Ulm News, 03.09.2014 10:05
Weitere Ukrainer werden in Ulm behandelt
Vier schwerverletzte Ukrainer sind am Dienstagabend im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BwK) eingetroffen. Die Soldaten wurden bei Kämpfen gegen Separatisten im Osten der Ukraine schwer verletzt und im Rahmen einer deutschen Hilfsaktion ausgeflogen. Text/Foto: Thomas Heckmann
Bei ihrem Staatsbesuch am 23. August in der Ukraine hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Hilfe zugesagt und nach ihrer Rückkehr die Bundeswehr mit der Umsetzung beauftragt. Insgesamt 19 Ukrainer hat die Bundeswehr in ihre vier Krankenhäuser aufgenommen. Nach dem Flug mit einem Spezial-Airbus von Kiew nach Berlin flogen die Ulmer Patienten mit einer Transall weiter nach Stuttgart. Mit einem zum Großraum-Rettungswagen umgebauten Bus der Stuttgarter Feuerwehr und einem Bundeswehr-Rettungswagen ging es über die Autobahn nach Ulm. Mit Blaulicht und eskortiert von Feldjägern trafen die Verletzten gegen 20 Uhr in Ulm ein. Die jungen Patienten erlitten in ihrer Heimat Schuss- und Explosionsverletzungen, die schon in Kiew Operationen erforderlich machten. Eine Gruppe Bundeswehr-Ärzte, unter ihnen der Ulmer Prof. Roland Schmidt, hatte über das Wochenende gemeinsam mit örtlichen Ärzten die Patienten ausgewählt, denen mit einer Weiterbehandlung in Deutschland gut geholfen werden kann. Da bei ihnen teilweise Lebensgefahr besteht, wurden sie während dem Flug und nun auch im BwK intensivmedizinisch betreut. Direkt nach der Ankunft erfolgten durch Ärzte mit Infektionsschutzanzügen erste Untersuchungen, denn zuerst soll sichergestellt werden, dass die Verletzten keine Keime mitbringen, mit denen sie andere Patienten oder das medizinische Personal gefährden. Zwei Patienten wurden sofort anschließend mit Computertomographen durchleuchtet, um die Schwere ihrer Verletzungen bestimmen zu können. Ein ursprünglich eingeplanter fünfter Patient hatte sich kurzfristig gegen die Behandlung in Deutschland entschieden, so dass insgesamt nur 19 statt der geplanten 20 Patienten nach Deutschland geflogen wurden. In den nächsten Wochen werden nun weitere Operationen an den Patienten vorgenommen, damit sie dann nach Abschluss ihrer Genesung wieder zurück in ihre ukrainische Heimat können. Die Kosten für die Behandlung trägt das Auswärtige Amt. Für das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus ist es mittlerweile fast schon Gewohnheit, im Auftrag des Auswärtiges Amtes humanitäre Hilfe zu leisten, erst im März kamen sechs Ukrainer zur Behandlung nach Ulm, im vergangenen Jahr acht Syrer und 2011 zwölf Libyer. Text/Foto: Thomas Heckmann




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