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Ulm News, 09.04.2014 15:10

9. April 2014 von Ralf Grimminger
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Biologie-Forschungsnachwuchs im Feuchtgebiet


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Beschreibung: Biologiestudentinnen und -studenten beim „Wetland ecology“-Kurs an der Universität Ulm. Im Hintergrund die Dozenten (v.r.): Dr. Tomáš Picek, Dr. Martin Werth, Jan-Erik Dickopp

Fotograf: Elvira Eberhardt

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Es gibt sie noch, die Biologen, die den Laborkittel auch mal gegen ein Paar Gummistiefel tauschen. Mit kleinen Behältern nehmen sie Wasser- und Bodenproben in den Mooren im Pfrunger-Burgweiler Ried. Sie sammeln Pflanzen aus Sumpfgebieten und bestimmen mit aufwändigen Apparaturen im Botanischen Garten den Gasaustausch zwischen Pflanzen, Boden und Luft. Drei Wochen lang haben sich Studentinnen und Studenten der Biologie im „Wetland Ecology“-Kurs an der Universität Ulm mit den komplexen ökologischen Prozessen in Feuchtgebieten beschäftigt.

„Wir binden mit diesem Intensivkurs die Studierenden in aktuelle Forschungsprojekte ein und zeigen ihnen dabei, wie man wissenschaftlich arbeitet“, erklärt Dr. Martin Werth. Der Biologe am Institut für Systematische Botanik und Ökologie hat den internationalen Studentenkurs als Studienlotse mit auf die Beine gestellt. An den Vormittagen erfahren die Kursteilnehmer alles Relevante über die Besonderheiten von Feuchtbiotopen, und zwar aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln der Ökologie, Biologie, Chemie, Physik und Biogeochemie. Ob Niedermoor, Hochmoor oder Sumpfgebiet, Fischteich oder Flusslandschaft. So vielfältig wie die Feuchtgebiete selbst, ist auch ihre ökologische, landwirtschaftliche oder klimatologische Bedeutung.

Wie wirkt sich zum Beispiel der Wasserstand in einem Moorgebiet auf die Emissionen klimaschädlicher Gase aus? Antworten hierauf sucht etwa ein Projekt der Universität Ulm, das vom Landesumweltministerium als BWPLUS-Programm unterstützt wird. Bei der von Professor Marian Kazda geleiteten Studie geht es um die klimatischen Auswirkungen unterschiedlich genutzter Moore in Baden-Württemberg, nicht zuletzt um die Erfassung des Austrags klimaschädlicher Gase wie Methan und Lachgas. Die Biologiestudenten lernen in diesem Intensivkurs nicht nur eigene kleine Forschungsfragen zu bearbeiten. Auch praktische Grundlagen sollen erlernt und vertieft werden: ob zur Probenaufbereitung und -analyse, zur Mikroskopie, Tier- und Pflanzenbestimmung oder zur Messung von Photosyntheseraten und Gasen. Vermittelt werden zudem die Methoden zur Bestimmung vielfältiger physikalisch-chemischer Parameter.

„Feuchtgebiete sind wertvolle und sehr empfindliche Ökosysteme. Im Kurs geht es nicht nur darum, ihre ökologische Relevanz zu verstehen, sondern auch um Fragen der landwirtschaftlichen Nutzung oder der natürlichen Abwasserbehandlung“, so Dr. Tomáš Picek von der Südböhmischen Universität Budweis. Der tschechische Biologe ist über ein Gastdozentenprogramm des Bundes-Projektes Uulm Pro Mint&Med an der Universität Ulm und leitet den mehrwöchigen Intensivkurs. An seiner Seite: Dr. Martin Werth und Jan-Erik Dickopp, Doktorand am Institut, die neben Picek ebenfalls Theorie- und Praxiswissen vermitteln. „Trotz des intensiven Arbeitspensums sind die Studenten begeistert von diesem Kurs. Und das merkt man bei der Präsentation der Ergebnisse auch an der Qualität der Beiträge“, so die drei Kursbetreuer bei der Abschlussveranstaltung. Fortgesetzt wird der Kurs im Juni mit mehrtägigen Exkursionen in Feuchtgebiete in Österreich, Tschechien und Deutschland.

Der „Wetland Ecology“-Kurs ist ein Ergänzungsangebot der im September stattfindenden internationalen „Soil&Water‘“ Summerschool, die federführend vom Fachbereich Biologie der Universität Ulm organisiert wird. Hierfür arbeiten ein gutes Dutzend Dozenten aus Universitäten in Tschechien, Estland, Frankreich und Deutschland zusammen. Soil&Water wird als Erasmus-Intensivprogramm von der Europäischen Union gefördert. Diese internationale zweiwöchige Sommerschule für Biologiestudenten befasst sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Bodenorganismen, Pflanzenwurzeln, Wasser, Gestein und menschlicher Nutzung.

„Wir sind sehr stolz auf dieses Gemeinschaftsangebot, denn keine der beteiligten Universitäten könnte allein ein derart spezielles und anspruchsvolles Programm stemmen“, versichert Projektkoordinator Dr. Philipp von Wrangell. So teilen sich Experten für klassische Bodenkunde, nachhaltige Bewirtschaftung und Klimaforschung Lehraufträge mit Bodenzoologen, Mikroorganismenforschern und Ökophysiologen. 2012 an der Südböhmischen Universität Budweis stand die natürliche Wasseraufbereitung sowie die regionaltypische Fischzucht im Mittelpunkt. Letztes Jahr an der Estonian University of Life Sciences in Tartu ging es vor allem um die Besonderheiten nordeuropäischer Böden sowie um nachhaltige Bodenbewirtschaftung in der intensiven Landwirtschaft. Diesen September steht Marseille auf dem Programm, und 2015 wird der Studentenkurs voraussichtlich an die Universität Ulm zurückkehren, wo vor drei Jahren bei einem internationalen Meeting die Idee zu diesem europäischen Gemeinschaftsprojekt geboren wurde. Ein Förderantrag beim DAAD wird gerade gestellt.



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