Ulm News, 15.12.2025 13:45
Die gesamte Mannschaft lauscht dem neuen Organigramm – Mitgliederversammlung der Spatzen endet friedlich und sonntäglich
Der SSV Ulm 1846 Fußball hat seine Mitglieder heute zu einer richtungsweisenden Versammlung zusammengebracht. Im Mittelpunkt standen dabei die wirtschaftliche Lage des Vereins – , also des e.V. nicht der Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis (die für den Profibereich zuständig ist und die richtige Flocken ausgibt) - strukturelle Weichenstellungen und zahlreiche Satzungsänderungen mit Blick auf die Profi-Lizenz und eine moderne Vereinsführung.
Und die moderne Vereinsführung hat Aufsichtsratschef Dominik Schwärzel bestens im Griff. Das Organigramm füllt sich – alles wie bei seiner Wilken AG durchgestylt und optimiert – nur Vorstand Thomas Oelmayer fällt etwas aus dem Rahmen, den neuen Geschäftsführer Sport Stephan Schwarz macht er zu Martin Schmidt (viell. der Skispringer?), aber „meinen Wunsch weiterzumachen“ wurde entsprochen – bis 2027.
Insgesamt muss noch ein kaufmännischer Geschäftsführer gefunden werden – und noch ein höherer Mitarbeiter für die Finanzen.
Der Aufsichtsrat strafft sich – von 15 geht’s auf deren neun zurück – die, die nicht mehr dabei sind, sind stadtprominent – einer wie Walter Feucht hat sich durch seine jüngsten Veröffentlichungen ins Abseits geschossen und kam einer Abwahl zuvor – seine Spende allerdings an den Verein (ans Nachwuchsleistungszentrum - NLZ) hat er nicht zurückgezogen, und dafür hätte man ein sehr nobles Auto kaufen können - eben sehr nobel, aber Geld spielt bei ihm keine entscheidende Rolle mehr.
Beim Verein – also dem e.V. – schon: Schatzmeister Alexander Schöllhorn konnte dennoch ein positives Jahresergebnis vorlegen: ein Plus von 55.000 Euro – bei doch sehr hohen 1,5 Mio. Euro Jahres-Ausgaben. Ein Namenssponsor fürs NLZ wäre noch schön, Spenden insgesamt auch zu wenig, aber der DFB gibt schon für kommendes Jahr einen Zuschuss von 800.000 Euro – da ist der Etat für 2026 etwas entspannter.
In der Generaldebatte meldeten sich zahlreiche Mitglieder zu Wort, unter anderem ein SSV Gründungsmitglied (Nr. 32). „Sehr schöne und sehr gut durchgeführte Sitzung [Dominik Schwärzel grinst verlegen], aber die Mannschaft befindet sich in einer kritischen Lage und ist womöglich zu schwach für diese Liga [Liga 3], ob es nicht in der Winterpause Verstärkungen bräuchte?“
Sonst spielt man demnächst tatsächlich wieder in Albeck – wie zu oft die U19, die jetzt in die A-Liga aufsteigt und gegen Hamburg und Stuttgart, etc. spiel, und viell. öfter in prominenter Spielstätten ausweichen sollte (so der Vorschlag eines anderen Mitglieds). Bei alldem lauschten Trainer Pavel Dotchev und seine gesamte Mannschaft vorbildlich eine Stunde lang zu – ehe sie aus dem Organigramm „Spielbetrieb bei der MV“ ausscherten.
249 Mitglieder waren vor Ort – im kleinen Saal der Donauhalle – im Vergleich zur Vorgänger-Sitzung war sie weder turbulent noch richtig emotional – eben unspektakulär und souverän durchgezogen. Vielleich ein taktischer Hinweis fürs Team beim letzten Spieltag des Jahres kommendes Wochenende bei Rot Weiß Essen – oder Feuchts Walter hätte doch bei der MV auftauchen sollen – dann wäre zumindest eine andere Grundstimmung garantiert gewesen.
Hintergründe zur MV des SSV Ulm 1846 Fußball e.V.:
Rahmen und Atmosphäre
Die ordentliche Mitgliederversammlung fand am Sonntagvormittag im kleinen Donausaal der Ulm-Messe statt, Beginn war um 11 Uhr. Eingeladen waren alle stimmberechtigten Mitglieder, der Einlass erfolgte nach strenger Ausweiskontrolle, was bereits beim Start für einen formal sauberen Rahmen sorgte. Die Versammlung wurde nach der Begrüßung durch den Vereinsvorstand eröffnet, anschließend wählten die Mitglieder die Versammlungsleitung und die Protokollführung.?
Berichte und Jahresabschluss
Zunächst legten Vorstand und Aufsichtsrat ihre Berichte zum abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2024/2025 vor. Im Fokus stand der Jahresabschluss, der den Mitgliedern präsentiert und anschließend gemeinsam mit dem Bericht der Kassenprüfer beraten wurde. Nach der Aussprache stellten die Mitglieder den Jahresabschluss fest und entlasteten Vorstand, Aufsichtsrat und Kassenprüfer für ihre Arbeit.?
Lizenzrelevante Satzungsanpassungen
Ein zentrales Thema der Versammlung waren mehrere Satzungsänderungen, die lizenzrechtlich für den Profifußball notwendig sind. Dazu gehörte unter anderem die explizite Unterwerfung des Vereins unter die Beschlüsse der DFB GmbH & Co. KG sowie die Anpassung der Inkompatibilitätsklauseln an aktuelle DFB-Vorgaben. Auch Regelungen zu Zustimmungsvorbehalten bei Tochtergesellschaften wurden überarbeitet, um die Zusammenarbeit zwischen Verein und Kapitalgesellschaft klarer zu strukturieren.?
Werte, Struktur und Mitgliedschaft
Neben den Lizenzthemen nutzte der Verein die Versammlung, um seine Satzung inhaltlich zu schärfen und an eine moderne Vereinsrealität anzupassen. So wurden Werte des Vereins, ein klares Auftreten gegen Diskriminierung und Rassismus sowie die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Vereinsführung ausdrücklich in der Satzung verankert. Zudem wurden der Aufnahmeprozess für Neumitglieder, der jährliche Einzug der Mitgliedsbeiträge und die künftige Größe sowie Amtszeitlogik des Aufsichtsrates neu geregelt.?
Gremienstruktur und Personalien
Die Mitglieder erhielten außerdem einen Ausblick auf die zukünftige Struktur der Vereinsgremien. Ziel ist eine schlagkräftige, klar definierte Führungsstruktur mit einem verkleinerten Aufsichtsrat und einem in seiner Mindestgröße angepassten Vorstand. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Vorstellung des neuen Geschäftsführers Stephan Schwarz, der künftig eine Schlüsselrolle an der Schnittstelle zwischen Verein und Kapitalgesellschaft einnehmen soll.?
Beteiligung der Mitglieder und Ausblick
Unter dem Tagesordnungspunkt „Anträge“ konnten Mitglieder eigene Anliegen einbringen, über die nach entsprechender Dringlichkeitsprüfung beraten und abgestimmt wurde. Damit blieb die Versammlung nicht nur ein formaler Pflichttermin, sondern auch ein Forum für basisdemokratische Beteiligung innerhalb des Vereins. Mit den gefassten Beschlüssen und den umfassenden Satzungsänderungen hat der SSV Ulm 1846 Fußball wichtige Grundlagen geschaffen, um sportlich wie strukturell im Profifußball weiter stabil und zukunftsfähig aufgestellt zu sein.




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