Ulm News, 06.07.2025 11:00
Ein Stimmungsaufheller diese Woche: leichte Erholung im Handwerk in Sicht

Über eine verbesserte Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2025 freut man sich bei der Handwerkskammer Ulm. Dennoch müsse die versprochene Stromsteuersenkung für alle Gewerke umgesetzt werden. Derweil wollen viele Betriebe trotz Belastungen Personal aufbauen.
Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ulm zeigt zur Jahresmitte eine etwas positivere Stimmung im regionalen Handwerk. So bewerten derzeit 61 Prozent der Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee ihre Geschäftslage als gut, verglichen mit 59 Prozent im Vorjahresquartal.
Besonders aus dem Bauhauptgewerbe kommen zuversichtliche Signale, aber auch das Kfz-Handwerk und die personenbezogenen Dienstleistungen vermelden einen merklichen Aufwärtstrend. Der Anteil der Betriebe, die von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten, liegt nahezu unverändert bei zehn Prozent (Vorjahr: elf Prozent).
Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Die Stimmung in unseren Betrieben scheint sich etwas aufzuhellen – trotz der weiterhin zahlreichen Herausforderungen und Belastungen. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass diese leichte Stimmungsverbesserung im regionalen Handwerk kein Strohfeuer bleibt.“
Die Auftragslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht verbessert. Gut 29 Prozent der Betriebe berichten von einem gestiegenen Auftragseingang im zweiten Quartal. Dagegen verzeichnen 26 Prozent der Betriebe Auftragsrückgänge. Insbesondere das Kfz-Gewerbe meldet einen gestiegenen Auftragseingang, während das Ausbaugewerbe Rückgänge zu verzeichnen hat. Für das dritte Quartal rechnen 24 Prozent der Betriebe mit einem Auftragsplus, während rund 15 Prozent einen Rückgang befürchten.
Was die konjunkturellen Erwartungen für die Monate Juli, August und September betrifft, blicken die Betriebe vorsichtig optimistisch nach vorne. Rund jeder vierte Befragte rechnet mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während 14 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Gut 60 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Lage aus. Maier weiter: „Ungeachtet der mutmachenden Signale muss die Politik unsere Handwerksbetriebe weiter entlasten. Die Energiekosten sind zu hoch. Die versprochene Stromsteuersenkung muss daher für alle Gewerke gelten, wir nehmen hier die Koalition beim Wort. Sonst könnte sich die Stimmungslage schnell wieder drehen.“
Die Betriebsauslastung hat sich im zweiten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Rund 14 Prozent der Betriebe sind über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet, 39 Prozent sind nahezu voll ausgelastet. Rund jeder Fünfte der Befragten hat hingegen noch ausreichend Kapazitätsfreiräume. Die Zahl der Beschäftigten ist im Frühjahr konstant geblieben. So haben zwölf Prozent der Handwerksbetriebe im zweiten Quartal Personal aufgebaut, während 14 Prozent Beschäftigte abgebaut haben. Bei den Beschäftigungserwartungen im weiteren Jahresverlauf zeigen sich hingegen leichte Aufwärtstendenzen: Demnach wollen 14 Prozent der Befragten die Zahl ihrer Mitarbeitenden erhöhen, fünf Prozent der Betriebe rechnen damit, dass sie ihren Personalstamm verkleinern müssen. „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Handwerk steigt in einigen Betrieben, das werten wir positiv. Unsere Betriebe suchen gewerkeübergreifend Personal, um die Kundenaufträge abzuarbeiten. Doch in der Region gibt es nach wie vor mehr offene Stellen als Bewerberinnen und Bewerber“, so Maier.
Im Alb-Donau-Kreis beurteilen 67 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Stadtkreis Ulm sind es 39 Prozent. Eine schlechte Geschäftslage geben im Alb-Donau-Kreis 17 Prozent an, im Stadtkreis Ulm 13 Prozent. Rund 23 Prozent der Betriebe im Alb-Donau-Kreis und 41 Prozent der Betriebe im Stadtkreis Ulm rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten Wochen, 13 Prozent im Alb-Donau-Kreis und 14 Prozent im Stadtkreis Ulm mit einer Verschlechterung.
Im Alb-Donau-Kreis haben 57 Prozent der Betriebe eine aktuelle Auslastung von 80 Prozent oder höher, im Stadtkreis Ulm sind es 43 Prozent. Im Alb-Donau-Kreis wollen 81 Prozent ihre Beschäftigtenanzahl halten, weitere zehn Prozent planen, zusätzliches Personal einzustellen. Im Stadtkreis Ulm sind es 78 Prozent (halten) und 22 Prozent (aufbauen).







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