Ulm News, 12.04.2010 11:02
Gute Kritiken für "Frühstück bei Kellermanns" des AuGuS-Theaters
Szenen einer Ehe mit Wiedererkennungswert: In der Komödie 'Frühstück bei Kellermanns' glänzen Claudia Riese und Heinz Koch in Paraderollen. Dafür gab es langen Premierenapplaus im AuGuSTheater“, so leitet Christa Kanand ihre Rezension in der Südwest Presse (Montag, 12. April 2010) ein. Der am selben Tag veröffentlichte Bericht in der Neu-Ulmer Zeitung (Dagmar Königsdorfer) hebt den Aspekt hervor, die scheinbare Komödie könne aus Sicht der Frau auch eher eine Tragödie sein.
„ Überschrieben mit „Küche wird zum Schlachtfeld“ gipfelt die Südwest Presse-Rezension nach Informationen zum Regisseur (Rob Benjamini), zum Bühnenbild (Benjamin Dentler) und zum Stück im (leider sonst seltenen) Beschreiben des darstellenden Spiels:
"Das 'Frühstück bei Kellermanns', eine Erfolgskomödie der TV-Drehbuchautorin Ursula Hauke, wird zum ehelichen Kleinkrieg. Ein Kaleidoskop aus alten Gewohnheiten, Eifersüchteleien, Vorwürfen, Versöhnungen, Meinungsverschiedenheiten und Gezänk. Sie machen sich gegenseitig zur Minna und äffen sich nach. Die Wohnküche wird zum Schlachtfeld. Ein amüsantes Kräftemessen mit eingeplantem Wiedererkennungswert für das Publikum. Das hatte bei diesem witzig-ironischen Kammerspiel in der voll besetzten Studiobühne des Theaters viel zu lachen.
Klischee um Klischee ("Frauen reden über andere Leute, Männer nur über sich selbst") türmen sich in den realistischen Eheszenen. Regisseur Rob Benjamini vertraut auf die bissigen Dialoge und das komische Talent der beiden Schauspieler, ein seit rund 30 Jahren gut eingespieltes Theaterpaar. Claudia Riese, … , und Heinz Koch garantieren mit ihrem glaubhaften Spiel amüsante Höhepunkte, pointierte Wortgefechte, Sprach-Slapstick und Kurzweil.“
Die Mitarbeiterin der Neu-Ulmer Zeitung (Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen) meint, es handle sich nicht unbedingt um eine Komödie. Schon die Überschrift des Artikels von Dagmar Königsdorfer weist die Richtung: „Frustrierender Rollentausch“.
Im Artikel heißt es dann unter anderem: „Claudia Riese und Heinz Koch setzen im Neu-Ulmer AugusTheater Ursula Hauckes 'Frühstück bei Kellermanns' als Komödie um. Trotz Lokalkolorit, trotz des Spiels mit praktisch allen erdenklichen Klischees und trotz witziger Wortspiele - dieser Ansatz kann nicht wirklich funktionieren, denn die unterschiedliche Sicht auf Lottes Existenz eignet sich eher zur Tragödie.“
Dagmar Königsdorfer liest aus dem Stück heraus, dass Lotte zwar die Aktivere und Zukunftsorientiertere ist, der aber die ersehnte und sehr wohl auch zustehende Wertschätzung letztlich versagt bleibt. So fasst die Autorin zusammen: „Heinz Koch und Claudia Riese spielen Lottes und Rudis Beziehungsproblematik mit jenem Humor, der dem Paar Lotte und Rudi immer wieder eine Chance gibt. Dennoch - für eine Komödie endet 'Frühstück bei Kellermanns' zu frustrierend. Zwar ermutigen Rudi und Lotte zur Veränderung - aber dennoch: Lotte wird allein sein, wenn Rudi in Saudi-Arabien arbeitet. Und er wird finanziell wieder weit über ihr stehen. Ob sie sich ihre Wertschätzung so vorgestellt hat?“




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17. April 2010 von Veronika
also das Stück ist wirklich sehenswert und der Artikel in der Südwestpresse absolut passend...
und wer verrät den schon in einer Rezession von einem Stück das gerade erst angelaufen ist das Ende ;-( ts ts...
Das Studio war voll und den Leuten hat es gefallen und außerdem hat fast jede Komödie auch tragische Szenen....
wer über sich selbst und die althergebrachte Rollenverteilung schmunzeln kann und einen kurzweiligen Abend sucht ist in diesem Stück gut aufgehoben