Ulm News, 26.09.2024 09:20
Parkplatzdreier zum Sieg im EuroCup
IRRE – was ein Fight, was ein Spiel, aber vor allem was ein Wurf. Ein sehenswerter Gamewinner mit einem Dreier weit jenseits der Linie von Justinian Jessup beschert den Uuulmern in der Verlängerung einen wichtigen Auftaktsieg im EuroCup (96:93). Am Samstag ist es endlich Zeit für das erste Heimspiel.
Bereits von der ersten Spielminute zeichnete sich ein intensives und hartumkämpftes Basketballspiel ab. Über die gesamte Spieldauer verteidigten beide Teams aggressiv, was dem Spiel eine besondere Dynamik bescherte. Größere Scoringläufe blieben aus und es entwickelte sich ein wahres Kopf an Kopf Rennen. Jedoch nahmen die Ulmer hauptsächlich die Rolle als Jäger ein, mussten sich immer wieder heran kämpfen und sobald die Chance auf den Ausgleich oder sogar die Führung bestand, antwortete der Gastgeber mit wichtigen Würfen.
In den letzten Minuten des Schlussviertels jedoch, als die Ulmer sich mit großartiger Mentalität bis auf zwei Zähler zurückkämpften, blieb die unmittelbare Antwort der Polen aus. In dieser Phase, angeführt von den Youngsters Ben Saraf und Noa Essengue, egalisierte man vier Minuten vor Ende einen acht Punkte Rückstand und hatten den Sieg bereits in den Händen. Die Entscheidung fiel allerdings in der Verlängerung – auch dort hätte der Spielverlauf nicht spannender sein können. Erneut entschied der letzte Wurf über den Ausgang und nach bereits fünf erzielten Dreier ließ Justinian Jessup auch diesmal das Netz zappeln.
Keymoment: Monsterdunk als Startschuss
Knapp vier Minuten vor Ende als vieles für die Polen sprach, kippte das Momentum mit einer Aktion auf die Ulmer Seite. Es war eine Aktion, die regelrecht das Team rüttelte und Energien freisetzte. Nach Zuspiel von Ben Saraf hob Noa Essengue sprunggewaltig ab und stopfte den Ball trotz Fouls in den Ring – ein Highlight, was einen Blick wert ist. Danach übernahmen die Ulmer mit einem 13:2 Lauf, 21 Sekunden vor Ende, die erste Führung seit Spielminute sechs.
Keyplayer: Ein Wurf wie aus dem Lehrbuch
Das butterweiche Handgelenk von Justinian Jessup ist bereits in Ulm bekannt. Der Distanzschütze zeigte auch in Sopot seine Qualitäten von außen und fand schnell seinen Rhythmus. Am Ende sind es sechs erfolgreiche Würfe aus dem Dreierland, ein Gamewinner und 20 Punkte für JJ. Zudem legte Essengue 18 Punkte und sechs Rebounds auf. Saraf brillierte in seinem Europapokal-Debüt als Passgeber, markierte mit 17 Punkten und zehn Assists ein Double-Double. Neben Jessup hatte auch Alfonso Plummer ein heißes Händchen von außen, verwandelte drei seiner sieben Versuche und steuerte 12 Zähler bei. Co-Kapitän Philipp Herkenhoff räumte unter dem Korb auf, sammelte neun Rebounds und erzielte zusätzlich acht Punkte und vier Assists.
Spielverlauf
Mit drei EuroCup-Debütanten in der Starting-Five begann die Europapokaltour in Polen: Isaiah Roby, Ben Saraf und Nelson Weidemann, komplettiert wurden sie von Justinian Jessup und Philipp Herkenhoff. Letztgenannter markierte die ersten vier Zähler der Uuulmer, die zu Beginn Schwierigkeiten hatten aus der Halbfeldoffensive gute Abschlüsse zu kreieren. Beide Mannschaften agierten in der Defensive aggressiv, erzeugten Druck auf den Ballführenden und versuchten stets die Hände an den Ball zu bekommen. Somit blieb die offensive Basketballkunst an beiden Spielenden nach vier gespielten Minuten erstmal aus. Während der Gastgeber hauptsächlich von der Freiwurflinie punktete (10/12 FT) war in der Anfangsphase hauptsächlich die Kombination aus Jessup und Herkenhoff für Ulmer Zähler verantwortlich.
