Ulm News, 23.01.2016 14:35
Die besten Feuerwehren der Welt zu Gast in Ulm - "Conrad Dietrich Magirus Award“ im CCU verliehen
Bereits zum vierten Mal verleiht die Ulmer Firma Magirus den „Conrad Dietrich Magirus Award“ an die besten Feuerwehren der Welt. Die jährliche Verleihung ist der Abschluss einer Abstimmung im Internet, bei der in verschiedenen Kategorien die bestens Feuerwehr prämiert werden. Sieger "International" wurde erneut die Feuerwehr Rio de Janeiro, Sieger "National" sechs Feuerwehren aus der Umgebung von Lauf an der Pegnitz in Bayern. Eröffnungsredner war der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, der Magirus als eine tief in Ulm verwurzelten Arbeitgeber darstellte und die Qualität der Magirus-Produkte als notwendig für die Feuerwehren weltweit lobte.
„Wie immer“ sprach der scheidende Oberbürgermeister in freier Rede und verabschiedete auch den bisherigen Magirus-Geschäftsführer Antonio Benedetti aus Ulm. Benedetti ist seit dem Jahreswechsel in England tätig. Zweiter Redner war Hartmut Ziebs, der frisch gewählte Präsident des Deutschen Feuerwehr-Verband. Auf ihn folgte dann der ex-Magirus-Geschäftsführer und Begründer des „Award“ Antonio Benedetti. Sein Lob an Ivo Gönner fiel deutlich aus: „Wenn Sie als Rechtsanwalt so sind wie als Bürgermeister, dann müssen sich die Staatsanwälte in Acht nehmen“ und an die Firma Magirus, Stadt Ulm, die Region und das Land gerichtet: „Ich liebe Deutschland, ich werde Euch nicht vergessen“.
Im Rückblick auf die Preisverleihung im vergangenen Jahr wurde die Gewinnerreise für die nationalen Vorjahressieger der Jugendfeuerwehr Deisel in Hessen. Die Jugendlichen durften die Feuerwehr in New York besuchen. Nationaler Sieger Reise nach New York Für das Musikprogramm war die Sängerin Vanessa Iraci gebucht, sie ist erfolgreiche Teilnehmerin der Casting-Show "The Voice of Switzerland".
Standing ovations bekamen stellvertretend für ihre 3.000 Kameraden zwei syrische Feuerwehrleute des Vereins „White Helmets“ für ihre Arbeit in ihrer Heimat, eindrucksvoll dargestellt in einem Video, das auf einer großen Leinwand den mehreren Hundert Feuerwehrleuten vorgeführt wurde. Ihrer herausragenden Rettungsaktion eines zwei Monaten alten Babys, das nach einem Bombenangriff zwölf Stunden verschüttet war, verdanken sie nicht zuletzt die Aufmerksamkeit von zahlreichen Nachrichtensendern wie CNN, BBC und Al Jazeera. „Unter extremen Bedingungen Menschenleben zu retten, ist die Arbeit eines jeden Feuerwehrteams. Was die „White Helmets“ jedoch täglich leisten, geht weit über unsere Vorstellungskraft hinaus. Sich unter den Verhältnissen, die derzeit in Syrien herrschen, und oft ohne passendes Equipment, in diese Gefahrensituationen zu begeben, verdient unseren höchsten Respekt. Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass wir die White Helmets“ als Paten für den Conrad Dietrich Magirus Preis 2015 gewinnen konnten“, so Andreas Klauser, Interims-Geschäftsführer von Magirus.
Nicht nur für die Tätigkeit als Paten waren die Syrer in Ulm, Magirus überraschte sie auch mit einem Geschenk: Eine Drehleiter. Das gebrauchte Fahrzeug vom Typ DLK 18-12 CC war jahrelang in Nordrhein-Westfalen im Einsatz und wurde im Ulmer Werk generalüberholt. „Die richtige Ausstattung entscheidet oft über Leben und Tod. Die mutigsten Helfer können nichts bewirken, wenn Sie die Opfer nicht erreichen können. Geräte wie die Drehleiter von Magirus sind für unsere Arbeit elementar, deshalb sind wir für diese Unterstützung sehr dankbar“, so Raed Saleh. Syriens größte regierungsunabhängige Organisation von Zivilisten ist oft einziger Hoffnungsträger für Millionen von Menschen im Kriegsgebiet. Ein Engagement, das bis heute knapp 100 freiwillige Helfer mit dem eigenen Leben bezahlten. Der Deutsche Feuerwehrverband e.V. zeichnete die „White Helmets“ für ihre unglaubliche Courage und ihre unermüdlichen Bereitschaft anderen zu helfen mit der Medaille f&a
mp;amp;a mp;amp;a mp;amp;a mp;amp;a mp;amp;a mp;uuml;r internationale Zusammenarbeit aus. Die Auszeichnung steht für Verdienste in der internationalen Zusammenarbeit mit den deutschen Feuerwehren und ihren Verbänden.
Drei Finalisten-Grppen waren als Preisträger "International" nach Ulm gereist. Zum zweiten Mal in Folge sichert sich ein brasilianisches Feuerwehrteam den internationalen Conrad Dietrich Magirus Award. Während des weltberühmten Karnevals bekämpften die Einsatzkräfte erfolgreich einen Großbrand in einem von Rios größten suburbanen Einkaufszentren. Ebenfalls unter die Top Drei schafften es die Feuerwehr Isfahan (Iran) und die Feuerwehr Istanbul (Türkei). „Feuerwehrteam des Jahres 2015 National“ wurden die sechs bayerischen Teams der Freiwilligen Feuerwehren Lauf an der Pegnitz, Neunkirchen am Sand, Ottensoos, Reichenschwand, Rüblanden und Speikern.
Den Preis erhielten sie für die Rettung eines verletzten Mannes, der nach einem schweren Verkehrsunfall im Wageninneren eingeklemmt war, entgegen. Dem Titel „Feuerwehrteam des Jahres“, machte auch das Team „Katastrophenalarm Rauschenhammermühle” (Bayern) alle Ehre, das gemeinsam mit der Feuerwehr Reutlingen (Baden-Württemberg) unter den Top Drei landen konnte und unter seinem Namen über 60 bayerische Feuerwehren vereint. Entscheidende Begründung für den Sieg der Bayern war eine Gemeinschaftsleistung: Ein 40-Jähriger Mann wurde bei einem schweren Verkehrsunfall so massiv in seinem Wagen eingeklemmt, dass sich das Team gezwungen sah, zu einem ungewöhnlichen Verfahren zu greifen. Alle zuvor versuchten Rettungsmethoden hatten versagt, als die Einsatzkräfte per „Oslo-Methode“ das Autowrack mit Ketten an Front und Heck auseinanderzogen und so den lebensbedrohlich verletzten Mann, eingekeilt im Fußraum des Wagens zwischen Bäumen und Verkehrsschild, befreien konnten.
Die in Skandinavien erfundene und in früheren Jahren gängige Rettungstechnik kommt vor allem dann zur Anwendung, wenn die Befreiung von Unfallopfern mit Rettungsschere und Spreize zu lange dauern würde oder die Feuerwehren in ländlichen Gebieten nicht flächendeckend über Rettungsscheren verfügen. Nach der Preisverleihung wurde im Congress Centrum ausgiebig gefeiert, für die Musik sorgte dabei die Iveco Big Band.
Text/Fotos: Thomas Heckmann




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