Ulm News, 23.04.2012 16:52
Handwerkskonjunktur in der Region läuft weiterhin rund
Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk der Handwerkskammer Ulm hat im letzten Quartal saisonal bedingt etwas an Schub verloren. Nichtsdestotrotz ist der Konjunkturtrend in der Region weiterhin aufwärts gerichtet.
So beurteilen 60,6 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage positiv, nachdem es vor einem Jahr nur 53,0 Prozent waren. „Eine Rezession in der Handwerkswirtschaft halte ich derzeit für unwahrscheinlich“, schätzt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, die Lage ein. Das weitere Wachstum werde zwar nicht so ausgeprägt sein wie im Jahr 2011, aber angesichts der stabilen Binnenkonjunktur und eines robusten Arbeitsmarktes könnte das hohe Niveau gehalten werden. „Allerdings ist das kein Selbstläufer, die Inlandsnachfrage kann sogar noch einen kräftigen Schub vertragen“, meint Mehlich, „etwa durch ein beherztes Angehen der kalten Progression im Einkommensteuertarif vor allem für kleine und mittlere Einkommen.“ Der kürzlich vom Bundestag beschlossene verbindliche Tarifbericht sei hierzu ein erster Schritt, allerdings ein kleiner. Die Handwerksfirmen im Kammerbezirk Ulm, der von der Jagst bis zum Bodensee reicht, blicken der Geschäftsentwicklung der kommenden Monate äußerst optimistisch entgegen. Fast drei Viertel der hiesigen Betriebe (73,4 Prozent) äußern sich positiv, wenn sie nach den Geschäftsaussichten gefragt werden (Vorjahr: 76,4 Prozent). Nur 5,0 Prozent der befragten Betriebe erwarten eine schwache Geschäftsentwicklung. Im Vorjahr belief sich der Anteil der Pessimisten auf 2,9 Prozent. Der Erwartungsindex bleibt mit +68,4 Punkten etwas hinter seinem Vorjahreswert von +73,5 Punkten. Zunehmende Sorge bereiten den Handwerksunternehmen die Einkaufspreise, hier besonders die Energiepreise für Kraftstoffe, Strom oder Heizenergie. Die Energiewende wirkt als zusätzlicher Preistreiber. Dennoch bekennt sich das Handwerk zur Energiewende. Angemahnt wird aber ein schlüssiges Gesamtkonzept. Die Signale, wonach in die Diskussion um die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen endlich wieder Bewegung kommt, stimmen das Handwerk positiv. Ebenfalls positiv bewertet er die Beibehaltung der geplanten Mittelausstattung im CO2-Gebäudesanierungsprogamm. „Das war überfällig, ansonsten wäre eine noch stärkere Investitionszurückhaltung der Hauseigentümer und ein Rückgang der Sanierungsaktivitäten zu befürchten gewesen“, kommentiert Dr. Tobias Mehlich. Mit 9,6 Prozent der Handwerksunternehmen hat fast jeder zehnte Betrieb im Kammerbezirk Ulm seine Mitarbeiterzahl aufgestockt – das sind fast zwei Prozent mehr als im Vorjahresquartal (7,8 Prozent). Im kommenden Quartal dürften sich die Handwerksbetriebe weiterhin einstellungsfreudig zeigen. Jeder neunte Betrieb (11,4 Prozent) plant für die kommenden Monate, seine Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Entgegen der üblichen Entwicklung im ersten Quartal eines Jahres zeigten die Auftragseingänge dieses Jahr nicht den saisonbedingten Einschnitt. „Der Winter war kurz und brachte kaum Zeit zum Luftholen“, sagt Mehlich. Ein Drittel aller Betriebe (34,7 Prozent) im Ulmer Kammerbezirk meldeten einen Anstieg der Bestellungen. Im Vorjahresquartal war es nur jeder vierte Handwerksbetrieb (25,1 Prozent). Auch im kommenden Quartal dürften die Auftragsbücher der Handwerker aus der Region Ulm gut gefüllt sein. 43,6 Prozent der befragten Handwerksunternehmen rechnen mit einem Anstieg der Auftragseingänge. Die Kapazitätsauslastung der Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Ulm ist demzufolge gut. Jedes dritte Unternehmen (33,4 Prozent) lastet seine Kapazität zu 81 bis 100 Prozent aus, weitere 9,2 Prozent der hiesigen Handwerksunternehmen sind sogar mehr als ausgelastet (über 100 Prozent). Dies sind etwas mehr als im Vorjahresquartal, als es nur 32,4 bzw. 8,8 Prozent waren. „Das Handwerk der Region braucht jetzt den angekündigten weiteren Schub aus politscher Verlässlichkeit und Binnennachfrage, dann wird sich die positive Lage verstetigen und sich weiter beim Gewerbeeinkommen für die Kommunen rechnen“, sagt Thomas Jung, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ulm. Im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm sehen 53,18 Prozent der Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut an. Bei den Auftragseingängen gaben 78,74 % Prozent an, dass sie mindestens gleich bleiben oder im Plus liege. „Der Schwung zu Jahresbeginn bedeutet erfreulich volle Auftragsbücher in vielen Bereichen und nimmt daher den Betrieben etwas den Druck vor dem weiteren Jahresverlauf“, sagt Jung.




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