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Ulm News, 16.08.2015 00:00

16. August 2015 von Thomas Kießling
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Generation Y – Arbeitnehmer auf Wanderschaft


 Von dem Gedanken eines Lebensarbeitsplatzes hat sich Generation Y schon lang verabschiedet. Die Wechselbereitschaft ist latent immer vorhanden und hoch. 56% der Generation geht davon aus, weniger als 3 Jahre beim aktuellen Arbeitgeber zu verweilen. 42 Prozent finden Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber „ein überholtes Konzept“. Das stellt Personaler vor eine neue Herausforderung,* berichtet jobs-ulm. 

 Die Frage ist: Wie muss die eine Firma aufgestellt sein, damit die im harten Kampf rekrutierten Mitarbeiter auch eine Weile bleiben? Der wichtigste Punkt: Die Chefs müssen stimmen. „Mitarbeiter verlassen nicht Unternehmen, sondern Führungskräfte“, sagt Retention Experte Gerrit Mauch, Geschäftsführer der Retencon AG. Führungsfehler sind der häufigste Grund wenn Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen, gefolgt von der fehlenden Balance zwischen Arbeit und Privatleben. An dritter Stelle stehen mangelnde persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Wenn der Chef nicht zuhört, die Kollegen nur ihre eigene Suppe kochen und die Aufgaben den Mitarbeiter nicht weiterbringen, ist der neue Mitarbeiter beim nächstbesten Angebot weg.
"50 Prozent der Mitarbeiter bleiben im Unternehmen, weil sie dort Freunde haben", sagt Mauch. Eine Organisation mit guter Arbeitsplatzkultur führe nicht nur zu einer niedrigen Krankheitsrate und guter Produktivität, sondern auch zu Mitarbeiterbindung. Es lohne sich also, in ein gutes Miteinander unter den Kollegen zu investieren.
„Erlebnis bringt Ergebnis“, sagt Mauch. „Teamtraining kann Menschen wirksam zusammenbringen.“

Interessante Aufgaben sind gefragt

Generation Y ist die „Feedback Generation“. Der Traumchef der Generation ist fachlich qualifiziert, umgänglich und verständnisvoll. Er soll sich um sein Team kümmern und offen für Gespräche und Ideen sein, sagt eine amerikanische Studie. Die Generation Y will aber auch Feedback. Und das bitte ehrlich und regelmäßig. Nicht nur beim Jahresgespräch. An dieser Stelle müssen die Führungskräfte geschult werden. „Wir Menschen neigen von Natur aus dazu, uns selbst zu überschätzen, dies gilt vor allem für Menschen mit dem gesunden Selbstbewusstsein aus einer Führungsaufgabe.“, sagt Experte Gerrit Mauch.
Dass ein Mitarbeiter eventuell die besseren Ideen hat, müsse ein Chef also erst lernen. Nur so könne man das volle Potenzial der Mitarbeiter schöpfen. Und nur so fühlen gute Mitarbeiter sich wertgeschätzt. Für Unternehmen heißt dass: Wer seine Mitarbeiter halten will, muss Geld und Zeit investieren. Man braucht Chefs, die in Sachen Teambildung und Mitarbeiterführung geschult werden.
Gemeinschaftsfördernde Maßnahmen, die die Mannschaft zusammenschweißen. Und nicht zuletzt eine Personalabteilung, die jedem eine gezielte Weiterbildung und berufliche Perspektive ermöglicht. Ein guter Arbeitgeber zu sein kostet zwar zunächst Geld, aber es ist gut investiert. Man hält nicht nur die Generation Y längerfristig bei der Stange. "Auch die älteren und treuen Kollegen profitieren, wenn ihr Unternehmen immer besser wird", so Mauch.  



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