Praktisch mit der Sirene verwandelte der polnische Guard Jakub Schenk seinen zweiten Dreier in Serie, vollendete einen 8:3 Lauf und stellte auf eine neun Punkte Führung der Hausherren. Obwohl die spielerische Leichtigkeit auf sich warten ließ und der Wurf allen voran aus dem Dreierbereich (2/10) nicht fiel, nahm das Team von Headcoach Ty Harrelson den Kampf an und ließ Sopot nicht entscheidend davonziehen. Auch anschließend stand das polnische Defensivbollwerk kompakt, verwehrte jegliche Attacken Richtung Korb. Das ermöglichte logischerweise freie Wurfchancen von außen, die jedoch nicht genutzt wurden.
Nach dreieinhalb Minuten ohne Erfolgserlebnis erlöste Nelson Weidemann mit einem hohen Floater die Ulmer. Anschließend fungierte Weidemann als orangener Aktivposten und leitete den ersten Ulmer Lauf ein (6:0). Diesen setzte Jessup mit seinem bereits dritten erfolgreichen Dreipunktewurf fort und verkürzte vor der Pause nochmals (HZ, 41:38).
Auch die Anfangsminuten der zweiten Hälfte waren geprägt von hoher Intensität und hohem Tempo. Beide Teams schenkten sich auf dem Parkett nichts. Nach einem Dreier gegen den ausgestreckten Arm des Verteidigers von Alfonso Plummer hatten die Ulmer im nächsten Ballbesitz die Möglichkeit in Führung zu gehen - Chance jedoch vertan und Sopot antwortete rasch mit einem 5:0 Run.
Ähnlich wie im ersten Viertel gehörte auch diesmal die Schlussphase der Gastgeber. Wiedermal traf der brandgefährliche Scharfschütze Schenk einen Dreipunktewurf, was einen erneuten neun Punkte Ulmer Rückstand bedeutete. Mit dem letzten Ballbesitz versenkte Alec Anigbata einen Eckendreier, was Mut für den anstehenden Schlussabschnitt machte. Erneut das selbe Bild: Ein Dreier von Jessup brachte die Ulmer auf vier ran, aber Sopot hatte mit einem 6:0 Lauf die Antwort parat. Nach einer anschließenden Phase mit vielen Foulpfiffen auf beiden Seiten, bissen sich die Ulmer zurück. Das Youngster Duo um Ben Saraf und Noa Essengue leiteten die Aufholjagd ein, glänzten dabei im Zusammenspiel – Essengue setzte mit einem Monster-Dunk ein Statement, was das Team wahrlich mitriss.
Ein 12:2 Lauf brachte binnen wenigen Minuten den Ausgleich und sogar die Führung in der Schlussminute. Das hohe Pressing der Hausherren erzwang den Ballverlust und schickte das Spiel in die Verlängerung. Dort erlangten die Uuulmer mehr Spielkontrolle, verpassten es jedoch das Spiel früher zu entscheiden. Bei Gleichstand und paar Sekunden auf der Uhr bekam Jessup den Ball, das Ergebnis ist bekannt.
Orange Mixed-Zone
Head Coach Ty Harrelson: „Ich hatte das Gefühl, dass wir zu viel die Einzelaktionen gesucht haben und das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Insbesondere im letzten Viertel lief der Ball besser und auch in der Schlussphase haben wir uns gute Würfe erspielen können. Sopot ist eine gute Mannschaft, die „Missmatches“ ausgenutzt und aggressiv verteidigt hat. Wie wir dagegengehalten und am Ende noch das Spiel zu unseren Gunsten entschieden haben, macht mich stolz.“
Topscorer Justinian Jessup: „Ich denke, wir sind in der Schlussphase defensiv physischer und entschlossener aufgetreten. Das war der Schlüssel für die erfolgreiche Aufholjagd. Wir haben Stopps generiert und in der Offensive eine bessere Balance gefunden. Es war ein hartes Spiel, was Spaß gemacht hat und ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel noch gewinnen konnten.
Heimspiel am Samstag
Am Samstag, 28. Sept. 2024 um 18.30 Uhr ist nun das erste Heimpsiel der Saison - gegen Würzburg. Das war doch noch was?
Foto:Trefl Sopot



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