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Ulm News, 12.01.2012 13:00

12. January 2012 von Thomas Kießling
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Forschung und Handwerk können voneinander profitieren


Seit dem ersten Januar 2012 gibt es bei der Handwerkskammer Ulm einen Beauftragten für Technologietransfer. Seine Aufgabe ist es, Kon-takte zwischen der Welt des Handwerks und den Hochschulen herzu-stellen. Denn: „Die Universitäten können aus dem Erfahrungsschatz des Handwerks lernen“, erklärt der neue Technologiebeauftragte, Hartmut Gräter.

 „Die Handwerker sind nah am Kunden und erleben die Bewe-gungen und Bedürfnisse am Markt hautnah mit. Andersherum kann auch das Handwerk von neuen Verfahren aus der Forschung profitieren“. Ein Ziel sei es auch, durch gelungene Kooperationen, die Wettbe-werbsfähigkeit des Handwerks langfristig zu sichern. „Ich habe im Handwerk ausgesprochen innovative Betriebsinhaberinnen und -inhaber kennengelernt. Aber während es für die Industrie selbst-verständlich ist, Hochschulkontakte zu pflegen, ist das im Handwerk die Ausnahme“, so die Erfahrungen von Gräter. „Im Tagesgeschäft fehlt oft die Zeit für langfristige Entwicklungsarbeit und Handwerk und Hoch-schule sprechen manchmal nicht die gleiche Sprache. Das hemmt die Kommunikation, und gute Ideen fallen unter den Tisch“. „Hier setzt das neue Angebot der Kammer an. Es ist ein Teil unserer Kooperationen zwischen Handwerk und Hochschule“, erläutert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich. „Betriebe, die für ein aktuelles Problem gerne Unterstützung von Hoch-schulen und Forschungseinrichtungen hätten, können sich an den Technologietransfer-Beauftragten wenden und einen Gesprächstermin im Betrieb oder in der Kammer vereinbaren“. Nach einer gründlichen Analyse der Anforderungen suche dieser die richtigen Anlaufstellen und stelle den Kontakt her. „Baden-Württemberg hat eine hervorragende Hochschullandschaft und ein leistungsstarkes Handwerk“, so Mehlich. Dazu komme die derzeit gute Auftragslage. Diese Situation könnten die Betriebe nutzen, um sich durch neue Dienstleistungen und Produkte auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerks-kammer. „Die Handwerkskammer will die Betriebe dabei optimal unter-stützen“. Wie eine gelungene Zusammenarbeit von Handwerk und Hochschulen aussehen kann, ist vor der Handwerkskammer Ulm zu sehen: Das preisgekrönte Plusenergiehaus home+ konnte nur durch das gute Zu-sammenspiel von wissenschaftlicher Forschung und handwerklicher Umsetzung gebaut werden. Gräter: „Wie im Projekt home+ will ich Hochschulen und Handwerksbetriebe an einen Tisch bringen und Syn-ergien nutzbar machen“. In seiner künftigen Arbeit kann der 49-jährige Diplom-Ingenieur aus Giengen an der Brenz auf Erfahrungen als Projektleiter in der Metallin-dustrie, leitender Angestellter im gewerblichen Wohnungsbau und Inha-ber eines Ingenieurbüros zurückgreifen. Durch ein wissenschaftliches Aufbaustudium hat er den Abschluss eines Masters of Science erworben und sich zusätzlich an der Hochschule Biberach im Studiengang Archi-tektur weitergebildet. Die Stelle wird vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE) gefördert.



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