Ulm News, 01.01.2026 13:00
Ein Glanzlicht des Jahres: Brücken verbinden - die Großbaustellen der Doppelstadt kommen voran
ein Beispiel für die enormen Baustellen in der Doppelstadt: die Brücken über die Donau. Am Beispiel der Gänstorbrücke kommt es Anfang Dezember zu einem Glanzlicht des Jahres, wie unser Korrespondent Thomas Heckmann berichtete:
Erstes Teil der Gänstorbrücke schwebt ein Das erste Stahlteil der neuen Gänstorbrücke ist in der Nacht zu Mittwoch mit einem Mobilkran eingehoben worden. Projektleiter Timo Roth von der Stadt Ulm freut sich: "Ich bin ganz happy, hab fast schon ein bisschen Pippi in den Augen.“ Damit sind die Bauarbeiten an der Donaubrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm nahezu im Zeitplan. In einem polnischen Werk werden derzeit die Bauteile für den westlichen Teil der neue Brücke gefertigt. Das erste Teil ist gut 62 Tonnen schwer und kommt mit einem Schwertransporter von der Autobahn 7 nach Neu-Ulm. In der Brückenstraße ist ein riesiger Mobilkran aufgebaut, an dem schon die Seile baumeln, mit dem das Brückenteil angehoben werden soll.
Doch vorher muss noch die Zufahrt bewältigt werden. Die favorisierte Variante, den Schwertransporter rückwärts in die Baustelle fahren zu lassen, funktioniert nicht, obwohl extra eine mobile Ampel mit einem Radlader weggehoben wird. Die Radien der verschiedenen Fahrbahnen auf dem Augsburger-Tor-Platz reichen dafür nicht aus. Vorwärts klappt es dann und die Arbeiter können gegen 23 Uhr die Brücke anheben.
Der Verkehr über die Gänstorbrücke musste dafür gesperrt werden, auch das halbe Dutzend Zuschauer musste etwas zurückweichen, um nicht unter der schwebenden Last zu stehen und sich möglicherweise in Gefahr zu bringen. Routiniert wurde die Brücke an den vorgesehenen Platz bewegt. In den vergangenen Wochen wurde dort ein Hilfsgerüst aufgebaut, an dem Hydraulikstempel das angelieferte Stahlbauteil millimetergenau positionieren können. Das Brückenteil sieht oben und an der Stirnseite aus wie ein Igel, unzählige Bolzen ragen aus der Fläche heraus. Timo Roth erklärt, dass diese einerseits zur Verzahnung mit dem Widerlager am Neu-Ulmer Ufer diesen und nach oben hin eine feste Verbindung mit der Fahrbahn entsteht. Kaum, dass der Kran das Brückenteil abgesetzt hat, sprühen auch schon die Funken und Schweißer schaffen die ersten festen Verbindungen mit den passend gebogenen Stählen am Neu-Ulmer Ufer. Auch in den Nächten auf Donnerstag und Freitag werden Brückenteile angeliefert, in der kommenden Woche in den Nächten auf Dienstag und Donnerstag. Auch Mitte Dezember gibt es zwei weitere Nächte Sperrungen, in denen teilweise auch zwei Brückenteile angeliefert werden.
Die Mitte der Donau wird so noch dieses Jahr erreicht. Im Morgengrauen geht es auch auf Ulmer Seite mit einem großen Schritt weiter. Ein großes Teil des Widerlagers, also der Brückenbefestigung am Ufer wird betoniert. Arbeiter haben in den letzten Wochen nicht nur den Baugrund mit Bohrpfählen stabilisiert, sondern darauf auch ein Eisengeflecht angebracht. Dieses wurde am Mittwoch zwei Meter hoch mit Beton gefüllt. 500 Kubikmeter Beton wurden dazu in Illertissen angemischt, in rund 70 Fahrten brachten 17 Betonmischer im Pendelverkehr den Baustoff nach Ulm. Im Acht-Minuten-Takt wurde angeliefert, damit die Betonpumpe mit ihrem langen Arm immer versorgt wird und der Beton über rund 50 Meter Entfernung direkt zwischen die Eisenarmierungen gepumpt werden konnte. Schicht für Schicht wurde der Beton aufgetragen und mit fünf Flaschenrüttlern sofort verdichtet.
Eingeschlossene Luft steigt dabei nach oben und der Beton setzt sich zu einer festen Masse zusammen. Eine chemische Reaktion des Zements mit den übrigen Baustoffen. Ein Laborant überwacht vor Ort das korrekte Mischverhältnis jeder einzelnen Lieferung. Beim Aushärten des Betons entsteht Wärme, Roth sagt dazu etwas flapsig: „Das wird so warm, dass man darauf ein Spiegelei braten kann“. Während auf der Westseite die Bauarbeiten laufen, verläuft der Verkehr auf der Ostseite, also der alten Brücke ruhig vor sich hin. Die Bauarbeiter haben, vor allem auf Neu-Ulmer Seite, nach den Worten Roths wenig Platz, doch es funktioniert alles. Die Arbeiten sind, auch dank des bisher milden Wetters, im Zeitplan und der Projektleiter ist überzeugt davon, dass im Spätsommer 2026 der Verkehr auf die neue Brückenhälfte umgelegt werden kann. Dann folgt sofort der Abriss und Neubau der zweiten Brückenhälfte.
Text/Fotos: Thomas Heckmann




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