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Ulm News, 09.11.2025 10:00

9. November 2025 von Thomas Kießling
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Eher trauriges Glanzlicht der Woche: Holpriger Prozessauftakt gegen Diebesbande in Ulm


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Fotograf: Thomas Heckmann

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Über zwei Millionen Euro Beute soll eine Bande aus Hartmetall-Dieben Anfang des Jahres gemacht haben. Vor dem Ulmer Landgericht hat nun der Prozess gegen die Beschuldigten begonnen.

Zwei Frauen und vier Männer im Alter von 33 bis 44 Jahren, alle rumänische Staatsangehörige, sollen von Februar bis April bei vier Einbrüchen die große Beute gemacht haben. Die Tatorte lagen dabei im Alb-Donau-Kreis, im thüringischen Wartburgkreis sowie in den Landkreisen Esslingen und Aichach-Friedberg. Der Vorwurf lautet auf schweren Bandendiebstahl und Beihilfe dazu.

Drei Männer sollen drei der Einbrüche begangen haben, bei einem vierten Einbruch in bayerisch Schwaben soll ein vierter Mann dabei gewesen sein. Die beiden Frauen sollen dabei ihr Haus in der Eifel als Quartier zur Verfügung gestellt haben, Einbruchswerkzeug gelagert haben und die Tatfahrzeuge zur Verfügung gestellt haben. Der logistische Aufwand für das Ulmer Landgericht ist groß.

Im großen Sitzungssaal mussten mehrere zusätzliche Tische aufgestellt werden, damit neben den sechs Angeklagten auch elf Verteidiger bei ihnen Platz finden. Dazu kommen dann noch zwei Dolmetscherinnen für Rumänisch, die sich bei der Simultanübersetzung der Verhandlung abwechseln. Damit sich die Angeklagten nicht in der Untersuchungshaft absprechen oder gegenseitig beeinflussen können, sind sie in verschiedenen Haftanstalten von Ravensburg bis Karlsruhe untergebracht.

Zu jedem der bisher sieben angesetzten Verhandlungstage müssen sie einzeln nach Ulm gebracht werden und abends wieder zurück in die Haftanstalten. Jeder der sechs Angeklagten wird dann ab kurz nach halb neun Uhr morgens aus der Vorführzelle einzeln mit Hand- und Fußfesseln an seinen Sitzplatz geführt. Da nicht alle Angeklagten deutsch ausreichend gut verstehen, wird jedes Wort in der Verhandlung übersetzt. Doch die drahtlose Anlage ist nicht so eingestellt, dass alle Angeklagten die Übersetzung empfangen können. Neue Empfänger werden geholt, mit gut einer halben Stunde Verspätung kann dann die Verlesung der Anklageschrift beginnen. Demnach sollen sich die angeklagten Männer in ihrer Heimatregion Galati verabredet haben. Dieses Gebiet grenzt an die Republik Moldau und ist weniger als 50 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt. Dort sollen sie die Taten geplant haben, und sind dann in die über 2 000 Kilometer entfernte Eifel gefahren, um von dort aus die Firmen auszukundschaften, in die eingebrochen werden soll.

Für die elf Verteidiger ist das Verfahren anspruchsvoll. Die wenigstensAnwälte stammen aus der Region. Eine Anwältin hat eine der beiden Anklageschriften nicht erhalten, denn in dem Prozess sind gleich zwei Anklagen zusammengefasst. Damit konnte sie sich nicht ausreichend auf das Verfahren vorbereiten. Der erfahrene Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter hat diese zum Anlass genommen, ein Rechtsgespräch anzuregen. Dabei setzen sich die Verteidiger, der Staatsanwalt und die Richter der Schwurgerichtskammer zusammen, um die rechtlichen Folgen einzuordnen.

Dieses nicht-öffentliche Gespräch musste dann aber ebenfalls unterbrochen werden, um weitere Unklarheiten zu klären. Außer der Verlesung der Anklageschrift konnte so am Eröffnungstag nichts weiteres erledigt werden. Die öffentliche Verhandlung wird in zwei Wochen fortgesetzt. Bisher sind noch sechs weitere Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird möglicherweise am 11. Dezember fallen.

Text/Fotos: Thomas Heckmann



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