Ulm News, 12.01.2019 10:20
200 Polizisten bei Drogen-Razzia in Neu-Ulmer Innenstadt im Einsatz
Über zweihundert Polizisten waren am Freitagabend bei einer Drogen-Razzia in der Neu-Ulmer Innenstadt im Einsatz. Gegen 20 Uhr wurde die Reuttier Straße gesperrt und eine gut geplante Durchsuchungsaktion begann in einer Asylbewerber-Unterkunft, die nach Informationen von ulm-news bis nach Mitternacht andauerte.
Text/Fotos: Thomas Heckmann
Dabei wurden nicht nur Drogen gefunden, sondern auch Haftbefehle vollstreckt. Bereits im vergangenen Jahr führte die Polizeiinspektion Neu-Ulm sogenannte Begehungen in der Unterkunft durch, um Erkenntnisse zu gewinnen, wer dort alles wohnt und was sich dort abspielt. Marcus Hörmann, Einsatzleiter und Leiter der Polizeiinspektion, hat die Asylbewerber-Unterkunft daher schon länger im Auge. Die Ermittlungen führten zu konkretem Tatverdacht und ein Richter erlies mehrere Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle. Um diese durchzusetzen, kam massive Verstärkung von der Bereitschaftspolizei.
Über 200 Polizeibeamte waren mit fast 50 Fahrzeugen im Einsatz, teilweise mit Schutzausrüstungen. Um ungestört und sicher arbeiten zu können, war die vierspurige Reuttier Straße zwischen der Bahnhofstraße und dem Augsburger-Tor-Platz gesperrt. Nur für die Stadtbusse der Linie 7 wurden immer wieder die Polizei-Busse, die als Barrieren dienten, auf die Seite gefahren. In der mehrstöckigen Asylbewerber-Unterkunft wurden die Zimmer akribisch durchsucht, dabei kamen auch Drogenspürhunde zum Einsatz. Die Fenster wurden geöffnet und auch auf den Fensterbänken unter dem Schein der Taschenlampen nach Drogenverstecken gesucht. Immer wieder wurden Bewohner und Besucher aus dem Gebäude in wartende Kleinbusse gebracht und mit Blaulicht zur nahegelegenen Polizeiinspektion gefahren. Dort wurden weitere erkennungsdienstliche Maßnahmen durchgeführt und möglicherweise auch Haftbefehle umgesetzt.
In der Nacht konnte Einsatzleiter Hörmann gegenüber ulm-news noch keine Angaben zum Erfolg der Durchsuchungen machen. Erste Drogenfunde deuten wohl aber an, dass es in der Unterkunft einen schwunghaften Handel gab und Verkäufer und Konsumenten Tür an Tür wohnen. Genauere Ergebnisse werden erst in den nächsten Tagen und Wochen erwartet, denn die Durchsuchungen führen zu umfangreichen Ermittlungen. Jede Droge muss nach ihrer Qualität bestimmt werden und auch einem Besitzer zugeordnet werden.
Auch die Polizei-Kollegen aus der baden-württembergischen Großstadt Ulm waren über den Großeinsatz informiert, denn die Unterkunft im bayerischen Neu-Ulm liegt gerade mal einhundert Meter von der Donau und damit der Landesgrenze entfernt. Auch für Drogendealer und Drogenkonsumenten bilden die beiden Städte einen gemeinsamen Raum und so müssen auch Polizeimaßnahmen miteinander abgesprochen werden, um nachhaltigen Erfolg zu haben und nicht einfach nur das Problem auf die andere Donauseite zu verschieben.
Text/Fotos:Thomas Heckmann




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