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Ulm News, 02.10.2016 17:19

2. Oktober 2016 von Ralf Grimminger
1 Kommentare

Autogrammstunde mit Shootingstar Lukas Rieger im Blautal-Center endet im Chaos - Mehrere tausend Fans wollen Popstar sehen - Event abgebrochen


Ausnahmezustand im Blautal-Center! Am verkaufsoffenen Sonntag interviewte  Musikchef Matthias Ihring im Einkaufszentrum den Shooting-Star Lukas Rieger. Den 17-jährigen Sänger aus Hannover, der gerne mit Justin Bieber verglichen wird,  wollten an diesem verregneten Nachmittag nach Veranstalterangaben mehrere tausend Teenager sehen, hören und spüren. Doch es kamen viel zu viele Fans: Um das Einkaufszentrum kam es zu einem Verkehrschaos, innen war die Situation auch bedrückend. Es herrschte großes Gedränge, Scheiben gingen zu Bruch und 18 junge Fans kollabierten, so dass die Veranstaltung mit dem jungen Popstar sicherheitshalber vorzeitig abgebrochen wurde. Helfer rückten mit 4 Feuerwehrfahrzeugen und 16 Rettungswagen mit 39 Mitarbeitern an sowie sechs Notfallseelsorger. Die Polizei war mit sechs Streifenwagen vor Ort. Lukas Rieger wurde von der Polizei mit Blaulicht in Sicherheit an einen unbekannten Ort gebracht.  Die Polizei ermittelt jetzt, wer für die Veranstaltung und deren Sicherheitskonzept verantwortlich ist. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Behörden und Rettungsdienste vorab nicht über die Veranstaltung informiert.  Die Leitung des Centers schrieb: "Entgegen anderslautender Gerüchte gab es zu keinem Zeitpunkt eine Panik" und entschuldigte sich bei den Anwesenden.     

Mit Lukas Rieger hatte Radio 7-Musikchef Matthias Ihring einen  absoluten Shootingstar zu Gast. Im Blautal-Center beantwortete der junge Sänger selbstbewußt die Fragen von Matthias Ihring. Allerdings so gut es ging, denn seine meist weiblichen Fans kreischten und gerieten immer wieder in Verzückung, wenn Lukas Rieger über seine Tournee ab November sprach und auch sein  Debütalbum "Compass" vorstellte, das seit Freitag im Handel erhältlich ist. Es herrschte teilweise lautes Gekreische und Gedränge wie früher bei den Backstreet Boys oder Take That. Solange die Fragen gestellt wurden, lief noch alles okay.   
Bei der anschließenden Programmstunde, die auf der anderen Seite geplant war, war die Menge aber nicht mehr zu halten und die Security-Mannschaft überfordert. Das Gedränge und das Chaos im Center wurden immer größer. Fans, die schon mehrere Stunden vor dem Blautal-Center, dann im Einkaufszentrum auf ihren Star gewartet hatten, kollabierten und Scheiben gingen zu Bruch. Auch waren nach Augenzeugenberichten Lifte und Rolltreppen im Einkaufscenter gesperrt.  Lukas Rieger verließ die Aktionsbühne und brachte sich in Sicherheit. Doch das Gedränge vor der Bühne wurde nicht weniger.  Am späten Nachmittag mussten Feuerwehr, Polizei und Sanitästdienste anrücken. Die Kriminalpolizei nahm erste Ermittlungen auf. 
Der Facebook-Eintrag von Lukas Rieger aus dem Blautal-Center mit enstprechenden Kommentaren seiner Fans zur Veranstaltung wurde von seinem Team umgehend gelöscht, obwohl der 17-Jährige an dem Chaos schuldlos war. Aber eine solch chaotische Veranstaltung passt dann wohl dich nicht zur Erfolgscheichte des jungen Popstars.
Der 17-jährige Hannoveraner ist ein typischer Vertreter seiner Generation. Über eine Million Fans folgen dem jungen Künstler auf Instagram, rund 250 000 liken seine Posts auf Facebook, seine Videos auf YouTube sahen 2,5 Millionen Menschen weltweit. Er sieht gut aus und wird gerne als deutscher Justin Bieber ettiketiert. Anfang des Jahres ging der 17-Jährige nach Los Angeles, um dort mit Produzenten von Weltstars wie Selena Gomez, Chris Brown und Rihanna an seinem Debütalbum zu arbeiten.

Polizei ermittelt - Behörden über Event nicht informiert

Die Polizei ermittelt jetzt, wer für die Veranstaltung und deren Sicherheitskonzept verantwortlich ist. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Behörden und Rettungsdienste vorab nicht über die Veranstaltung informiert.

Blautal-Center: Zu keinem Zeitpunkt eine Panik

"Wir bedauern sehr, dass es beim heutigen Auftritt von Lukas Rieger im Blautal-Center zu einem Zwischenfall gekommen ist. Besonders bedauerlich finden wir, dass dabei mehrere Personen leicht verletzt wurden", heißt es in der am frühen Abend verbreiteten Stellungnahme des Blautal-Centers. "Entgegen anderslautender Gerüchte gab es zu keinem Zeitpunkt eine Panik, wie auch die Polizei Ulm in ihrem Statement bestätigt. Wir können versichern, dass bereits im Vorfeld der Veranstaltung vorbereitende Maßnahmen für einen reibungslosen Ablauf durch uns getroffen wurden und auch eine Verstärkung des Sicherheitspersonals stattgefunden hat", heißt es weiter in dem Schreiben. "Wir schulen unsere Mitarbeiter speziell auch mit Blick auf solche Situationen, damit sie möglichst immer angemessen handeln. Wenn das im Einzelfall einmal nicht gelingt, so möchten wir uns dafür entschuldigen. Das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Besucher haben für uns stets höchste Priorität, weshalb wir den heutigen Tag selbstverständlich in allen Details aufarbeiten und die notwendigen Schlüsse aus den Ereignissen ziehen werden", so die Centerleitung, und fügt an: "Abschließend möchten wir uns bei allen Gästen des heutigen Tages für die Unannehmlichkeiten entschuldigen".  
Text: Ralf Grimminger/Thomas Heckmann



1 Kommentar(e)

04. Oktober 2016 von riah

Für Unannehmlichkeiten Entschuldigen ist eine unmögliche Untertreibung der Dinge, welche den Kindern in dieser Situation zugestossen ist. Und es war nicht Schuld der Kinder, dass sie kollabiert sind, sondern sie hatten um ihr Leben Angst, weil sie fast erdrückt wurden. Hier geht es nicht um Unannehmlichkeiten, sondern ernsthafte Traumata, welche die Kinder vielleicht ihr Leben begleiten werden. Das ganze Gerede von Wohlbefinden und Gesundheit unserer Besucher ist nur dummes Geschwätz, es geht allein um Profit und darum, die Karriere des kleinen Herrn Rieger nicht zu beschmutzen.


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