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Ulm News, 22.10.2012 15:00

22. Oktober 2012 von Ralf Grimminger
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Herbst-Konjunkturbericht der IHK Ulm: Regionale Wirtschaft sieht Entwicklung nicht mehr so optimistisch


Lange erwies sich die regionale Wirtschaft in der Schuldenkrise als recht robust. Nun zeigt sich, dass sie keinesfalls immun ist. Die Verunsicherung setzt sich fest, vor allem die Erwartungen an die künftige Entwicklung rutschen allmählich in den Keller. Investitions- und Beschäftigungsklima fallen ebenfalls ab. Wie genau sich die Konjunktur weiter entwickeln wird, hängt nach Einschätzung der IHK Ulm mehr denn je von der Politik ab.

Obwohl es in den regionalen Betrieben nicht mehr so rund läuft wie noch vor einigen Monaten, bleibt das Niveau beachtlich. So sind die Kapazitäten nach wie vor stark ausgelastet, Umsatzentwicklung sowie Ertragssituation bleiben im positiven Bereich. Bei der aktuellen IHK-Umfrage berichten rund 92 Prozent von einer guten oder zumindest befriedigenden Geschäftslage. Schlecht geht es lediglich acht Prozent. Grund für den erneuten Rückgang um 15 Punkte des IHK-Konjunkturklimaindex, der sich aus einer Kombination der aktuellen Lageurteile und den Geschäftserwartungen zusammensetzt, ist somit vor allem die Erwartungshaltung in der Wirtschaft. Dies gilt ins besondere für exportorientierte Betriebe.
Erstmals seit Mitte 2009 dreht der Indikator für die Geschäftserwartungen in den negativen Bereich. Nur noch etwa jeder siebte Betrieb setzt auf eine bessere Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Bei fast jedem Dritten überwiegt hingegen der Pessimismus. „Die anhaltenden Negativschlagzeilen aus den Euro-Krisenländern sowie ständig neue politische Debatten um die Zukunft des Euro hinterlassen nun einfach Spuren“, sagt IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz. Ein spürbarer Rückgang bei den Auftragseingängen trägt das Übrige bei. Zudem werden In- und Auslandsabsatz auch weiterhin als Risiken für die weitere Entwicklung angesehen. Hinzu kommt die anhaltende Kostenbelastung bei Energie und Rohstoffen.
Die zunehmende Verunsicherung der Unternehmen lässt sich auch beim Investitionsklima ablesen. Denn obwohl gegenwärtig eigentlich günstige Finanzierungs- und Standortbedingungen herrschen, nimmt die Investitionsbereitschaft ab, zum vierten Mal in Folge. Der Investitionsschub ist nun einer Stagnation gewichen. Wenn investiert wird, dann vor allem aus dem Motiv des Ersatzbedarfs heraus.
Auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt hinterlässt die nachlassende Stimmung Spuren. So ist nach den gegenwärtigen Prognosen der Firmen davon auszugehen, dass es insgesamt zu keinem weiteren Personalaufbau kommen wird. Das Gros der regionalen Wirtschaft ist letztlich auch darauf ausgerichtet, den aktuellen Personalbestand zu halten. „Angesichts einer September-Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent wären saisonal bedingte Schwankungen um dieses Niveau natürlich schon ein gewisser Erfolg“, kommentiert Kulitz. Darüber hinaus bleibt trotz dieser leichten Entspannung auf dem Arbeitsmarkt das Problem des Fachkräftemangels bestehen.
Aktuell geben mehr als 40 Prozent der Unternehmen an, dass sie offene Stellen längerfristig nicht besetzen können. Mangelware ist dabei vor allem Personal für technische Berufe. In der Folge kommt es in vielen Fällen zu einer Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft und zu Einschränkungen beim Produktions- bzw. Servicewachstum. „Die weitere konjunkturelle Entwicklung hängt nach unserer Auffassung vor allem von der Politik ab. Die Umsetzung der nationalen Reformen zusammen mit adäquater Haushaltskonsolidierung sowie eine Flankierung auf EU-Ebene sind die Schlüssel für eine erfolgreiche Krisenbewältigung“, sagt IHK-Präsident Kulitz.
Zugleich weist er darauf hin, dass es eine ganze Weile dauern könne, bis die Reformen greifen und die harten Fakten wieder besser werden.

