aus der Region, ergänzt durch eine ausgesuchte Weinkarte, für die übrigens Haris Papapostolou, früherer Chef des beliebten Restaurants „Yamas“ verantwortlich zeigt.

Lessing’s

In Neu-Ulm ist das Restaurant „Lessing’s“ in der Oldtimerfabrik Classic in der Lessingstraße nach einem größerem Umbau startklar. Das Restaurant, das zum „Hirsch“ in Finningen gehört, aber mit eigenständigem Personal und moderner, frecher Küche betrieben wird, öffnet in den nächsten Wochen.



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