Ulm News, 16.05.2025 09:00
„Kräßliches“ – beileibe nicht - Ausstellung im Stadthaus Ulm
Der Museumsbereich des Stadthaus Ulm hält im Laufe eines Programmjahres viele Überraschungen parat – meist in Form von Foto-Ausstellungen. Diesmal wird es aber handfest und reichlich schwer, denn es geht in den Bereich der Bildhauerei. Hierbei ist ganz Kräßliches zu sehen – aber das ist nur eine Finte, um auf den Künstler hinzuweisen. In Wahrheit gibt es eine Retrospektive über die letzten 20 Jahre zu sehen, die ganz wundervolle Werke zeigt.
Ein Wortspiel – warum auch nicht? Kräßlich heißt die Ausstellung, aber der Name leitet sich ab vom Namen des Künstlers. Dieser heißt eben Emil Kräß, seines Zeichens Jahrzehntelang Steinmetz an der Münsterbauhütte, also direkt über den Münsterplatz hinweg tätig – der jetzt seit November 2024 in Rente ist und sich zusammen mit Kurator Dr. Raimund Kast ein Herz zu einer großen Schau gefasst hat.
Der Ruhestand bedeutet freilich nicht, dass Emil Kräß den Knüpfel aus der Hand gelegt hätte. Denn auch privat kann der Mann aus Holzschwang bei Neu-Ulm die Finger nicht vom Stein lassen. Seit vielen Jahren erschafft er in seiner Freizeit Verblüffendes. Oft sieht man seinen Werken auf den ersten Blick gar nicht an, dass sie Kunstobjekte sind. Emil Kräß spielt mit unserer Wahrnehmung, mit Schwere und Leichtigkeit und immer wieder nimmt er unsere Erwartungen auf den Arm. Fotografien von Ralf Just, der Kräß bei seiner Arbeit in der Ulmer Münsterbauhütte auf die Finger schaute, ergänzen die Ausstellung.
So ist die Schau in drei Teile geteilt: die angesprochenen Fotos von der wahren Handarbeit gibt es im hinteren Bereich, in der Mitte sind die Skulpturen zu sehen – erstaunliche Kunstwerke von filigraner Steinmetzarbeit – oder wie kommt eine Kugel in den Kubus, die sich vollkommen frei drehen kann? Oder wie kann nur eine geschlossene Kette entstehen? Verblüffend.
Ganz vorne werden die sogenannten Alltagsgegenstände gezeigt. Durch die verschiedenen Granit- und weiteren Gesteinsarten (u.a. Sandsteine, Pinolith, Schlereth) entstanden ganz wundervolle Werke. Ein Brotkorb mit Karotte beispielsweise oder ein Koffer, der einfach so auf dem Gang des Stadthausflures steht. Natürlich will der ein oder andere MuseumsbesucherIn den Störenfried auf die Seite stellen, könnte ja jemand drüberfallen – aber Obacht: das verblüffend echt aussehende Koffer-Kunstwerk aus Stein wiegt seine 100 kg!
Und auch Mantel oder Unterhemd würde man nicht von der Wäscheleine nehmen. Bei 80 kg (Mantel) würde man schwer zu tragen haben. Leicht und eingängig und dennoch mit großer Bedeutung kommt die Bildhauerei des Emil Kräß daher – eine Führung mit ihm und Kurator Raimund Kast gibt spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Meisterwerke. Kunststücke, die innerhalb der letzten 20 Jahre entstanden sind. Man würde gern den Hut (die Kappe) ziehen, aber der wiegt halt auch seine 30 kg.
Infos
Alle Ausstellungen im Stadthaus Ulm sind wie immer kostenfrei, auch die überhaupt nicht „Kräßlich“– unbedingt auch mal für eine halbe Stunde am Sonntagnachmittag hingehen – und wieder ein paar Werke auf sich wirken lassen – famos.
Kunst zum Anfassen: für Sehbehinderte – tolle Aktion – Do, 5. Juni 2025 um 18.00 Uhr (kleine Teilnahmegebühr)
So, 18. Mai 2025, 11 Uhr: 30-min Kurzführung mit Kurator Raimund Kast am Internationalen Museumstag. Eintritt frei.
Do, 22. Mai 2025, 18 Uhr (1 h): Führung mit Steinmetz Emil Kräß und Raimund Kast. Teilnahme 4 € - Anmeldung: stadthaus.ulm.de/kalender
Nähere Infos
https://stadthaus.ulm.de/ausstellungen/kraessliches
Fotos: Dr. Raimung Kast und mit Rauschebart Emil Kräß




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