Ulm News, 05.07.2025 10:00
Kultur vom Kunstwerk: Schwingungen im Schuhaussaal und Zeittunnel in der Burg
Der Kulturverein "Kunstwerk" geht im August in die Vollen: Es warten fünf Konzerte, Performances und Ausstellungen.
Los geht's am Freitag, 1. August, mit 8. La Orquesta Informal - dance world music aus Argentinien, Venezuela, Brasilien, Italien und Spanien. Und zwar bei freiem Eintritt ab 20 Uhr im
Kulturbiergarten Liederkranz (Friedrichsau 9, Ulm)
Rumba, Cumbia, Ska, Swing, Balkan und Rock, egal, nichts ist vor ihnen sicher, alles wird kombiniert. Kein Knie bleibt ruhig und die Hüften kreisen, auf der Bühne und natürlich auch im Publikum. Die fünf Musiker aus Argentinien, Brasilien, Venezuela, Spanien und Italien bringen den Liederkranz zum Kochen. Trompete und Posaune schmettern los, dass es eine Freude ist, lebensfroh-kraftvoller Gesang, und der Rest der Band feiert die Musik: "Wir sind alle gleich unter den Strahlen der Sonne."
Seit 2008 mischt die Band Südamerika auf, und seit einigen Jahren auch den europäischen Kontinent. Und natürlich erneut auch wieder Ulm.
Sergio Provenzano (Argentinien/Italien): Gesang und Gitarre
Juan Ignacio Aguilar (Argentinien/Spanien): Posaune
Mathias Viscuso (Argentinien/Italien): Trompete
Dio Gomes (Brazil): Bass und Gesang
Massimo Mariani (Venezuela): Schlagzeug und Gesang
Veranstalter: KunstWerk e.V., Indauna e. V. und Kulturbiergarten Liederkranz
weitere Events:
Freitag 8.8. / Samstag 9.8.
Time Tunnel (Live-Licht- und Klangperformance)
Wilhelmsburg. Prittwitzstraße 100 (indoor)
jeweils 22 und 23 Uhr
Eintritt frei
Der Lichtkünstler Thomas Marggraf baut im Inneren der Wilhelmsburg einen Zeittunnel auf und entführt die Performancebesucher auf eine Reise durch die Dimensionen und über den im Alltag erfahrbaren Raum hinaus in eine 5. Dimension. Die rustikale Innenwelt der Wilhelmsburg tritt in Kontrast zu einem zweieinhalb Meter hohen Tunnel aus transparentem Material, der militärische Ursprung der Burg löst sich auf in einen spirituellen Raum, der von der Sehnsucht nach einer friedlichen Welt geprägt ist.
Thomas Marggraf: Lichtkunst und Performancekonzept
Helga Kölle-Köhler und Reinhard Köhler: Live-Musik
Veranstalter: Thomas Marggraf in Kooperation mit KunstWerk e. V. und der Stadt Ulm
Sonntag, 10.8.
Kunstforum Vöhringen (Ausstellung der Künstlergruppe)
Vernissage
17 Uhr
KUNSTPOOL. Galerie am Ehinger Tor Ulm (auf dem Haltestellengelände)
Ausstellung bis 10.9.
Öffnungszeiten Do/Fr 17-20 Uhr und Sa 15-18 Uhr
Eintritt frei
In dem Vöhringer Verein haben sich sowohl Kunstschaffende als auch Kunstliebhaber und -begeisterte zusammengeschlossen, die Mitglieder stammen nicht nur aus der Illerstadt, sondern aus ganz Süddeutschland.
Seit 17 Jahren zeigen sie Ausstellungen im dortigen Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus, gestalten aber auch einen Kunstpfad im Kreismustergarten des Landkreises Neu-Ulm. Jetzt zeigen sie ihre Arbeiten auch in Ulm.
Ausstellende Künstler*innen:
Helga Dangel
Jörg Höb
Karin Holitschke
Gabriele Reh-Höb
Eva Rommel
Su Steck
Dominik Stelzner
Astrid Wekemann
Donnerstag, 28.8.
Nik Bärtsch (zen jazz / Szene Schweiz)
Schuhhaussaal des Kunstvereins Ulm (Kramgasse 4)
20 Uhr
Eintritt: 28 €, ermäßigt 23 € (Schüler, Studenten, Mitglieder Kunstverein und KunstWerk)
Eine Sensation: Inmitten der Installation „Mutabor“ gibt der bekannteste Pianist der Schweiz eines seiner seltenen Solokonzerte und lässt sich von den Schwingungen des historischen Schuhhaussaals tragen. Bärtschs Sound ist so einzigartig wie sein ritueller und gleichsam philosophischer Ansatz, der seine modularen Stücke durchzieht. Basis des Konzerts wird sein beim Münchner Kultlabel ECM veröffentlichtes und von Manfred Eicher (Stichwort Keith Jarrett) produziertes Album „Entendre“ sein, auf dem er seine modular angelegten Werke noch sichtbarer macht als im Zusammenspiel mit seiner Band Ronin. Dieser Abend wird für Nachhall sorgen.
Veranstalter: KunstWerk e. V. + Kunstverein Ulm e. V.
Über den Künstler:
Nik Bärtsch, geboren 1971 in Zürich, ist Pianist, Komponist und Produzent. Nach dem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste in Klavier studierte er an der Universität Zürich Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaft. Mit dem Zen-Funk Quartett Ronin und der Musikritu al-Gruppe Mobile hat er eine völlig eigenständige Musik zwischen Jazz, Funk und Minimal Music geschaffen und tourte bereits in Asien, Europa, Nordamerika und Afrika.
Beinahe zwanzig Jahre nach seinem bislang einzigen Soloalbum, begab sich der
Pianist Nik Bärtsch auf “Entendre” alleine auf klangliche Entdeckungsreise und gibt dem Publikum einen tieferen Einblick in sein musikalisches Denken. Für Bärtsch ist das Hören ein dynamischer Prozess, und bei den Solo-Einspielungen seiner modularen, polymetrischen Stücke widmete der Pianist den Feinheiten des Anschlags erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei findet er Freiheit in der ästhetischen Beschränkung, während er die Musik gleichzeitig in neue Richtungen führt.
Schlüsselmomente für sein Solospiel waren für Bärtsch sein Soloauftritt zum 50-jährigen Jubiläum von ECM Records im New Yorker Lincoln Center im Jahr 2019 und Auftritte im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit der Video- und Installationskünstlerin Sophie Clements. Eine Solo-Klavier-Tournee im Jahr 2017, deren unorthodoxe Reiseroute ihn nach Teheran, Kairo, Alexandria, Kalkutta und Delhi führte, ließ ihn außerdem über die verflochtenen Beziehungen zwischen Solo-Darbietungen und ritueller Musik in anderen Kulturen nachsinnen. Auch dies beeinflusste die Vorbereitungen für “Entendre”.
Beim Schweizer Verlag Lars Müller Publishers ist Bärtschs englischsprachiges Buch “Listening: Music – Movement – Mind” erschienen, das von der Entwicklung seiner “rituellen Groove Music” und der ihr zugrundeliegenden Philosophie handelt.
Wissenswertes über Nik Bärtsch erfahren sie online in der Mediathek des SRF unter dem Suchbegriff „Sternstunde Philosophie“.
Veranstalter: KunstWerk e. V. und Kunstverein Ulm e. V.




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