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Ulm News, 22.01.2013 11:26

22. January 2013 von Thomas Kießling
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Prostatakrebs: Großstudie bewertet Therapien


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Beschreibung: Prof. Dr. Thomas Wiegel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Ulm.

Fotograf: Uniklinik Ulm

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Am heutigen Dienstag, 22. Januar, fiel in Berlin der Startschuss zu einer der größten klinischen Studien auf dem Gebiet der Onkologie – der sogenannten PREFERE-Studie. Hierbei werden erstmals die gängigen Behandlungsoptionen bei Frühformen von Prostatakrebs an rund 7600 Patienten vergleichend untersucht.

 Rund 1000 niedergelassene Urologen und Strahlentherapeuten sowie mindestens 90 Prüfzentren werden sich bundesweit an der Studie beteiligen. „Die PREFERE-Studie soll richtungsweisend sein für die Behandlung von Menschen mit Prostatakrebs im Frühstadium“, sagte Dr. Fritz Pleitgen, Schirmherr der Studie und Präsident der Deutschen Krebshilfe, in Berlin anlässlich der Pressekonferenz zum offiziellen Start des Großprojektes. „Wir rufen betroffene Patienten und niedergelassene Urologen auf: Beteiligen Sie sich an der Studie!“ Bis zum Jahr 2030 finanzieren die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt mit rund 25 Millionen Euro. „Die PREFERE-Studie ist das größte deutsche urologische Forschungsprojekt der letzten 50 Jahre“, erläuterte Professor Dr. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes. Der Mediziner leitet die Studie zusammen mit Professor Dr. Thomas Wiegel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm. „Jede der drei Therapieformen Strahlentherapie, Brachytherapie, also die Behandlung des Tumors mittels vieler kleiner, dauerhaft in der Prostata platzierter Strahlenquellen, und die aktive Überwachung wird im Vergleich mit der Radikaloperation auf ihre Effektivität überprüft“, erklärte Wiegel. Das Großprojekt hat vor allem ein Ziel: „Mit PREFERE wollen wir Sicherheit für den Patienten und das Ärzteteam schaffen“, erklärte Pleitgen dazu. „Die Frage nach der individuell besten Therapie soll durch die Erkenntnisse der Studie einfacher zu beantworten sein.“ Doch die Studie wird sich auch schon jetzt, direkt nach ihrem Start, positiv auf die Versorgung auswirken: „Alle betroffenen Männer profitieren ab sofort von der umfassenden und wissenschaftlich fundierten Aufklärung über die Vor- und Nachteile aller vier Behandlungsoptionen“, betonte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbands, federführend für die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. Erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren betreuen die Teilnehmer der Studie. Die Sicherheit und die Lebensqualität der Patienten stehen dabei an höchster Stelle. Sie werden nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt und erhalten eine Therapie auf höchstem medizinischem Niveau. Grundlage für PREFERE war ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Danach wurde die Aufnahme der sogenannten Brachytherapie in den ambulanten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zunächst ausgesetzt. Der Grund: Es gab keine ausreichenden Daten, um diese Behandlungsform zu bewerten. Daraufhin wurde das Studienkonzept für PREFERE 1/2 entwickelt, um die Brachytherapie mit anderen Therapien vergleichen zu können. Nach einer Reihe von ausführlichen Begutachtungen dieses Konzeptes und der Weiterentwicklung durch nationale und internationale Experten verschiedener Fachrichtungen konnte PREFERE schließlich auf den Weg gebracht werden. So finden die Studie und ihr Design auch die uneingeschränkte Unterstützung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das auch an der Konzeption beteiligt war. Nicht nur inhaltlich ist das Großprojekt richtungweisend, sondern auch organisatorisch, denn PREFERE ist eine Initiative von verschiedenen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens. Neben der Deutschen Krebshilfe beteiligen si ch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, der Berufsverband Deutscher Urologen, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe an dieser einmaligen Kooperation. „Die Durchführung der Studie und insbesondere ihre lange Laufzeit bis zum Jahr 2030 sind für alle Beteiligten eine große Herausforderung“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Das gilt auch für die Finanzierung von PREFERE – knapp 13,5 Millionen Euro werden von unserer Organisation übernommen und mit 11,5 Millionen Euro unterstützen die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt. Dieses Finanzierungsmodell erlaubt es uns, die Studie unabhängig von industriellen und kommerziellen Interessen durchzuführen – ganz im Sinne der Patienten.“



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