Industrie bekommt Gegenwind
In besonderem Maß bekommt die Industrie das derzeit schwierige Umfeld zu spüren.
Lange Zeit war sie die Lokomotive der konjunkturellen Dynamik, jetzt fallen die Lageurteile in dieser Branche sogar deutlich unterdurchschnittlich aus. Zwar berichten weiterhin nur wenige Industriebetriebe von schlecht laufenden Geschäften, auf der Gegenseite bröckeln aber die guten Meldungen immer mehr ab.
Die Zahl der Auftragseingänge geht seit Monaten zurück - und dieser Trend setzt sich fort: Nunmehr melden fast 40 Prozent der Befragten einen gesunkenen Auftragseingang. Dabei werden sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland keine entscheidenden Impulse erwartet.
Konnte die Nachfrage aus den Schwellenländern und den USA die Schwäche der Euro-Zone lange Zeit mehr als ausgleichen, wendet sich nun das Blatt. Gerade der asiatische Raum verliert seine Funktion als Konjunkturtreiber. Vor diesem Hintergrund reduzieren die Industrieunternehmen ihre Geschäftserwartungen drastisch.
Mehr als ein Drittel glaubt, dass die nächsten Monate schlechter als bisher verlaufen werden. Beim Blick auf die einzelnen Industriebereiche zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich die Lage bei den Investitions- und Konsumgüterproduzenten bereits im Frühjahr spürbar abgekühlt hat und aktuell recht stabil bleibt, bekommen die Produzenten von Vorleistungsgütern den Abwärtsdruck erst jetzt deutlich zu spüren. Bei den Zukunftsaussichten ist das Bild hingegen einheitlicher. Vermehrt sieht die Wirtschaft Wolken am Konjunkturhimmel und schraubt Investitions- und Beschäftigungspläne deutlich zurück.

Händler werden skeptischer
Im Einzelhandel ist das Umsatzwachstum der letzten Monate zum Stillstand gekommen. Ursache ist ein Rückgang des Kaufverhaltens. Dennoch bleibt der Geschäftsverlauf zufriedenstellend. Fast die Hälfte der Einzelhändler berichtet von einer guten Lage.
Den weiteren Geschäfts- und Umsatzverlauf schätzen die Unternehmen allerdings weniger zuversichtlich ein. Die Einzelhändler befürchten, dass die europäische Krisenpolitik die Kauflust der Kundschaft beeinträchtigen könnte. Daher wollen sie bei der Neueinstellung von Personal auch zurückhaltender agieren. Die Investitionsbereitschaft bleibt hingegen stabil.
Der Großhandel folgt der Entwicklung seiner überwiegend industriellen Kunden. Nach hervorragenden Meldungen in den vergangenen Monaten, nehmen Lageeinschätzung, Umsatzentwicklung sowie Ertragssituation nun spürbar ab. Besonders deutlich trifft dies den produktionsverbindenden Großhandel. Dieser pendelt sich nun in etwa auf dem Niveau des konsumnahen Großhandels ein: Die guten Lageurteile überwiegen immer noch leicht die schlechten.
Der Blick in die Zukunft trübt sich allerdings ein, was dazu führt, dass gerade der produktionsverbindende Großhandel Investitionstätigkeit und Stellenaufbau markant zurück fährt.

Dienstleister unbeeindruckt
Die Dienstleister stemmen sich bis dato weiter erfolgreich gegen die allgemeine Abwärtstendenz. Die Geschäfte laufen bei nahezu allen Serviceanbietern gut oder zumindest befriedigend. Dennoch müssen auch sie ihre Erwartungen nach unten anpassen. Zwar sind die Auftragsbücher in der Branche weiterhin gut gefüllt, die derzeitige Nachfrage verspricht für die kommenden Monate aber keine zusätzlichen Impulse. Die Investitionsbereitschaft bleibt daher konservativ. In Sachen Personal wird der Dienstleistungsbereich erneut seinem Ruf als Jobmotor gerecht. Folglich bleibt gerade in diesem Bereich das Fachkräfteproblem in besonderem Maße bestehen. Das beschriebene Bild zieht sich nahezu durch alle Servicesparten.
Gerade die unternehmensnahen Dienstleister entwickeln sich im Einklang zur Gesamtbranche. Und auch die Geschäfte im Kreditgewerbe laufen weiter auf einem recht guten Niveau. Sowohl die Kreditnachfrage als auch die Kreditvergabe wächst bei den meisten Banken. Für die Zukunft werfen die geplante europäische Bankenaufsicht und die stark konjunkturabhängige Entwicklung der Kreditausfallrisiken gewisse Fragezeichen auf.

Stabile Lage im Hotel-und Gaststättenbereich
Im Hotel- und Gaststättengewerbe bleibt die Lage ebenfalls stabil. Vor allem der Beherbergungsbereich konnte zulegen und so die Umsatzzahlen ankurbeln. Dennoch steht auch hier zu befürchten, dass die allgemeine Abkühlung der Konjunktur künftig ihre Spuren hinterlassen könnte. Das Verkehrsgewerbe sieht das ähnlich. Derzeit laufen die Geschäfte aber noch auf beachtlichem Niveau. So ist die Auslastung der Beförderungs- und Transportkapazitäten trotz der immensen Investitionstätigkeit in den vergangenen Monaten weiter hoch.



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