Ulm News, 25.11.2014 14:35
Pflege ist im Südwesten oft Gemeinschaftsaufgabe
Rund 280.000 Pflegebedürftige leben in Baden-Württemberg. Davon werden fast 70 Prozent zuhause betreut, mehr als zwei Drittel davon allein von ihren Angehörigen, also ohne professionellen Pflegedienst. Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) unter Pflegenden zeigen: Sie bekommen hierzulande mehr Unterstützung von ihrem privaten und gesellschaftlichen Umfeld als anderswo. 62 Prozent der Befragten teilen sich die Pflegaufgaben mit anderen Angehörigen, Freunden und Nachbarn, während bundesweit lediglich 54 Prozent gemeinschaftlich pflegen.
Außerdem erklärten in Baden-Württemberg 14 Prozent der Befragten, dass sie sich um eine nicht verwandte Person kümmern, im Länderdurchschnitt ist das nur bei sieben Prozent der Pflegenden der Fall. Auch sogenannte Helfernetzwerke nutzen im Land doppelt so viele Pflegende (15 Prozent) wie bundesweit (acht Prozent).
"Die Pflege ist eine anstrengende Arbeit, bei der viele Angehörige an ihre Grenzen geraten", sagt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. "Mit der Pflegereform erwarten wir ab dem kommenden Jahr mehr Flexibilität bei der Kombination verschiedener Betreuungsangebote und so eine deutliche Verbesserung der Leistungen für unsere Versicherten. Wichtig ist aber vor allem die Anerkennung und Unterstützung, die Betroffene und Pflegende durch Familie, Freunde und Nachbarn erfahren." Offensichtlich komme Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auch das große soziale Engagement im Land zugute, so Vogt. Baden-Württemberg war beim letzten Freiwilligensurvey 2009 das Bundesland mit den meisten ehrenamtlich Engagierten (41 Prozent der Bevölkerung).
Die Ergebnisse der TK-Umfrage zeigen: Pflegende in Baden-Württemberg können besser mit ihrer Situation umgehen und sind zufriedener. Angesprochen auf ihre Wünsche zur Unterstützung und Entlastung bei der Pflege erklärten 39 Prozent der Befragten und damit doppelt so viele wie im Länderdurchschnitt, dass "alles gut läuft" und sie keine Wünsche hätten. Während bundesweit fast jeder Dritte seine Gesundheit durch die Pflege gefährdet sieht, hegt nur jede fünfte Pflegeperson in Baden-Württemberg diese Befürchtung. Ärztliche Hilfe wegen der Belastung haben bundesweit 23 Prozent der Befragten beansprucht, in Baden-Württemberg nur 12 Prozent. Dagegen ist die Zustimmung zur Aussage, dass die Pflege auch eine Bereicherung des eigenen Lebens darstellt, im Land (65 Prozent) deutlich höher als bundesweit (47 Prozent).
"Ausschlaggebend für eine positivere Wahrnehmung der Pflegesituation in Baden-Württemberg könnten zudem die Beweggründe für die Übernahme der Aufgabe sein", so Vogt. Zwar standen die Begriffe Pflichtgefühl, Verantwortung, Selbstverständlichkeit, Familienzusammenhalt in Baden-Württemberg (31 Prozent) wie bundesweit (46 Prozent) an erster Stelle, doch wurden im Land die Begriffe emotionale Bindung, Liebe, Vertrautheit deutlich häufiger genannt (29 gegenüber 16 Prozent bundesweit).




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