Ulm News, 01.11.2025 12:45
Klartext beim SSV Ulm: "Zählen nicht zu den Top-Teams - Saisonziel ist Klassenerhalt und dann ein stabiler Mittelfeldplatz" - ein Meeting der Spieler ohne Offizielle war ebenfalls nötig
Eine im Nachhinein betrachtet richtungsweisende Pressekonferenz hat heute einiges zurechtgerückt, was seit Saisonbeginn bei den Ulmer Spatzen inhaltsschwanger und damit nebulös in der Luft hing: nun sind die Sachverhalte klar benannt und Mannschaft wie Fans wissen nun, woran sie sind – vor allem nach dem niederschmetternden 0:5 beim SC Verl: nämlich: "Wir zählen nicht zu den Top-Teams. Das Saisonziel kann zunächst nur Klassenerhalt heißen und dann ein stabiler Mittelfeldplatz", so formulierte es Trainer Moritz Glasbrenner heute auf der Spieltags-PK. Um diese – sagen wir mal – Saisonziele zu erreichen, seien auch viel mehr Mentalität und Intensität nötig als etwa beim desaströsen Spiel im Westfälischen. Das sahen offenbar auch die SSV-Akteure ein und hatten sich am vergangenen Montag zu einer Spielerversammlung ohne jegliche Offizielle und Trainer getroffen, um sich selbst einmal ein-zu-norden – oder gegenseitig die Meinung zu geigen, ganz wie man will. Ob das alles geholfen hat, sieht ein mit über 15.000 Zuschauer bestens gefülltes Donaustadion bereits am kommenden Samstag ab 14.00 Uhr im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II und die Antwort auf die Frage: Quo vadis, SSV? fragt ulm-news ein weiteres Mal.
Der Linienroboter rollt schon übers Feld (siehe Foto). Die Linien werden akkurat gezogen, schließlich soll für kommenden Samstag gegen den VfB II alles tip-top sein, so wie es derzeit eigentlich gar nicht ist: Denn Fast wär` man versucht zu sagen: endlich hat`s mal heute einer ausgedrückt, was beim SSV Ulm 1846 Fußball bislang nicht klar benannt wurde (hätte werden sollen). Bislang hieß es : man wolle eine gute Rolle in der 3. Liga spielen, die ja im Übrigen eine Trainerliga sei, also dass die Systematik und die Taktik des Trainers wichtiger ist als die Klasse der Spieler. Die werden das Erfolgskonzept dann schon umsetzen, so hieß es jedenfalls in etwa vor der Saison. Doch nach einer Trainerentlassung nach nur sechs Spieltagen weiter, weil offenbar die Entwicklung der Mannschaft nicht so richtig vorwärts ging, nach vier tragischen Kreuzbandrissen, die das Stammpersonal an guten Kickern der Spatzen empfindlich dezimiert haben und nach drei bitteren Niederlagen in Folge, die gemeinhin dazu neigen könnten, dass sich die Abwärtsspirale der Spatzen-Mannschaft – ähnlich wie im vergangenen Jahr – fortsetzt und dann eben dort endet, wo die letzten vier Plätze dafür ausreichen: zusammen auf Augenhöhe mit dem FV Illertissen um Regionalliga-Weihen zu kämpfen (bekanntermaßen allerdings in zwei verschiedenen Ligen). Da, ja da hat heute Cheftrainer Moritz Glasbrenner – als gelernter Chirurg – mit klarer Sprache und unmissverständlich das Skalpell angesetzt und die OP eingeleitet:
+ die letzten drei Niederlagen waren alle gegen drei spielstarke Top-Teams der Liga: ergo, gehöre man einfach nicht zu denen, also zu den Top-Teams
+ wenn man nicht zu den Top-Teams gehört, dann muss man gegen die Teams auf Augenhöhe gewinnen: da man aber derzeit auf Platz 17. und damit auf einem Abstiegsrang steht, müsse die Sicherung des Klassenerhalts vorderste Priorität haben – wenn der erreicht sei, könne man sich über einen stabilen Mittelfeldplatz unterhalten
+ dafür brauche man mehr Mentalität und Intensität: wer bei einem 0:5 in Verl nur eine Gelbe Karte bekommt, müsse sich hinterfragen, ob er genug der beiden oben genannten Attribute auf den Platz bringe. „Ja, wir sind auch zu lieb“, sagt Moritz Glasbrenner. Vielleicht könne man – wenn man mal nicht in den Zweikampf komme, zu einem taktischen Mittel greifen: den Führungsplatz der 3. Liga in der Fairplay-Tabelle könne man getrost abgeben
+ die Mannschaft befinde sich in einer Stabilisierungsphase und Findungsphase: zwei Drittel der Spieler der Zweitliga-Mannschaft wurden abgegeben, damit müssten sich die Neuen, die gekommen sind, ja erst einmal zurecht- und einfinden – nicht jeder Neuzugang – zumal einige aus den Niederungen der Regionalliga kamen, wie einige Betrachter nach jeder Niederlage spitz bemerken - diene dabei sofort als Mitglied des Führungspersonals – das müsse sich erst einmal alles finden. Für diese Findungsphase hat Glasbrenner nun hoffentlich mehr Zeit als sein Vorgänger. Bislang ist er erst seit zwei Spielen Cheftrainer – und die nächste Länderspielpause kommt schon Mitte November.
Ob diese Offenlegung der Tatsachen auf der heutigen PK so geplant war, ist eher fraglich. Max (Rieck) und Moritz (Glasbrenner), diese beiden, verließen die PK nicht säuerlich, sondern mit Entschlossenheit: in einem mit 15.000 Zuschauern bestens gefüllten Donaustadion wolle man gegen den VfB II das wahre Gesicht zeigen: und dabei sollen Spielfreude und positive Einstellung ebenfalls nicht zu kurz kommen, oder anders ausgedrückt: man will guten Fußball zeigen und gleichzeitig noch erfolgreich sein. Diese Zielsetzung haben die Spatzen – auch in der 3. Liga – nun nicht ganz so exklusiv.
Die gesamte PK vor dem VfB II-Spiel gibt es hier.





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